VonJulia Cuprakowaschließen
Das neue Rentenpaket bringt Änderungen bei der Mütterrente. Millennials profitieren indirekt durch Entlastung der Boomer-Eltern. Doch es gibt auch Nachteile.
Das Bundeskabinett hat das Rentenpaket auf den Weg gebracht – und mit ihm auch eine weitere Anpassung bei der sogenannten Mütterrente. Diese soll vor allem die Rentenansprüche von Eltern stärken, deren Kinder vor 1992 geboren wurden. Doch was bedeutet das für die Generation der Millennials? Zwar profitieren viele auf den ersten Blick nicht direkt – langfristig könnten die Änderungen aber dennoch Auswirkungen haben, etwa auf die Rente insgesamt oder die finanzielle Planung im familiären Umfeld.
Mit dem Beschluss des Rentenpakets am 6. August 2025 hat das Bundeskabinett zwei zentrale Weichen gestellt: Zum einen wird das Rentenniveau bis 2031 stabilisiert, zum anderen die Mütterrente erweitert. Beides hat Auswirkungen auf unterschiedliche Generationen – auch auf die Millennials. Doch was genau ändert sich bei der Mütterrente?
Was die neue Mütterrente für Millennials wirklich bedeutet
- Gleichstellung der Erziehungszeiten: Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, bekommen künftig drei Jahre Kindererziehungszeit auf die Rente angerechnet – statt bisher zweieinhalb Jahre. Das entspricht pro Kind einen halben Rentenpunkt mehr.
- Monatlicher Zuschlag: Das bedeutet etwa 20 Euro mehr Rente pro Monat für vor 1992 geborenem Kind. Die Zahlungen sollen ab 2027 rückwirkend einsetzen. Diese Regelung betrifft rund zehn Millionen Eltern, überwiegend Frauen.
- Gültigkeit für alle Erziehenden: Auch Väter, Pflege- oder Adoptiveltern können profitieren – wenn sie nachweisen können, dass sie das Kind maßgeblich betreut haben.
(Quellen: Antenne NRW, Beatvest, Zeit)
Ausweitung der Mütterrente: Direkte Auswirkungen nur für einen Teil der Millennials
So weit, so gut – doch welche Folgen hat die Reform konkret für die Generation der Millennials? Direkt profitieren sie nur, wenn sie selbst vor 1992 geboren wurden und ihre Eltern – in der Regel die Mutter – noch leben und Rente beziehen. In solchen Fällen kann die erhöhte Mütterrente zu einer finanziellen Entlastung innerhalb der Familie führen, schreibt Antenne NRW.
Für Millennials mit eigenen Kindern ändert sich hingegen nichts: Für ab 1992 geborene Kinder galt die Mütterrente bereits vor der Reform. Zusätzliche Verbesserungen sieht das neue Rentenpaket in diesem Punkt nicht vor.
Mütterrente: Indirekter Gewinn, aber langfristige Kosten
Laut Antenne NRW hat die Ausweitung der Mütterrente auch indirekt positive Auswirkungen auf die Generation der Millennials. Denn sie stärkt vor allem die Altersversorgung der Boomer-Generation – also jener Eltern, die viele Millennials finanziell mittragen. Als sogenannte Sandwich-Generation stehen sie häufig zwischen der Verantwortung für eigene Kinder und der Unterstützung ihrer Eltern. Eine höhere Rente für die ältere Generation kann somit die finanzielle Belastung der Millennials spürbar reduzieren.
Allerdings sind auch mögliche Nachteile nicht auszuschließen. Wie ZDFheute berichtet, wird das Rentenpaket durch Steuermittel finanziert. Fachleute rechnen damit, dass die Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung langfristig dennoch steigen könnten – bis zum Jahr 2040 womöglich auf 22,6 Prozent. Für Millennials als Beitragszahler bedeutet das: höhere Abgaben und damit weniger Netto vom Brutto. Umso wichtiger ist es für diese Generation, frühzeitig auf private Altersvorsorge zu setzen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Bihlmayer

