Einzelhandel: Verbraucher werden zur Kasse gebeten

Preisschock im Handel: Zahlreiche Produkte über Nacht teurer - Aldi, Lidl und Co. ziehen Preise weiter an

  • schließen

Die Teuer-Welle im Handel setzt sich fort. Die Preise für Milchprodukte und Wurstwaren klettern weiter - und zwar deutlich nach oben. Wo Verbraucher jetzt mehr bezahlen. Und wo und wie sie sparen können.

München ‒ Am liebsten möchte man als Verbraucher einen riesigen Bogen um Supermärkte und Discounter machen. Denn Aldi, Lidl und Co. ziehen weiter ihre Preise an. Jeder Supermarktbesuch wird inzwischen zum Schock-Erlebnis. Die Waren erwecken einfach keinen Appetit mehr. Und selbst die freundlichen Mitarbeiter können die Verbraucher nicht mehr versöhnlich stimmen beim Blick auf die explodierenden Preise im Supermarktregal.

Seit dem Wochenende seien rund 30 Produkte teuer geworden, berichtet Focus Online, und nimmt dazu Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Netto unter die Lupe. Allein bei Fischstäbchen sei von Samstag auf Montag ein Zuwachs von 70 Cent zu verzeichnen. „Golden Seafood“ hat am Wochenende noch 2,19 Euro gekostet, jetzt verlangt Aldi für seine Eigenmarke in der 450 Grammpackung 2,89 Euro. Bei diesem Preissprung traut der ein und andere Kunde sicher seinen eigenen Augen nicht mehr.

Preissprünge im Handel bei Fisch und Milchprodukten:

Produkt im HandelPreis alt (in Euro)Preis neu (in Euro)Preisanstieg (in Cent)
Fischstäbchen von Aldi2,192,89+ 70 Cent
Fischstäbchen von Rewe2,192,49+ 30 Cent
Iglo Fischstäbhen bei Edeka 3,694,19+ 50 Cent
haltbare Vollmilch bei Aldi0,921,09 + 17 Cent
Weihenstephan-Milch bei Rewe1,191,49+ 30 Cent

Nachdem der Discounter jüngst den Literpreis für haltbare Vollmilch von 92 Cent um 17 Cent angehoben hatte, folgten anschließend alle Supermärkte und Discounter mit ähnlichen Preisanpassungen. Aldi gilt als Schrittmacher in der Branche. Rewe erhöhte prompt den Preis für die Marken-Milch von Weihenstephan um 30 Cent auf 1,49 Euro. Bei Edeka kostet der Liter laut Focus online nun sogar 1,59 Euro.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. In Zeiten explodierender Preise von Lebensmitteln stimmt dieser Satz nicht mehr. (Symbolbild)
Produkt im HandelPreis (alt in Euro)Preis (neu in Euro)Preisanstieg i(n Cent)
Milsani Buttermilch von Aldi0,550,59+ 4 Cent
Müller Kefir bei Rewe0,991,19 + 20 Cent
Swirl Müllbeutel bei Rewe2,692,99+ 30 Cent
Wiesenhof Wurst bei Edeka 1,191,29+ 10 Cent

Preisschock im Handel: Aldi senkt überraschend Preise für Frischfleisch

Um so überraschender, dass Discount-Riese Aldi jetzt seine Preise für Frischfleisch gesenkt hat. Gemischtes Hackfleisch (500 Gramm) wird nun anstatt für 4,59 Euro für 3,99 Euro angeboten. Der Preis für Bratwurst vom Schwein in der 400 Gramm-Packung verbilligt sich von 3,49 auf 2,99 Euro. Der Preis für ein Kilo Rindersteaks reduziert sich um drei Euro auf 24,99 Euro. Über die Preissenkung berichtet auch ruhr24.de*.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war Fleisch im Monat Mai durchschnittlich 16,5 Prozent teuer als im Vorjahr. Mit der Preissenkung bei Aldi und dessen Vorreiterrolle im Lebensmittel-Einzelhandel dürfte dieser Aufwärtstrend wohl zunächst erst einmal beendet sein.

Preisschock im Handel: Verbraucherschützer raten den Verbrauchen, Rabatt-Aktionen zu nutzen

Auch wenn hierzulande gern gegrillt wird, von Fleisch wird kein Vegetarier oder Veganer satt. Und irgendwann will selbst ein eingefleischter Fleischesser auch etwas weniger Deftiges bei diesen sommerlichen Temperaturen zu sich nehmen.

Verbraucherschützer raten allen Konsumenten, Rabatt-Aktionen zu nutzen, Markenprodukte nur im Angebot zu kaufen und die wöchentlichen Prospekte von Supermärkten und Discountern genau nach günstigen Offerten zu durchforsten. Nur so kann sich der Verbraucher aktiv gegen die Preis-Welle im Handel derzeit wehren. Denn die Stimmung der Konsumenten ist im Keller. Viele befürchten sogar eine Rezession. Ein Ende dieser Talfahrt ist angesichts der aktuellen Preisentwicklung gegenwärtig nicht in Sicht.

Mit unserem Verbraucher-Newsletter bleiben Sie immer auf dem neusten Stand in Sachen Verbraucherinformationen und Produktrückrufe.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/imago

Kommentare