VonRichard Stroblschließen
Temperaturen schwanken, der Reifenwechsel steht an. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Ein Blick auf die Wetterlage gibt Aufschluss.
Köln – In Deutschland gibt es keinen festgelegten Zeitpunkt für den Reifenwechsel. Der Gesetzgeber verlangt lediglich, dass die Ausrüstung „an die Wetterverhältnisse anzupassen“ ist. Die weit verbreitete Faustregel, dass Sommerreifen „von Ostern bis Oktober“ genutzt werden sollten, ist daher mit Vorsicht zu betrachten.
Reifenwechsel im Frühjahr: TÜV nennt Temperatur-Faustregel
In den letzten Wochen hat der Frühling bereits einen kleinen Vorgeschmack auf wärmere Tage gegeben. Doch nun kehrt der Winter zurück. Viele Autofahrer fragen sich in dieser Übergangszeit: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?
Laut dem TÜV-Verband können Sommerreifen aufgezogen werden, wenn die morgendlichen Temperaturen stabil über sieben Grad Celsius liegen. Bei kühleren Temperaturen verhärtet die Gummimischung der Sommerreifen schneller, was die Haftung auf der Straße beeinträchtigen kann. Dennoch gibt es Sommerreifen, die auch bei Temperaturen unter sieben Grad auf trockener Fahrbahn ausreichend Grip bieten.
Winter- und Sommerreifen sind auf unterschiedliche Jahreszeiten und Wetterbedingungen abgestimmt. Winterreifen bieten beispielsweise bei Schnee besseren Halt. Sommerreifen hingegen überzeugen mit Vorteilen wie geringerem Spritverbrauch, kürzeren Bremswegen und höherer Fahrstabilität. Ganzjahresreifen ähneln in ihren Eigenschaften eher Winterreifen, was im Sommer zu einem höheren Spritverbrauch führt. Sie sind mit dem Matsch- und Schneesymbol (M+S) gekennzeichnet.
Auto-Reifenwechsel: Profiltiefe, Lagerung, Montage – das gilt es zu beachten
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Reifen beträgt 1,6 Millimeter. Der ADAC weist jedoch darauf hin, dass die Haftung, insbesondere bei Nässe, bereits bei vier Millimetern deutlich nachlassen kann. Daher empfehlen der Automobilclub und die Deutsche Verkehrswacht, Sommerreifen spätestens ab drei Millimetern und Winterreifen bei vier Millimetern Restprofiltiefe zu erneuern.
Ein Reifen sollte spätestens nach zehn Jahren ersetzt werden. Auch sechs Jahre alte Reifen können bei unsachgemäßer Behandlung bereits ein Risiko darstellen. Das Herstellungsdatum ist in einem Oval an der Reifenseitenwand mit Monat und Jahr angegeben.
Beim Reifenwechsel ist es wichtig, die Lagerung und Montage zu beachten. Vor der Lagerung sollten die Reifen mit Kreide markiert werden, um die Position am Fahrzeug zu kennzeichnen. Dies erleichtert den späteren Wechsel. Bei der Lagerung von Reifen auf Felgen ist es egal, ob sie liegend oder hängend aufbewahrt werden. Wichtig ist, dass sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort gelagert werden.
Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

