Premiere

Zum ersten Mal bekommt ein Auto die Bestnote im ADAC-Test – es ist ein Elektrofahrzeug

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Noch hat nie ein Auto im aktuellen ADAC-Testprozedere die Bestnote bekommen – bis jetzt. Ein deutsches Elektroauto schnitt nun „sehr gut“ ab.

Den meisten ist der ADAC vor allem durch seine Pannenhilfe ein Begriff. Die „gelben Engel“ rückten allein im Jahr 2023 mehr als 3,5 Millionen Mal aus. Allerdings wird es bei modernen Autos immer schwieriger zu helfen, weil viele Hersteller den Daten-Zugriff auf ihre Fahrzeuge beschränken oder ganz blockieren. Doch der Automobilclub ist nicht nur im Panneneinsatz – er führt auch jede Menge Tests durch. Kürzlich wurden beispielsweise Warnwesten vom ADAC unter die Lupe genommen – mit ernüchterndem Ergebnis. Aber auch neue Automodelle werden vom Automobilclub auf Herz und Nieren geprüft. Nun hat ein Fahrzeug erstmals die Note „sehr gut“ bekommen.

VW ID.7 schneidet im ADAC-Test besser ab als wesentlich teurere Modelle von BMW und Mercedes

Die elektrische Limousine VW ID.7 (ab 56.995 Euro) schnitt mit einer Gesamtnote von 1,5 ab – und ließ damit sogar die wesentlich teureren Modelle BMW iX xDrive 50 und Mercedes EQS 450+ Electric (beide 1,6) hinter sich. Getestet wurde der fast fünf Meter lange VW-Stromer in der Ausstattung Pro mit der 77-kWh-Batterie. Doch was macht den Wolfsburger denn nun so gut?

Der VW ID.7 schnitt im ADAC-Test mit der bisherigen Bestnote von 1,5 ab.

Schon die Platzverhältnisse im ID.7 lassen die Tester jubeln: Sowohl auf den Vordersitzen als auch der Rückbank finden selbst großgewachsene Passagiere genügend Beinfreiheit. Und auch der Kofferraum biete mit seinen gemessenen 460 bis 1460 Litern Fassungsvermögen kaum Anlass zur Kritik: Auch, wenn das Ergebnis deutlich unter der Werksangabe von 532 bis 1586 Litern liege.

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Kleiner Wendekreis und Handling des VW ID.7 überzeugen ADAC-Tester

Auch beim Handling überzeugt der VW, der für seine Abmessungen einen relativ kleinen Wendekreis von 10,7 Metern hat. Gleiches gilt für den Antrieb: Die E-Maschine an der Hinterachse schiebt mit 210 kW (286 PS) kräftig an. Dynamische Zwischenspurts sind kein Problem, genauso wie auch eine entspannte und gelassene Fahrt – zudem bleibt es im Innenraum dank der guten Geräuschdämmung angenehm leise. Die Bedienung des Fahrzeugs über den frei stehenden 15-Zoll-Touchscreen bezeichneten die Tester als „echten Fortschritt“ gegenüber so manchem Schwestermodell.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Stromverbrauch des VW ID.7: „bemerkenswert wenig“

Der Verbrauch nötigte den Testern Respekt ab: 18,1 kWh auf 100 Kilometer seien „bemerkenswert wenig“. Bei einem gemischten Fahrprofil kam der VW ID.7 auf eine Reichweite von 485 Kilometern. Ein sehr ordentlicher Wert, aber trotzdem wieder relativ weit weg von der WLTP-Normangabe von „bis zu 621 Kilometern“. Dass Autos allerdings deutlich mehr verbrauchen, als die Hersteller angeben, zeigte erst kürzlich eine EU-Auswertung.

Die Bedienung des VW ID.7 über den frei stehenden 15-Zoll-Touchscreen bezeichneten die ADAC-Tester als „echten Fortschritt“.

Ladeleistung im Test: VW ID.7 sogar schneller als angegeben

Beim Laden an der DC-Ladesäule übertraf der VW sogar die Werksangabe von 175 kW Ladeleistung: Die ADAC-Ingenieure maßen sogar bis zu 190 kW. Allerdings lädt der ID.7 – wie auch viele andere E-Autos – nur bis zu 30 Prozent mit maximaler Leistung, dann geht die Kurve nach unten. Von 10 auf 80 Prozent lud der ID.7 dennoch mit durchschnittlich 131 kW – und brauchte dabei 31 Minuten. Dies entspricht einer Reichweite von 373 Kilometern. An Wallboxen und AC-Ladern zieht der VW aber nur mit bis zu 11 kW – hier bieten andere Hersteller mit bis zu 22 kW das Doppelte.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Dank der umfangreichen Sicherheitsausstattung konnte sich der VW ID.7 auch in der Sicherheits-Kategorie eine Spitzennote sichern: 1,1. Zu monieren hatten die Tester unter anderem den hohen Anschaffungspreis, die geringe Anhängelast, die nur mäßige Zuladung und den fehlenden Stauraum unter der Fronthaube. Trotz dieser Kritikpunkte reichte es am Ende für die bisherige Bestnote von 1,5.

Rubriklistenbild: © VW

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