Starke Unterschiede im Preis

Mineralwasser-Test bei Stiftung Warentest: Günstiges Produkt überzeugt – Edeka und dm weit abgeschlagen

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Die Mineralwasser-Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt: Der Preis ist nicht immer ausschlaggebend für die Qualität. Produkte von Edeka und dm schneiden schlecht ab.

München – Viele Menschen trinken gerne Leitungswasser, denn das ist günstiger und auch umweltfreundlicher, als das Wasser aus der Flasche. Doch auch hier könnten die Preise in Zukunft ansteigen. Zudem kann Leitungswasser unter gewissen Umständen ungesund sein. Also doch besser zum Wasser aus dem Supermarkt greifen?

Zahlreiche Marken und Angebote reichen von günstig bis zum oberen Preissegment. Ein Test der Stiftung Warentest von 29 natürlichen Mineralwässern der Sorte Medium zeigt: ungeachtet des Preises, können nicht alle überzeugen.

Mineralwasser-Test bei Stiftung Warentest: Starke Unterschiede im Preis, billiges Produkt überzeugt

Der Test beinhaltet sieben Mineralwässer in der Glasmehrwegflasche, sieben im Plastikmehrwegbehälter und 15 Wässer in der am umweltschädlichsten Plastikeinwegflasche. Auch die Preisklassen unterschieden sich dabei stark. So schlägt das teuerste Wasser „Bio Kristall“ mit 1,45 Euro pro Liter zu Buche, die günstigsten von Lidl und Edeka kosten hingegen nur 18 Cent pro Liter.

Um eines vorwegzunehmen: Die beiden günstigsten Wässer unterschieden sich deutlich. Denn während eines die Bestnote erhielt, schloss das andere den Test als Verlierer ab.

Viel trinken ist gesund. Doch nicht alle Mineralwasser sind gleich. Stiftung Warentest hat einige unter die Lupe genommen. (Symbolfoto)

Während bei einigen Testprodukten ein sehr leichter Fehlgeruch festgestellt wurde, blieb das Gros der Mineralwasser ohne Manko bei Geschmack und Geruch. Lediglich das Wasser „Ivorell“ von dm wies geschmackliche Defizite auf. Der Grund: Substanzen aus dem Flaschenmaterial sind ins Wasser übergegangen.

Stiftung Warentest weist krebserregende Substanzen von Flaschenmaterial nach

So erklärte Ina Bockholt von der Stiftung Warentest in der Sendung mehr/wert im BR: „Zum einen wiesen wir vergleichsweise hohe Gehalte an Acetaldehyd nach, was wir auch noch fanden waren sehr geringe Gehalte an Benzol.“ Benzol ist als krebserregend eingestuft „und hat gerade in einem Wasser, das wie das von dm zur Zubereitung von Säuglingsnahrung eingestuft ist, unserer Meinung nach nichts zu suchen“, so Bockholt.

Bei der Überprüfung von Umweltgiften zeigte sich einzig beim Mineralwasser von Globus Fehler. Sarin waren Spuren eines Pestizid-Abbau-Produkts enthalten. Da die Funde im Nanogramm-Bereich liegen, hat dies gesundheitlich keine Folgen. „Allerdings deutet der Befund darauf hin, dass irgendwas nicht in Ordnung ist, zum Beispiel mit dem Brunnen oder dem Förderungsprozess“, warnte Warentesterin Bockholt.

Mineralwasser-Test von Stiftung Warentest: Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?

  • „Aquintus“ Medium, Preis: 40 ct/l, Note: sehr gut
  • Lidl „Saskia“ Medium, Preis: 18 ct/l, Note: sehr gut
  • „Bio Kristall“ Medium, Preis: 1,45 Euro/l, Note: gut
  • „Thüringer Waldquell“ Medium, Preis: 61 ct/l, Note: gut
  • „Natürliches Mineralwasser“ Medium von Globus, Preis: 31 ct/l, Note: befriedigend
  • Edeka „Gut & Günstig“ Medium, Preis: 18 ct/l, Note: ausreichend
  • dm „Ivorell“ Medium, Preis: 90 ct/l, Note: ausreichend

Im Test überzeugen konnte Lidls „Saskia“-Wasser mit der Note „Sehr gut“. Dahingegen erhält das Wasser von Edeka, wie auch das kontaminierte Wasser „Ivorell“ von dm, die Note „ausreichend“. Damit sind sie die beiden Verlierer des Tests. Grund für die schwache Benotung des Edeka-Wassers: falsche Angaben zu den enthaltenden Mineralstoffen.

Kritik an Lidl-Wasser wegen Umweltschutz: „Das ist ein Märchen“

Dennoch gibt es auch am Lidl-Wasser Kritik zu verzeichnen. Der Grund: Lidl wirbt mit einer Verpackung aus 100 Prozent Recyclingmaterial. Umweltschützer kritisieren das. So erklärt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe gegenüber dem BR: „Bei jedem Recyclingkreislauf gehen bis zu fünf Prozent Material verloren, das muss durch Neumaterial aus anderen Quellen aufgefrischt werden.“ Eine Flasche, die zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik besteht, kann es also nicht geben. „Das ist ein Märchen“, meint Fischer.

Generell wurden Wasser in Mehrwegflaschen im Test besser bewertet, als Wässer aus Einwegflaschen. Sie sind also nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch besser.

Rubriklistenbild: © Tanya Yatsenko/Imago

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