VonVivian Wergschließen
Die Entscheidung, wann Winterreifen montiert werden sollten, ist nicht immer einfach. Wann das Fahren mit Sommerreifen im Winter nicht mehr zulässig ist.
Kassel – Der Winter hat oft zwei Wetter-Gesichter. Er kann viel Schnee, Sturm und Minusgrade, aber auch verhältnismäßig milde Temperaturen bereithalten. Einige Autobesitzer dürften sich daher die Frage stellen, ob das Aufziehen von Winterreifen denn überhaupt zwingend notwendig ist. Dann sollten sie aber auch wissen, wann Bußgelder für eine falsche Bereifung drohen.
Wann Sommerreifen im Winter erlaubt sind
Im Winter bieten Sommerreifen eine schlechtere Haftung und längere Bremswege, was das Unfallrisiko erhöhen kann. Eine gesetzlich verankerte Reifenwechsel-Regel gibt es allerdings nicht. Viele Autofahrer orientieren sich daher oftmals an der „O-bis-O-Regel“, fahren also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen. Die Straßenverkehrsordnung(§ 2 Abs. 3 StVO) gibt lediglich vor, dass Winterreifen bei winterlichen Wetterverhältnissen wie etwa Schnee, Glatteis, Frost oder Eis Pflicht sind.
Es gibt aber Ausnahmen: Wer sein Fahrzeug im Winter sowieso beabsichtigt stehen zu lassen, kann auf die gesonderte Bereifung verzichten und muss keine Strafe für Sommerreifen im Winter erwarten, erklärt das Ratgeber-Portal bussgeldkatalog.org. Selbst im tiefsten Schneesturm sei es demnach erlaubt, mit Sommerreifen zu parken. Ein Satz guter Reifen ist nicht billig, daher sollten bei der Einlagerung einige Dinge beachtet werden. Auch beim Transport ist Vorsicht geboten.
Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen




Für nachfolgende Fahrzeuge gilt laut dem Automobil-Club ADAC keine Winterreifenpflicht:
- Einspurige Kraftfahrzeuge (Motorräder)
- Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft
- Motorisierte Krankenfahrstühle im Sinne des § 2 Nummer 13 FZV
Diese müssen aber „über alle allgemein gültigen Verpflichtungen hinaus eine Reihe von Regeln einhalten“, so der Automobil-Club. Dazu gehöre es, vor der Abfahrt zu prüfen, ob es erforderlich sei, die geplante Fahrt durchzuführen, da das Ziel mit alternativen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist. Außerdem dürfe nicht schneller als 50 km/h gefahren werden.
Sommerreifen im Winter: Wann Autofahrer mit Sanktionen rechnen müssen
Verkehrsteilnehmer, die trotz winterlichen Straßenverhältnissen dennoch mit Sommerreifen unterwegs sind, müssen mit hohen Bußgeldern rechnen.
Mit diesen Strafen sind laut der Straßenverkehrsordnung zu rechnen:
| Tatbestand | Bußgeld | Punkte |
| nicht an Wetterverhältnisse angepasst | 60 Euro | 1 |
| ...mit Behinderung | 80 Euro | 1 |
| ...mit Gefährdung | 100 Euro | 1 |
| ...bei Unfallfolge | 120 Euro | 1 |
Zudem kann es Schwierigkeiten beim Versicherungsschutz geben. Denn „wer bei winterlichen Straßenverhältnissen einen Unfall mit Sommerreifen verursacht, dem können wegen grober Fahrlässigkeit Leistungen in der Kaskoversicherung gekürzt werden“ erklärt der ADAC. So könne es auch bei einem unverschuldeten Unfall Probleme mit der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung geben. Demnach müssen sich Autofahrer, je nach Einzelfall, „ein Mitverschulden anrechnen lassen“, heißt es weiter. Spezielle Nummern-Codes auf dem Führerschein sollten Autofahrer ebenfalls beherzigen – denn eine Missachtung kann schlimmstenfalls die Fahrerlaubnis kosten.
Was Autofahrer im letzten Quartal des Jahres beachten sollten
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ereignen sich schwere Straßenverkehrsunfälle am häufigsten im letzten Quartal des Jahres. Im Herbst und Winter gelten für Autofahrer daher besondere Regeln – bei Missachtung können ebenfalls Bußgelder drohen.
Nebelschwaden können häufig die Sicht beim Autofahren einschränken – wie sich Autofahrer richtig verhalten. Bei verschmierten Auto-Spiegeln hilft indes ein einfacher Trick. (vw)
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