VonVivian Wergschließen
Viele Kunden dürften derzeit vergeblich eine beliebte Schokoladentafel in Rewe-Filialen suchen. Grund dafür ist ein Preisstreit mit einem Hersteller.
Kassel – Nahrungsmittel sind nach den Daten des Statistischen Bundesamtes zwischen Juli 2022 und Juli 2023 um elf Prozent teurer geworden. Gründe für den Preisanstieg sind unter anderem gestiegene Energiekosten, die anhaltende Inflation und die schwierige internationale politische Lage.
Ein deutlicher Preisanstieg der Lebensmittel ist bereits seit dem Sommer 2021 zu spüren gewesen. Besonders drastisch war nach Angaben der Verbraucherzentrale der Anstieg bei Ölen und Fetten wie Butter, Rapsöl, Sonnenblumenöl und Margarine. Ebenso bei Getreideprodukten wie Weizenmehl, Brot und Nudeln oder Milchprodukte sowie Obst und Gemüse. Bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. stiegen die Preise sogar auf einen neuen Höchststand – bei manchen Lebensmitteln stiegen die Preise um bis zu 70 Prozent.
Preisstreitigkeiten zwischen Supermarkt und Hersteller setzt sich fort
In den vergangenen Monaten wurde immer wieder über Unstimmigkeiten bei Preisvorstellungen zwischen Supermärkten oder Discountern und Herstellern berichtet. Streitigkeiten über Rahmenbedingungen und Konditionen standen dabei immer häufiger an der Tagesordnung. Vermehrt nehmen Supermarkt-Ketten und Discounter-Riesen bestimmte Produkte aus ihrem Angebot, weil sie sich mit den Herstellern nicht einigen können. Leere Regale und verärgerte Kunden sind meist die Folge. Edeka lieferte sich bereits einen Preisstreit mit mehreren Markenherstellern und lehnte häufig gemeinsame Geschäfte ab. Der Preiskampf mit Coca-Cola zog sich sogar über mehrere Monate und endete letztendlich vor Gericht. Im Preisstreit mit Haribo wirft Lidl die Süßwarenmarke sogar aus dem Sortiment.
So waren auch zahlreiche Supermärkte von einem Nestlé-Lieferstopp betroffen. Aber auch viele Einzelhandelsketten und Discounter lieferten sich in der Vergangenheit Preiskämpfe. Jetzt sorgt ein Preisstreit zwischen Rewe und dem Schokoladen-Hersteller Ritter für Lücken im Sortiment.
Rewe im Preisstreit mit Ritter – beliebte Schokoladen-Marke wird aussortiert
Schoko-Fans aufgepasst: Die Schokoladenregale in Rewe-Filialen sind leerer geworden. Rewe-Kunden müssen laut der Lebensmittel Zeitung (LZ) vielerorts auf die beliebte Ritters-Sport-Tafel verzichten. Nach LZ-Informationen besteht ein Preisstreit zwischen der Supermarktkette und dem Hersteller Ritter bereits seit Wochen. Zwar bekräftigte die Rewe Group nach Angaben der Wochenzeitung gegenüber der Industrie ihren Willen zu einem „partnerschaftlichen Miteinander“, allerdings nahm er die Hersteller gleichzeitig in die Pflicht, „die allgemeine Kostenentspannung bei Rohstoffen und Energie in ihren Forderungen zu berücksichtigen“.
Bei der Lieferantentagung in Köln am vergangenen Mittwoch (6. September) habe Rewe dem Bericht zufolge betont, dass man den Herstellern im vergangenen Jahr entgegengekommen sei. Nun sei die Gegenseite an der Reihe. Bei Problemen sei man zwar gesprächsbereit, bei zu hohen Preisforderungen der Industrie, ziehe man aber mögliche Lieferstopps in Erwägung.
Immer wieder kommt es zum Streit mit Schokoladen-Herstellern
Wie ernst es dem Lebensmitteleinzelhändler damit ist und wie konsequent er die Linie fährt, zeigt sich bereits in den Süßwarenregalen der Rewe-Märkte. Dort werden die Lücken laut Lebensmittel Zeitung derzeit mit Milka und Schogetten kaschiert.
Wie lange der Preisstreit noch andauern wird und Schoko-Fans auf die beliebte Schokoladen-Marke verzichten müssen, ist noch unklar. Ein Ende soll nach LZ-Angaben allerdings noch nicht in Sicht sein. Bereits im vergangenen Jahr eskalierte ein Preisstreit mit Ritter und der schwäbischen Hersteller belieferte weder Lidl noch seine Schwester Kaufland. Auch bei Edeka und Netto kam es zu Streitigkeiten mit dem Schokoladen-Hersteller Milka. (Vivian Werg)
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