Von Sebastian Oppenheimer
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In Großbritannien stoppte die Polizei einen Hyundai-Fahrer ohne Führerschein – der Mann war mehr als ein halbes Jahrhundert ohne „Lappen“ unterwegs gewesen.
Einen Führerschein zu machen kostet in der Regel eine Menge Geld – in anderen Ländern muss man für den „Lappen“ aber teils noch deutlich tiefer in die Tasche greifen, als in Deutschland. Abhängig sind die Kosten unter anderem von der Anzahl der nötigen Fahrstunden und davon, wie oft man durch die Prüfung fällt – zuletzt mussten immer mehr Fahranfänger erneut antreten. In Großbritannien verzichtete ein Autofahrer nun komplett auf den Führerschein. Nach einem halben Jahrhundert ohne „Lappen“ wurde er nun erwischt.
50 Jahre ohne Führerschein unterwegs – Britische Polizei beschlagnahmt Hyundai eines 69-Jährigen Wie die Verkehrspolizei der Grafschaft Derbyshire auf Twitter berichtet, stoppten Beamte einen 69-Jährigen in einem Hyundai ix20, der in seinem Leben nie eine Führerscheinprüfung gemacht hatte. Offensichtlich täuschte der Mann der Versicherung vor, er habe einen Führerschein. Sein Fehler sei eine „Prahlerei“ gewesen, berichtet die Polizei, durch die das Ganze offenbar ans Licht kam. Nun ist damit Schluss: Die Polizei beschlagnahmte sein Auto und der Fahrer wegen mehrerer Vergehen angezeigt.
50 Jahre ohne Führerschein unterwegs – „Wahrscheinlich ein ziemlich gute Fahrer“ Der Twitter-Bericht der Polizei wurde zahlreich kommentiert. Zu dem Vergehen des Mannes gibt es geteilte Meinungen:
„Traurigerweise könnte dieser Fall andere Betrüger ermutigen, da die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, gering ist.“ „Warum hat es 50 Jahre gedauert, bis er gefasst wurde? Das zeigt eindeutige und erhebliche Mängel im Polizeisystem.“ „Ein tolles System, in dem so etwas passieren kann.“ „Seien wir ehrlich, er ist wahrscheinlich ein ziemlich guter Fahrer.“ „Wahrscheinlich ist er ein weitaus besserer Fahrer als viele andere Verkehrsteilnehmer, denn er ist der Polizei 50 Jahre lang aus dem Weg gegangen.“ Spektakuläre Streifenwagen: Die coolsten Polizeiautos aus aller Welt Platz 12 – Alpine A110 (Frankreich): Hinter das Lenkrad der Alpine A110 würden sich wohl viele Polizisten gerne setzen – 26 Exemplare des Mittelmotor-Sportlers hat das französische Innenministerium im Jahr 2021 bestellt. Fahren dürfen den Flitzer mit der schicken Lackierung aber nur die Kollegen der schnellen Eingreiftruppe „équipes rapides d’intervention“. Unter dem „Gendarmerie“-Schriftzug findet sich übrigens das „Motto“ der französischen Polizei: „Notre engagement, votre sécurité“ – etwas frei übersetzt heißt das soviel wie „unser Einsatz dient Ihrer Sicherheit“. © Sebastian Geisler/Imago Platz 11 – Audi R8 (Dubai): Die Polizei in Dubai ist für ihre spektakulären Streifenwagen weltweit bekannt. Auch ein Audi R8 der zweiten Generation gehört zum Fuhrpark des Emirats. Der Zehnzylinder des Ingolstädter Boliden leistet mindestens 540 PS, in stärkeren Varianten sogar mehr als 600 PS. Trotzdem ist der R8 unter all den exotischen Supersportwagen in Dubai schon fast nichts besonders mehr. © ZUMA Press/Imago Platz 10 – Toyota Crown (Japan): Andere Länder, andere Polizeiautos: In Japan kommt bei den Beamten unter anderem der Toyota Crown zum Einsatz. Hierzulande kennt die Limousine kaum jemand, denn in Europa war dem Crown kein Erfolg beschieden – weshalb er wieder vom Markt verschwand. Mit den steil designten Polizei-Supersportwagen anderer Länder kann der Japaner natürlich nicht mithalten – aber seine sehr elegante Lackierung macht das locker wieder wett. © Sven Simon/Imago Platz 9 – BMW i3 (Deutschland): Ein BMW i3 in Polizeilackierung? Das gab es hierzulande ab dem Jahr 2015. In mehreren Städten (wie hier in München) wurde getestet, ob der bayerische Stromer als Streifenwagen taugt. Doch bei den Beamten fiel der i3 am Ende durch. Gründe sollen vor allem der zu geringe Platz im Innenraum sowie die niedrige Reichweite von nur rund 160 Kilometern gewesen sein. © Smith/Imago Ein Lamborghini Gallardo der italienischen Polizei Platz 8 – Lamborghini Gallardo (Italien): Nicht nur in Dubai sind exotische Supersportler im Dienste der Polizei unterwegs – auch