34.000 Pannenfälle untersucht

Norwegische Statistik: Elektrofahrzeuge fallen bei Kälte seltener aus als Verbrenner

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Elektroautos bringen im Winter Probleme mit sich – so die weit verbreitete Annahme. Eine Studie aus Norwegen lieferte nun überraschende Erkentnisse.

Elektroauto oder Verbrenner? Vor dieser Frage stehen immer mehr Menschen beim Autokauf, die umweltfreundlicheren E-Autos, wie beispielsweise Teslas futuristischer Cybertruck, werden weiterhin immer beliebter. Was die Wintermonate betrifft, gibt es über die nachhaltigen Fahrzeuge jedoch geteilte Meinungen. Häufig wird moniert, dass sie in der kalten Jahreszeit zu anfällig für Pannen und andere technische Probleme seien. Ein Trugschluss, glaubt man einer neuen Statistik aus Norwegen.

Elektrofahrzeuge erfreuen sich großer Beliebtheit – und fallen im Winter seltener mit einer Panne aus.

Der norwegische Pannendienst Viking gab an, dass lediglich 13 Prozent der insgesamt 34.000 Pannenhilfeanfragen an den ersten neun Tagen des neuen Jahres durch Elektroautos verursacht wurden – das berichtete zuerst das amerikanische Nachrichten-Magazin Electrek unter Berufung auf den norwegischen TV-Sender TV2. Die restlichen 87 Prozent der Pannenanfragen wurden von Fahrern fossiler Autos gestellt. In Norwegen stellen Elektroautos mittlerweile einen Anteil von 23 Prozent aller Autos.

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Für die meisten Probleme im Zusammenhang mit Elektroautos können die Wägen selbst überhaupt nichts. Vielmehr haben die Ladestationen im Winter unter extremer Kälte zu leiden und mit technischen Problemen zu kämpfen, laden dann entweder gar nicht oder nur verlangsamt. So zumindest äußern sich die Probleme bei der norwegischen Studie. Macht die Autobatterie Ihres Wagens schlapp, können Sie das Problem in wenigen Schritten beheben.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Auch der deutsche ADAC hat sich mit Elektroautos und deren Verhalten im Winter beschäftigt. Hier fiel besonders auf, dass Elektroautos im Winter enorm viel Energie verbrauchen, um den Akku des Wagens zu erwärmen. Die Testfahrten wurden bei minus sieben Grad Celsius durchgeführt. Im Durchschnitt benötigen alle getesteten Wägen 70 Prozent mehr Energie als im Sommer – ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Rubriklistenbild: © Action Pictures/IMAGO

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