Ganz ohne Chemie

Probleme mit Unkraut im Garten? Diese einfachen Hausmittel und Tricks helfen

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Unkraut im Garten ist für jeden Hobbygärtner ein Ärgernis. Zur Bekämpfung müssen es aber nicht gleich chemische Unkrautvernichter sein, auch Hausmittel und Tricks helfen.

Kassel – Der Alptraum eines jeden Hobbygärtners: mitten in der sorgfältig gepflegten Grünfläche wuchert plötzlich unerwünschtes Unkraut. Dabei handelt es sich eigentlich „nur um Pflanzen, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort wachsen“, schrieb der US-amerikanische Landwirtschaftsforscher George Washington Carver.  Dennoch macht ihr Erscheinen nicht unbedingt glücklich und wird häufig als lästig empfunden – besonders wenn sie sich breit machen, die Nährstoffe aus dem Boden saugen und anderen Gartenpflanzen das Wasser wegnehmen. Es gibt aber Unkräuter, die schlecht für den Garten, aber gesund für den Menschen sind. Einige Unkräuter sind jedoch schädlich und sollten sofort aus Ihrem Garten entfernt werden.

Um sich vor dem scheinbar unverwüstlichen Unkraut zu schützen, ist Experten zufolge Vorsorge die beste Möglichkeit. Bereits bei den ersten Anzeichen sollte man handeln und kontinuierlich dran bleiben. Denn haben es Unkräuter erst einmal bis zur Samenreife geschafft, breiten sie sich rasant im Garten aus. Mit einigen einfachen Hausmitteln und Tricks lassen sie sich aber bekämpfen – ganz ohne Chemie.

Probleme durch Wildwuchs im Garten: So können Sie Unkraut vorbeugen

Unkraut lässt sich, wie die Gartenzeitschrift Mein Schöner Garten schreibt, zwar nicht komplett verhindern, man kann es ihm aber erschweren. Häufig bieten Stellen mit offener Erde perfekte Landebahnen für Unkrautsamen, daher ist im Rasen laut der Gartenzeitschrift eine gesunde, dichte und durchziehende Pflanzendecke (Grasnarbe) der beste Schutz. Dicht wachsende Bodendecker wie Immergrün (Vinca), Storchschnabel (Geranium) oder Dickmännchen (Pachysander) gelten auf Dauer als besonders effektiv.

Keine schöne Aufgabe, aber: Unkraut muss im Sommer regelmäßig aus dem Gartenbeet und dem Rasen entfernt werden.

Eine weitere Möglichkeit, Unkrautwuchs einzudämmen, ist das Mulchen. Wie der NDR schreibt, kann dadurch eine Ansiedlung erschwert werden. Rasenschnitt oder Rindenmulch, der mindestens fünf Zentimeter dick auf die Beete auftragen wird, eigenen sich laut dem Norddeutschen Rundfunk zum Mulchen. Vorher allerdings nicht einen Langzeitdünger wie Hornspänen vergessen. Mulchfolien sind langlebig, aber nicht überall praktikabel. Im Beet werden sie wegen der Optik meist mit Erde bedeckt. Unter Wegen und Kiesbeeten funktionieren sie laut Mein Schöner Garten zufolge gut gegen Wurzelunkräuter.

Unkraut im Garten: Diese Mittel helfen gegen Wildwuchs – auch ohne Gift

Mit diesen einfachen Mitteln können Sie Unkraut bekämpfen:

  • Biologisches Pflanzenmittel: Pelargonsäure ist ein Wirkstoff, der aus Rapsöl gewonnen wird und eine ähnliche Wirkung wie Glyphosat hat. Die Fettsäure zerstört die Zellstruktur des Blattwerks unerwünschter Pflanzen. Das Mittel ist gut abbaubar und hat keine schädliche Wirkung auf Mensch und Natur.
  • Dünger: Dünger kann Unkraut bekämpfen, vor allem Klee im Rasen. Wenn man den Rasen durch das Düngen fit macht und ihn immer gut vier Zentimeter lang stehen lässt, scheuchen die vitalen Halme den Klee aus dem Rasen. Das gilt auch für die anderen Rasenunkräuter.
  • Hitze durch Thermogeräte: Diese führt man langsam über das Unkraut, dem Sie damit in Fugen, aber auch im Beet mit bis zu 1000 Grad Celsius einheizen. Das übersteht keine Zellstruktur, das Unkraut geht ein. Der Hitzeschock reicht allerdings nicht bis zu den Wurzeln, sodass die Pflanzen oft nach ein bis zwei Wochen schon wieder austreiben. Dennoch ist eine bequeme und zeitsparende Methode.
  • Kochendes Wasser: Auch die Hitze von kochendem Wasser hilft. Allerdings kann hier auch das gesunde Gras, das um den Klee wächst, mit abgetötet werden. Um kahle Stellen im Gras zu vermeiden, sollten Sie deshalb am besten schnell wachsende Grassamen nachsähen.
  • Kaffee: Als Hausmittel eignet sich zudem Kaffeesatz. Er ist ein natürlicher Dünger, der mit einem hohen Stickstoffgehalt, der das Wachstum von Pflanzen ankurbelt. Doch einige Kleesorten wie Hornklee, Weißklee, Purpur-Klee und Gelber Steinklee, die bereits im Frühjahr blühen, können mit Kaffeesatz prima vernichtet werden. 
  • Quelle: sat1.de, mein-schoener-garten.de, zdf.de

Unkraut wuchert im Garten – Auf chemische Mittel sollte man trotzdem möglichst verzichten

Auf chemische Unkrautvernichter wie glyphosathalitge Mittel sollte möglichst verzichtet werden, da sie nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nicht nur im Unkraut wirkt, sondern auch in jeder getroffenen Kulturpflanze. Die chemischen Mittel können neben Pflanzen auch viele Tiere schädigen sowie Gewässer belasten. Ab 2024 ist, wie das ZDF berichtete, ein Anwendungsverbot von Glyphosat in Deutschland vorgesehen.

