Viele Urlaubsorte in Italien, Spanien und Frankreich verschärfen ihre Rauchverbote. Mancherorts drohen bei Verstößen hohe Bußgelder.
Mailand – Jeder fünfte Deutsche raucht, wie Daten des Bundesgesundheitsministeriums zeigen. Wer in den Sommerferien verreist, kann allerdings nicht mehr überall unbesorgt zur Zigarette greifen: Zahlreiche europäische Länder verschärfen ihre Vorschriften. Wo es künftig Rauchverbote gibt – und welche Strafen drohen.
Zigarettenpause nur mit Maßband? Mailand setzt neue Standards für Nichtraucherschutz
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Mailand ein nahezu vollständiges Rauchverbot, um die Luftqualität in der Metropole zu verbessern. Rauchen ist nur erlaubt, wenn ein Abstand von zehn Metern zu anderen Personen eingehalten werden kann. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 240 Euro. Diese Regelung betrifft Tabakprodukte, jedoch nicht elektronische Zigaretten. Bereits seit 2021 ist rauchen an bestimmten Orten wie Parks, Sportanlagen, Spielplätzen und Friedhöfen verboten.
Auch an vielen italienischen Stränden ist das Qualmen nicht mehr gestattet. Beliebte Badeorte wie Rimini, Bibione sowie Strände in Venetien, Latium, Sizilien, Sardinien und Apulien sind komplett rauchfrei. Auf Sizilien gibt es wegen des Massentourismus zudem ungewöhnliche Vorschriften: Wer Sand mitnimmt, muss dort mit saftigen Strafen rechnen. Dafür reicht es, sich die Füße beim Verlassen des Strandes nicht zu waschen.
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Rauchfrei unter Palmen: Wo das Rauchen in Spanien nicht mehr erlaubt ist
Spanien ist ein Vorreiter im Kampf gegen den Zigarettenrauch. An der Costa Blanca sind viele Strände längst rauchfrei und in Villajoyosa sowie Barcelona ist das Rauchen am Meer ebenfalls verboten. Auch auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca und in Lloret de Mar sind Zigaretten am Strand untersagt. Die Strafen variieren je nach Gemeinde und können von 30 Euro bis zu vierstelligen Beträgen reichen.
Ein neuer Gesetzesentwurf in Spanien sieht vor, das Rauchen an weiteren Orten wie Sportanlagen, Bushaltestellen, im Außenbereich von Restaurants und Cafés, an Pools, in Bildungseinrichtungen und bei Open-Air-Veranstaltungen zu verbieten. Auch in Dienstfahrzeugen soll das Rauchen bald untersagt sein, wie Gesundheitsministerin Mónica García Cadena SER mitteilte. Der Entwurf sieht demnach zusätzlich zu herkömmlichen Zigaretten auch ein Verbot von E-Zigaretten vor.
Portugals Strände werden rauchfrei – und ruhig
In Portugal ist das Rauchen an Stränden ebenfalls verboten. Die Strafen variieren zwischen 50 und 500 Euro. Hinzu kommen zahlreiche weitere Regeln. So sind am Meer beispielsweise tragbare Lautsprecher untersagt. Das Spielen von lauter Musik kann Einzelpersonen bis zu 4.000 Euro kosten, während Bars oder andere gewerbliche Einrichtungen mit bis zu 36.000 Euro belangt werden können. Selbst Ballspielen in nicht dafür vorgesehenen Bereichen kostet: zwischen 30 und 100 Euro schlagen hierfür zu Buche.
Frankreich: Ab Juli ist das Rauchen zum Schutz von Kindern an diesen Orten verboten
Ab dem 1. Juli 2025 werden die Regeln für Raucher in Frankreich strenger: Dan ist das Qualmen an Stränden und in Parks generell verboten. Ziel ist es der französischen Regierung zufolge, Kinder besser zu schützen. Die Freiheit zu rauchen „endet dort, wo das Recht der Kinder auf saubere Luft beginnt“, erklärte Gesundheitsministerin Catherine Vautrin gegenüber der Zeitung Ouest-France. Verstöße kosten bis zu 135 Euro. Das Rauchverbot gilt demnach künftig auch in der Nähe von Schulen, Bushaltestellen und Sportanlagen. E-Zigaretten sind allerdings von der Regel ausgenommen. In Außenbereichen von Gaststätten ist das Rauchen erlaubt, sofern es vom Betreiber gestattet wird.
EU will rauchfreie Generation bis 2040
In Europa ist ein deutlicher Trend zu mehr Nichtraucherschutz erkennbar. Die EU strebt bis 2040 eine tabakfreie Generation an, in der weniger als fünf Prozent der Bevölkerung rauchen. Entsprechend gab die EU-Kommission im vergangenen Jahr die Empfehlung aus, Rauchverbote an öffentlichen Orten wie Spielplätzen, Schwimmbädern, öffentlichen Gebäuden und Bahnhöfen zu erlassen. Denn jährlich sterben laut Kommission in der EU 700.000 Menschen durch Tabakkonsum, darunter Zehntausende durch Passivrauchen.
Das Parlament in Straßburg lehnte die Empfehlung der Kommission Ende vergangenen Jahres jedoch ab. Praktische Konsequenzen hat das kaum: Die Entscheidung über Rauchverbote liegt ohnehin bei den nationalen Regierungen der EU-Länder, in Deutschland teilweise sogar bei den Bundesländern. Die Unterschiede innerhalb der EU beim Tabakkonsum sind indes groß: Schweden hat das Fünf-Prozent-Ziel fast erreicht, während in Bulgarien etwa jeder Dritte raucht. Wenn Urlauber rauchfreie Zonen möglichst umgehen wollen, empfiehlt sich Griechenland: Die hellenistische Republik gilt als recht raucherfreundliches Urlaubsland.