Rollige Katze – was Sie beachten sollten, damit Sie es Ihrer Samtpfote leichter machen
VonLouisa Pader
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Revierkämpfe und kilometerlange Partnersuchen müssen nicht unbedingt sein. Was tun, wenn sich die Freigänger-Katze nur noch aggressiv verhält?
Besitzer von Freigänger-Katzen kennen das Phänomen: Kaum wird es draußen wärmer, schon bekommt man die Stubentiger kaum mehr zu Gesicht. Das gute Wetter, die vielen frischen Gerüche und natürlich auch die Frühlingsgefühle halten Katzen auf Trab und sind jetzt viel interessanter als das heimische Sofa.
Besonders für Katzen, die nicht kastriert sind, beginnt nun eine wilde Jahreszeit. Sie suchen nach einem Partner für die Paarung und nicht selten kommt dabei ein niedlicher Wurf Kitten heraus. Was aber tun, wenn man das eigentlich verhindern will? So machen Katzenbesitzer die Zeit der Rolligkeit für Katzen angenehmer und verhindern, zahlreiche Babykatzen vermitteln zu müssen.
Frühlingsgefühle bei Katzen: Tierschutzorganisation warnt vor Rolligkeit
Die Organisation Vier Pfoten, eine Stiftung für weltweiten Tierschutz aus Hamburg, warnte auch dieses Frühjahr wie jedes Jahr vor ungewollten Babykatzen und den Tücken der Rolligkeit bei Hauskatzen.
Dass Katzen rollig und auf Partnersuche sind, kommt vermehrt im Frühjahr vor, ist allerdings nicht auf diesen Zeitraum beschränkt. Tatsächlich tritt dieser natürliche biologische Vorgang etwa zwei- bis dreimal im Jahr auf und dauert jeweils knapp zwei Wochen an. In dieser Zeit suchen Katzen nach einem Paarungspartner, um Nachwuchs zu zeugen.
Dann ändert sich auch das Verhalten der Tiere, die zunächst sehr anhänglich und liebebedürftig werden, danach aber eine beinahe aggressive Wesensveränderung durchmachen. Sie fangen zu Jaulen an, sind rastlos, markieren vermehrt ihr Zuhause und dulden noch weniger als sonst fremde Artgenossen in ihrem Revier. In dieser Zeit kann es auch zu unschönen Revierkämpfen kommen.
Was tun, wenn die Katze rollig ist: Das rät die Organisation Vier Pfoten
Die Katze während der Rolligkeit im Haus zu behalten, ist bei Tieren, die sonst Freigänger sind, ziemlich schwierig. Sie werden dann aggressiv und das laute Jaulen an der Tür können Haustierbesitzer auch nur eine Weile ertragen, bis sie aufgeben wollen.
Jetzt ist es aber wichtig, dem Impuls nicht nachzugeben. Unkastrierte Katzen kann man außerhalb der eigenen vier Wände kaum kontrollieren. Deshalb sollten sie in diesen zwei Wochen, in denen sie rollig sind, nicht nach draußen gelassen werden, da das der einzige Weg ist, ungewollten Katzen-Nachwuchs zu verhindern.
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Außerdem sind Katzen in der Zeit der Rolligkeit ziemlich mutig. Sie kämpfen erbittert mit Artgenossen, was zu schlimmen Verletzungen führen kann. Dazu kommt, dass sie in dieser Zeit weitere Wege zurücklegen und sich nur selten zu Hause blicken lassen. Auf Partnersuche legen vor allem unkastrierte Kater oft Strecken von mehreren Kilometern in einem Revier von bis zu 60.000 Quadratmetern zurück und bleiben bis zu zwei Wochen fort– ein Horror für jeden liebenden Katzenbesitzer.
Beste Lösung: Katze kastrieren – der Unterschied zur Sterilisation
Haben Katzenbesitzer jedoch eine Katze und einen Kater, wird auch eine geschlossene Tür nach draußen nicht helfen, denn die Möglichkeit zur Paarung sitzt den Tieren direkt vor der Nase. In diesem Fall, aber auch bei einzelnen Tieren, die vielleicht doch einmal ins Freie entwischen, ist die beste Möglichkeit laut Vier Pfoten nach wie vor die Kastration – nicht zu verwechseln mit der Sterilisation.
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Bei der Sterilisation werden laut der Akademie für Tiernaturheilkunde und Tierphysiotherapie bei Katzen und Katern lediglich die Geschlechtsorgane stillgelegt. Dafür werden bei Katern die Samenleiter und bei Katzen die Eileiter verschlossen, durchtrennt oder entfernt. Somit können keine Kitten mehr gezeugt werden. Die Geschlechtshormone, die zum wilden und aggressiven Verhalten in der Rolligkeit führen, bleiben allerdings erhalten.
Um seine Katzen auch von den starken Revierkämpfen, der Rastlosigkeit und dem Drang, kilometerweit für die Paarung zu laufen, zu befreien, sollte man sie kastrieren lassen. Es handelt sich dabei um einen etwas größeren Eingriff, bei dem die Geschlechtsorgane nicht nur funktionsunfähig gemacht, sondern komplett entfernt werden. Das hat zur Folge, dass den Tieren auch die Geschlechtshormone fehlen, was sie friedlicher, genügsamer und heimatgebundener machen soll.