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Ratten in Haus und Garten sind eine Gesundheitsgefahr. Die Bekämpfung der Schädlinge ist nicht einfach und umstritten. Experten klären auf.
Ratten in einem nahen menschlichen Umfeld sind keine Lappalie. Wie die Initiative zur ganzheitlichen Rattenbekämpfung erklärt, kommen nach Schätzungen in deutschen Städten drei bis vier Ratten auf jeden Einwohner. Diese Tierart kann über 100 verschiedene Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Auch wenn es viele chemiefreie Methoden gibt, die Schädlinge zu bekämpfen, greifen viele Verbraucher zu Rattenködern, die in Gartencentern oder Baumärkten erhältlich sind. Diese sollen für Privatpersonen möglicherweise verboten werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begründet gegenüber 24garten.de von IPPEN.MEDIA, was es mit einem Verbot auf sich hat und was die Alternativen sind.
Rattenköder-Verbot könnte hohe Mehrkosten verursachen
Wer tagsüber in seinem Garten Ratten sieht, ist gesetzlich verpflichtet, das Gesundheits- oder Ordnungsamt zu informieren. Und ist daraufhin in der Pflicht, die Schädlinge zu beseitigen, ob selbst oder mit fachmännischer Hilfe.
Die Initiative zur ganzheitlichen Rattenbekämpfung, ein Zusammenschluss führender Industrieverbände, Handel und Unternehmen, warnt vor den möglichen Folgen des Rattenköderverbots: „Bei einem Rattenbefall müssten sich Hausbesitzer also an professionelle Schädlingsbekämpfer wenden, was mit Wartezeiten und erheblichen Kosten von bis zu 400 Euro verbunden wäre“ lautet es in einer Pressemitteilung. Wenn Privatpersonen keine Ratten mehr bekämpfen dürften, könnte dies die Kapazitäten professioneller Schädlingsbekämpfer an ihre Grenzen bringen und würde den Gesundheitsschutz der Bevölkerung deutlich aufs Spiel setzen, heißt es weiter.
Die Initiative empfiehlt stattdessen, über vorbeugende Maßnahmen für die Ratteneindämmung und die sichere Anwendung von Rattenködern aufzuklären. Die professionelle Schädlingsbekämpfung bleibt davon unabhängig immer ein Thema.
Rattenköder sind eine Qual für die Tiere
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erklärt auf Anfrage von 24garten.de, dass ein generelles Verbot von Rattenködern (Rodentiziden) nicht geplant sei. Ob diese Produkte weiterhin genutzt werden dürfen, wird sich nicht vor dem 31. Dezember 2025 entscheiden. Bis dahin wird geprüft, ob diese Art von Nagetierbekämpfungsmittel zu gefährlich für Menschen, Tiere und die Umwelt ist. Untersucht wird auch, ob es neue Regeln für ihre Nutzung geben soll und ob es bessere Alternativen gibt.
Rattenköder sind wirksam, aber eine Qual für die Tiere: Ratten und Mäuse, die die Köder fressen, verbluten nach mehreren Tagen innerlich, was mit Schmerzen verbunden ist. Dies steht beispielsweise grundsätzlich im Widerspruch zu den EU-Zulassungsvoraussetzungen. Daher sollte der Einsatz dieser problematischen Produkte auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt sein.
Wie gefährlich sind Rodentizide oder Rattenköder?
Die meisten Rodentizide (giftige Fraßköder) zur Bekämpfung von Nagetieren, wie Ratten und Hausmäusen, enthalten laut BAuA blutgerinnungshemmende Wirkstoffe. Diese sogenannten Antikoagulanzien sind Gift für das Blut der Ratten und wirken fortpflanzungsschädigend. Außerdem sind sie in der Umwelt nur sehr schlecht abbaubar und reichern sich in Lebewesen an.
Rodentizide wirken nicht nur auf Ratten, sondern auf alle Wirbeltiere, sodass auch für Haus- und Wildtiere hohe Vergiftungsrisiken bestehen – zum Beispiel durch Fressen vergifteter Nagetiere. So sind vor allem Raubvögel, wie Mäusebussarde oder Eulen, aber auch räuberische Säuger, wie Füchse und Wiesel, stark gefährdet.
Rodentizide unterliegen in der EU einer Zulassungspflicht nach Biozid-Verordnung.
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Vorbeugung und Alternative zur Rattenbekämpfung
Wenn innerhalb des Hauses schon ein Rattenbefall vorliegt, rät das BAuA zum Einsatz von Fallen anstelle von Fraßködern. Die Initiative zur ganzheitlichen Rattenbekämpfung betont hingegen, dass sich beispielsweise Schlagfallen als nicht ausreichend wirksam erwiesen haben, um einen Rattenbefall in den Griff zu bekommen. Beide Seiten sind sich einig, dass eine sorgfältige Vorbeugung eine sehr wichtige Maßnahme ist, um ein Rattenproblem zu vermeiden.
Die Nager ernähren sich von Nahrungs- und Futtermitteln, die der Mensch herstellt, lagert und entsorgt. Dazu gehören zum Beispiel Vogelfutter, unsachgemäße Kompostierung, Essensreste in der Toilette oder auf dem Grundstück und unzureichend abgedichtete Abfallbehälter. Finden Ratten zudem Nist- und Versteckmöglichkeiten wie Lüftungsschächte oder Risse im Mauerwerk, können sie sich dauerhaft ansiedeln. Deshalb ist es laut BAuA sehr wirkungsvoll, den Tieren diese Anreize zu nehmen.
