Preiserhöhung trifft Kroatien-Urlauber – spürbare Änderungen ab Juli
VonJulia Hanigk
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Kroatien hebt die Tabaksteuern um circa fünf Prozent an – erstmals werden auch E-Zigaretten besteuert. Was dies für Urlauber und Einheimische bedeutet.
Hamm – Die kroatische Regierung hat eine Erhöhung der Verbrauchsteuern auf Tabakprodukte angekündigt. Ab 1. Juli 2025 werden die Verbrauchsteuern auf sämtliche Tabakwaren um etwa fünf Prozent angehoben – und zum ersten Mal überhaupt müssen auch Nutzer von E-Zigaretten Steuern zahlen.
Kroatien erhöht Steuern auf Tabakprodukte – Auch Touristen müssen tiefer in den Geldbeutel greifen
Das kroatische Finanzministerium hat einen entsprechenden Verordnungsentwurf in die öffentliche Diskussion gebracht, wie die kroatische Nachrichtenagentur HINA berichtet. Der Staatshaushalt soll dadurch bis Ende des Jahres zusätzliche 74,7 Millionen Euro einnehmen. Mit der Steuererhöhung sollen nicht nur finanzielle Ziele, sondern auch gesundheitliche Effekte im Sinne einer Reduzierung des Konsums dieser Produkte erzielt werden, heißt es vonseiten des Finanzministeriums. Die Erhöhung betrifft sowohl einheimische Konsumenten als auch die zahlreichen Touristen, die das Adria-Land jährlich besuchen.
Konkret bedeutet das: Die spezifische Verbrauchsteuer auf Zigaretten steigt von 53,10 Euro auf 56,10 Euro pro 1000 Zigaretten. Die proportionale Steuer bleibt unverändert bei 34 Prozent des Verkaufspreises, aber die Mindeststeuer erhöht sich auf 124,20 Euro pro 1000 Zigaretten. Neu ist laut HINA auch die Einführung einer Steuer auf E-Liquids in Höhe von 0,20 Euro pro Milliliter.
Auch andere Tabakprodukte werden teurer:
Feinschnitttabak und andere Rauchtabake: 120,50 Euro pro Kilogramm (bisher 114,15 Euro)
Zigarren und Zigarillos: 120,50 Euro pro 1.000 Stück (bisher 114,15 Euro)
Erhitzte Tabakprodukte: 198,50 Euro pro Kilogramm (bisher 185,82 Euro)
Neue Tabakprodukte: 120,50 Euro pro Kilogramm (bisher 114,15 Euro)
Quelle: HINA
„Diskriminiert ehemalige Raucher“: Vereinigung für E-Zigaretten auf den Barrikaden
Die kroatische Vereinigung der E-Zigaretten-Nutzer (CROHM) hat diese Maßnahme kritisiert und argumentiert, dass durch diese Änderung die Preise für E-Liquids erheblich steigen werden. Die Nutzervereinigung befürchtet, dass ehemalige Raucher wieder zu herkömmlichen Zigaretten zurückkehren könnten.
„Diese Maßnahme erhöht den Preis von E-Liquids um bis zu 1.600 Prozent, während der Zigarettenpreis nur um fünf Prozent steigt. Dies gefährdet die öffentliche Gesundheit, diskriminiert ehemalige Raucher und drängt sie zurück zu Zigaretten oder dem Schwarzmarkt“, ist die Ansicht von CROHM laut index.hr. Vor Vapes warnen Behörden.
Tabak-Preiserhöhung in Kroatien: Für deutsche Raucher immer noch attraktiv
Für Konsumenten bedeutet die Steuererhöhung von etwa fünf Prozent, dass eine Schachtel Zigaretten in Kroatien voraussichtlich um etwa 25 bis 30 Cent teurer wird. Nach aktuellen Daten von Expatistan kostet eine Packung Marlboro Red 20 Stück in Zagreb derzeit etwa 5,47 Euro, deutlich weniger als in Deutschland, wo der Preis laut Rewe bei rund neun Euro liegt.
Die Preisunterschiede zwischen Kroatien und Deutschland bleiben also auch nach der Steuererhöhung erheblich. In beiden Ländern steigen die Tabaksteuern regelmäßig – in Deutschland etwa trat Anfang 2025 die vorletzte Stufe eines mehrjährigen Erhöhungsplans in Kraft, und weitere Erhöhungen sind bereits beschlossen.
Zehn Krebsarten mit den geringsten Überlebenschancen
Trotz der Steuererhöhung bleibt Kroatien für deutsche und andere westeuropäische Urlauber also ein vergleichsweise günstiges Land für Tabakwaren. Die Preisdifferenz ist für viele Urlauber ein Anreiz, die erlaubten Freimengen auszunutzen. Die EU-Regelungen erlauben die Mitnahme von bis zu 800 Zigaretten (vier Stangen) pro Person für den Eigenbedarf. Für kroatische Staatsbürger hingegen bedeutet die Erhöhung eine weitere Belastung des Haushaltsbudgets.
Für E-Zigaretten-Nutzer ist zudem wichtig zu wissen: In Kroatien ist das Dampfen nur im privaten Rahmen erlaubt. In allen öffentlichen und geschlossenen Räumen gilt ein Verbot, ähnlich wie für herkömmliche Zigaretten. Wer sich nicht daran hält, muss mit Geldstrafen von bis zu 130 Euro rechnen, so glashrvatske.hrt.hr. Auch die EU plant eine übergreifende Regelung. Dabei sollen die Tabakpreise an das jeweilige Land angepasst werden. Urlaubsorte wie Spanien, Portugal, Italien oder Frankreich verschärfen indes die Rauchverbote. (jh)