in Italien. Bereits im Jahr 2004 bereicherte ein bis zu 300 km/h schneller Lamborghini Gallardo den Fuhrpark der „Polizia“. Selbstverständlich ausgerüstet mit Blaulicht und Sirene. © eyevisto/Imago Ein Lamborghini Huracan der italienischen Polizei Platz 7 – Lamborghini Huracan (Italien): Der Gallardo ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, weshalb mit einem neueren Modell nachgelegt wurde. Seit 2017 bereichert auch ein Lamborghini Huracan den Fuhrpark der italienischen Polizei. Unter anderem wird der Supersportler für Organtransporte eingesetzt. Und für solch eiliges Gut ist es sicherlich der richtige Wagen: Mindestens 580 PS leistet der verbaute V10 – das reicht locker für Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h. © Independent Photo Agency/Imago Ein Porsche 924 in Polizei-Lackierung Platz 6 – Porsche 924 (Deutschland): Keine Frage: Dieser Porsche 924 ist nicht mehr im Dienst – war er aber tatsächlich einmal. Anfang der 1980er-Jahre setzte Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg den Stuttgarter Sportwagen ein. Zuvor war der 924 auch von Beamten in anderen Bundesländern getestet worden. Witzig wirkt aus heutiger Sicht vor allem das am linken Seitenfenster montierte Blaulicht. © Revierfoto/Imago Ein Bentley Continental GT der Polizei von Dubai Platz 5 – Bentley Continental GT (Dubai): Ein Bentley Continental GT als Streifenwagen? Gibt’s! Natürlich in Dubai, wo bekanntermaßen eine ganze Flotte an Supersportwagen im Polizeidienst unterwegs ist. Nur wenige Temposünder dürften diesem W12-Boliden entkommen: Seine 575 PS beschleunigen den Briten auf bis zu 320 km/h. © Jan Huebner/Imago Ein Tesla Model X der schweizer Polizei Platz 4 – Tesla Model X (Schweiz): In Basel entschied man sich schon relativ früh für den Einsatz von Elektroautos im Polizeidienst: Bereits im Jahr 2018 wurden mehrere Tesla Model X angeschafft. Für Schlagzeilen sorgte allerdings vor allem eine Panne im Jahr 2022: Als Beamte mit dem Wagen einen Radler stellen wollten, blockierten die Türen – die Polizisten waren in dem Tesla gefangen. © Geisser/Imago Ein Maserati der Polizei von Abu Dhabi Platz 3 – Maserati GranTurismo (Abu Dhabi): Wer an ein Polizeiauto denkt, sieht vor seinem geistigen Auge vermutlich wohl keinen Maserati. Doch tatsächlich gibt es einen solchen Streifenwagen – und zwar in Abu Dhabi. Dort dürfen Polizisten mit einem Maserati GranTurismo auf Verbrecherjagd gehen – mit einer Leistung von mindestens 405 PS: © Imaginechina/Imago Ein Ferrari FF der Polizei von Dubai Platz 2 – Ferrari FF (Dubai): Spritverbrauch spielt im Emirat Dubai keine wirklich große Rolle – deswegen gehört natürlich auch ein Ferrari zum Polizei-Fuhrpark. Der FF mobilisiert aus seinem V12-Motor stabile 660 PS – und ist maximal 335 km/h schnell. Bei einer Verfolgungsjagd hat der Gegner also wohl kaum eine Chance. © Jan Huebner/Imago Ein Ferrari der tschechischen Polizei Platz 1 – Ferrari 458 Italia (Tschechien): Was ist billiger als kaufen? Richtig: Beschlagnahmen. Die tschechische Polizei hat Kriminellen einen Ferrari 458 Italia abgenommen – und kurzerhand zum Polizeiauto umgerüstet. Unter anderem soll der italienische Supersportler für die Jagd auf Autobahn-Temposünder eingesetzt werden. Neu kostete der 458 Italia mindestens rund 200.000 Euro – deshalb dürfen sich auch angeblich nur speziell ausgebildete Beamte hinter das Lenkrad des bis zu 324 km/h schnell Boliden klemmen. © Cover-Images/Imago Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von unserem Partner 24auto.de.
Hyundai-Fahrer 50 Jahre ohne Führerschein unterwegs – ein Mini-Fahrer schaffte es sogar noch länger Wer sich nun fragt, wie es möglich sein kann, dass man so lange unentdeckt bleibt: Mit seinem halben Jahrhundert ohne Führerschein ist der 69-Jährige noch nicht der „Spitzenreiter“. Im Jahr 2022 erwischte die Polizei in England einen Mini-Fahrer, der ebenfalls jahrzehntelang ohne „Lappen“ unterwegs war – er brachte es sogar auf stolze 72 Jahre ohne Führerschein. In Zukunft könnten Senioren ohne Führerschein möglicherweise schneller auffliegen – die EU will ab einem Alter von 70 Jahren einen Fahrtauglichkeitstest einführen.
Rubriklistenbild: © Twitter (Derbyshire Roads Policing Unit)