VonJulian Mayrschließen
Passfotos dürfen schon bald nur noch digital an das Bürgeramt übermittelt werden. Die Regeländerung soll der Sicherheit dienen, hat aber auch Nachteile.
München – Schnell noch zum Fotoautomaten am Bahnhof oder der U-Bahn-Station, um sich für den neuen Reisepass oder Personalausweis ablichten zu lassen und dann ab zum Amt. Was für viele ein günstiger und unkomplizierter Weg zum neuen Dokument war, ist künftig so wohl nicht mehr möglich. Ab 1. Mai 2025 dürfen Passbilder nur noch digital an die zuständige Behörde gesendet werden.
Neu-Regelung beim Personalausweis: Beantragung soll „unkomplizierter und komfortabler“ werden
Wie das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) informiert, werden ab Mai 2025 keine Papierbilder mehr für Personalausweise oder Reisepässe akzeptiert. Stattdessen müssen die Fotos digital und über sichere elektronische Kanäle übermittelt werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, das Risiko von Manipulationen, wie sie durch Morphing entstehen können, zu minimieren, wie es seitens des Bundesinnenministeriums heißt.
Morphing ist eine Technik, bei der mehrere Gesichtsbilder zu einem einzigen Bild verschmolzen werden, was die Identitätskontrolle erschwert. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt, dass Reisepass und Personalausweis durch die aktuell noch gängige Praxis von ausgedruckten Bildern „als Instrument zur Identitätskontrolle im Kern bedroht“ seien.
Die Bundesregierung hat bereits im Frühjahr 2024 angekündigt, dass sie mit der Änderung „die Beantragung eines Ausweisdokuments bundesweit einheitlich, unkomplizierter und komfortabler“ gestalten möchte. Helfen soll dabei auch die Einführung der postalischen Direktzustellung im Inland. Eine weitere Änderung, die jedoch nicht alle Reisepassbesitzer betrifft, hat ebenfalls für Diskussionen gesorgt.
Passbilder dürfen ab 1. Mai 2025 nur noch auf digitalem Weg übermittelt werden
Was heißt das nun aber konkret? Für die Bürger, die ab Mai einen neuen Ausweis beantragen müssen, ändert sich einiges. Es reicht nicht mehr aus, ein Foto mit dem Smartphone oder der Kamera selbst aufzunehmen. Stattdessen müssen professionelle Fotostudios die Bilder anfertigen und direkt an die zuständigen Bürgerämter senden. Diese Studios müssen sich laut BMI registrieren lassen, um die Bilder über gesicherte elektronische Kanäle an die Behörde zu übermitteln.
Es ist jedoch nicht zwingend notwendig, einen Fotografen für die Erstellung der biometrischen Bilder zu beauftragen. Alternativ können die Bürgerämter Geräte zur Lichtbildaufnahme bereitstellen. Laut ADAC sollen dort auch Fingerabdrücke und Unterschriften erfasst werden. Es ist ratsam, im Voraus zu klären, ob solche Geräte im jeweiligen Bürgeramt vorhanden sind. Die zuständige Behörde kann über die Servicesuche des Bundes ermittelt werden.
Änderung bei Passfotos: Fotostudios zeigen sich besorgt
Trotz der Hoffnung der Bundesregierung auf „unkompliziertere“ Behördengänge durch die Gesetzesänderung, könnten in der Praxis Probleme auftreten. Antragsteller müssen sich im Voraus informieren, ob die Fotostudios die neuen Anforderungen für sichere Übertragungen erfüllen oder in den zuständigen Bürgerämtern Geräte zur Aufnahme bereitstehen.
Die gesetzlichen Änderungen bereiten einigen Fotostudios finanzielle Sorgen. Insbesondere Unternehmen, die vom Geschäft mit Fotos für hoheitliche Dokumente abhängig sind, befürchten durch die Fototerminals in Behörden große Umsatzeinbußen, wie ein Beitrag des MDR zeigt. Pro Foto dürften die Kosten bei sechs Euro liegen. Hinzu kommt ein „höherer Arbeitsaufwand“ für die Fotostudios aufgrund der sicheren Übermittlung. Auch bei der Entsorgung von Biomüll ergibt sich ab Mai für Verbraucher eine wichtige Änderung. (jm)
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