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Ein neuer Test von Öko-Test offenbart Beunruhigendes: In zahlreichen Rosinen-Produkten sind Pestizid-Rückstände nachweisbar.
Kassel – Die Novemberausgabe des Verbrauchermagazins Öko-Test präsentierte die Testergebnisse von 24 Rosinenprodukten. Während einige Artikel überzeugten, schnitten viele andere schlecht ab. Besonders auffällig waren die Mehrfachrückstände von Pestiziden, die für die negativen Bewertungen verantwortlich waren.
Acht Rosinen-Produkte fallen in Test durch – „Problem mit Pestiziden“
Die Untersuchung konzentrierte sich hauptsächlich auf Sultaninen, die normalerweise aus kernlosen Sultana-Trauben hergestellt werden, so eine Mitteilung von Öko-Test. Der Begriff „Rosine“ umfasst alle Sorten getrockneter Weintrauben.
Von den getesteten Artikeln fielen acht durch. Öko-Test stellte fest: „Rosinen haben ein Problem mit Pestiziden“. Ein Produkt enthielt bis zu 26 Pestizidspuren, einschließlich solcher, die in der EU bereits verboten sind.
Die Tester fanden in vielen Rosinen Spuren von mehreren Substanzen, deren kombinierte Wirkung noch wenig erforscht ist, obwohl sie nicht direkt giftig sind. Daher wurden die betroffenen Produkte in ihrer Bewertung herabgestuft. In Sonnencremes fand Öko-Test zuletzt bedenkliche Weichmacher.
Diese Pestizide sind in getesteten Rosinen-Produkte enthalten
Die Experten entdeckten auch Pestizide, die als besonders schädlich für Mensch und Umwelt gelten. Die Mengen waren bei einigen Produkten so hoch, dass davon ausgegangen werden muss, dass sie aktiv auf den Feldern eingesetzt werden. Selbst in einem Bioprodukt wurden neun Pestizide gefunden.
- Acetamiprid: Wird als „vermutlich reproduktionstoxisch“ eingestuft – kann Fortpflanzung und Kind im Mutterleib schädigen
- Glyphosat: Steht im Verdacht, krebserregend zu sein
Zudem zeigte der Test Pestizide, die in der EU verboten sind. Dazu zählen:
- Chlorpyrifos: Steht im Verdacht, das Erbgut und die neurologische Entwicklung zu beeinflussen. Soll bleibende Hirn-Schäden bei Kindern im Mutterleib auslösen
- Dimethomorph: Steht in Verdacht, menschliche Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen
- Fenamiphos: Gilt als hoch bienengiftig.
Erste Hersteller reagieren auf schlechtes Testergebnisse von Rosinen-Produkten
Als Reaktion auf die Testergebnisse haben einige Hersteller ihre Produkte vom Markt genommen und untersuchen nun, wie die Schadstoffspuren entstanden sein könnten. Laut dem Portal chip.de handelt es sich dabei um Dennree und die Rewe Group. Rewe hat sogar vorübergehend den Lieferanten gewechselt.
Die Verbraucherzentrale erklärte in einer Mitteilung über Pestizide in Lebensmitteln: „In der Regel werden die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten“. Tatsächlich sei die Belastung durch Pestizidrückstände in den meisten Lebensmitteln seit Jahren rückläufig: „Das belegen Daten der Lebensmittelüberwachung“.
Schimmelpilzgifte und eine erhöhte Keimzahl waren weitere Gründe für die schlechten Bewertungen. „Die gefundenen Mengen liegen über den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie“, so Öko-Test. Auch in viele Haferflocken sind Spuren von Schimmelpilz und Pestiziden enthalten. Andererseits erhielten acht Rosinenprodukte die Bestnote. (bk)
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