Zehn wuchernde Unkräuter, die Sie unbedingt aus Ihrem Garten entfernen sollten

Gemeiner Stechapfel mit Blüte.
Der Gemeine Stechapfel trägt zwar attraktive Blüten, aber soweit sollte man es nicht kommen lassen. Die giftige Pflanze bildet hartnäckige Pfahlwurzeln. © blickwinkel/Imago
Blühende Kahle Fingerhirse.
Der Wind und Vögel verbreiten Hirsearten wie die Kahle Fingerhirse schneller, als einem lieb ist.  © blickwinkel/Imago
Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata), Blüte und Kleeblatt.
Sauerklee vermehrt sich zügig über Samen und Wurzeln. Am besten entfernt man das hartnäckige Unkraut, bevor es blüht. © imagebroker/Imago
Fliegenpilz in Moos.
Wer Moos im Garten nicht zeitnah entfernt, kann dem gepflegten Rasen bald Adieu sagen. Vertikutieren hilft oft.  © Panthermedia/Imago
Ackerwinde (Convolvulus arvensis).
Die rosafarben blühende Ackerwinde oder die weiße Zaunwinde sind nützlich für Insekten. Aber mit ihren wuchernden Ranken ersticken sie gewünschte Pflanzen im Garten. Ihre Wurzeln wachsen bis zu zwei Meter tief, daher sollte man Winden regelmäßig ausreißen.  © Panthermedia/Imago
Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke.
Die Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke ist ein Süßgras, das sich sowohl über Samen als auch über unterirdische meterlange Triebe ausbreitet. Das Unkraut lässt sich nur sehr mühselig entfernen, daher sollte man es zumindest in Beeten konsequent frühzeitig bekämpfen. © agefotostock/Imago
Acker-Schachtelhalm, Ackerschachtelhalm, Zinnkraut (Equisetum arvense).
Der Acker-Schachtelhalm siedelt sich zwar eher in feuchten Gärten an, aber wehe, man lässt ihn dort wachsen: Die unterirdischen Ausläufer wuchern so stark, dass man meist den ganzen Boden umgraben muss. © blickwinkel/Imago
Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Ach wie hübsch, eine blühende Löwenzahnwiese. Aber bitte nicht im eigenen Garten, denn die Pusteblumen vermehren sich rasant. Und los wird man das Unkraut nur, wenn man die lange Wurzel mitentfernt. © CHROMORANGE/Imago
Gierschblätter in Nahaufnahme.
Der wuchernde Klassiker: Statt sich über Giersch als Unkraut im Garten zu ärgern, sollte man ihn lieber als Salat genießen. © blickwinkel/Imago
Disteln.
Disteln sind im Garten nicht gerne gesehen, da sie ausladende Wurzeln haben.  © Rimmi/Imago

Auf versiegelten Flächen wie Gehwegen, Terrassen und Einfahrten ist der Einsatz von Herbiziden grundsätzlich verboten. Bei einem unsachgemäßen und unerlaubten Einsatz liegt die Strafe bei bis zu 50.000 Euro. Generell müssen bei der Gartenarbeit bestimmte Gesetzesregelungen eingehalten werden – sonst drohen hohe Bußgelder.

Wildwuchs im Garten: Effektive Werkzeuge zum Jäten von Unkraut

Jäten ist die wohl unbeliebteste Methode, um Unkraut dauerhaft zu entfernen. Zwar ist es zeitaufwendig und körperlich anstrengend, ist aber umweltschonend. Und mit den richtigen Werkzeugen wird es weniger zur Quälerei – und schont den Rücken:

  • Hacken und Grubber: Hacken schneiden Unkräuter dicht unter der Erde ab oder lockern ebenfalls die oberen Bodenschichten und holen Unkraut aus der Erde. Grubber lockern die oberste Bodenschicht – man kann das Unkraut anschließend einfach einsammeln. Häufiges Grubbern oder Hacken macht nicht nur Unkräutern das Leben schwer, es spart auch jedes zweite oder dritte Gießen.
  • Unkrautstecher: Unkrautstecher dringen mit langen Zinken oder Klingen tief in den Boden ein und stechen vor allem Löwenzahn restlos aus. Die bequeme und effektive Methode funktioniert bei Unkraut mit Blattrosetten am besten, bei Wurzelunkraut hingegen nicht. Bei Geräten mit langem Stiel müssen Sie sich nicht mal bücken.
  • Fugenkratzer: Die Geräte entfernen das Unkraut mit schmalen Klingen oder robusten Drahtbürsten aus den Fugen von Pflasterflächen. Fugenkratzer gibt es auch mit langem Stiel, sodass man die Arbeit im Stehen erledigen kann.

Damit der Rasen immer schön saftig grün bleibt, braucht es auch einiges an Rasenpflege. Die Sonne kann in den heißen Sommermonaten viel Schaden anrichten. Wer seine Pflanzen vor Hitze schützen möchte, sollte einiges beachten. (Vivian Werg)

Rubriklistenbild: © Gamjai/Imago

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