Verbrauchernzentrale klagt

18.000 Deutsche klagen wegen Prime-Video-Preiserhöhung gegen Amazon - So können Sie sich anschließen

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Die Verbraucherzentrale fechtet Amazons Preiserhöhung mit einer Sammelklage an. Wer sich der Klage anschließt, kann auf eine Rückzahlung hoffen.

Berlin — Fast 20.000 Menschen gehen derzeit mit einer Sammelklage der Verbraucherzentrale gegen den US-Konzern Amazon vor. Grund für die Klage ist die laut der Verbraucherzentrale nicht-genehmigte Abschaffung einiger Funktionen sowie die Erhöhung der Werbequote. In Deutschland sind alle Amazon-Prime Kunden und damit rund 17 Millionen Menschen von den Änderungen betroffen. Derzeit können sich alle Kunden, die vor dem 5. Februar ein laufendes Amazon Prime-Abo besaßen, noch der Klage anschließen. Die Anmeldung erfolgt über das Bundesamt der Justiz.

Sammelklage gegen Amazon: Mehr Werbung bei Prime Video laut Verbraucherzentrale nicht rechtens

Amazon hatte die Änderungen bereits im Februar umgesetzt und seine Kunden lediglich per Email informiert. Kunden hatten weder die Möglichkeit der Änderung zuzustimmen, noch Widerspruch dagegen einzulegen. Um das Abo wie gewohnt zu nutzen, wäre ein Aufpreis von 2,99 Euro monatlich angefallen. Laut einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen sei eine solche Veränderung nur mit der Zustimmung der Kunden zulässig.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) will rechtlich gegen den Streamingdienst Amazone Prime Video vorgehen. (Symbolbild)

„Unternehmen wie Amazon sind nicht unantastbar. Auch wenn der Kampf gegen einen so einflussreichen Anbieter viele Ressourcen schluckt: Wir gehen es an und zeigen klare Kante gegen solch ein Fehlverhalten“, äußerte sich Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen.

Dass Sammelklagen gegen große Unternehmen durchaus Erfolg haben können, bewies kürzlich ein Verfahren gegen die Sparkasse: Das Unternehmen verlor im April vor Gericht und Millionen von Kunden konnten sich auf eine Rückerstattung freuen.

Verbraucherschutz fordert Rückerstattung für Amazon-Prime-Kunden

Der Verbraucherschutz fordert nun für jeden Kläger eine Rückerstattung von 2,99 Euro pro Monat, also 35,88 Euro jährlich. Schon Anfang des Jahres hatte Amazon die Vorwürfe als haltlos zurückgewiesen. Der Konzern behauptet, sich an gesetzliche Verpflichtungen gehalten zu haben.

Angst vor anfallenden Prozesskosten muss man als Verbraucher bei einer Sammelklage nicht haben. Diese werden vom Sammelkläger, in diesem Fall also der Verbraucherzentrale Sachsen, getragen, wie der MDR informiert. So hätten auch Verbraucher eine Chance, die ansonsten nicht klagen würden, erläuterte Ute Bernhardt von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt im Rahmen des MDR-Beitrags.

Erst vor Kurzem haben Vodafone-Kunden eine Sammelklage gegen den Mobilfunkanbieter eingereicht. (jus)

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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