VonJulia Cuprakowaschließen
Die durchschnittliche Rente beträgt in Deutschland etwa 1348 Euro bei Männern und 908 Euro bei Frauen. Im internationalen Vergleich sind die Unterschiede in der Höhe sogar noch gravierender.
Die Höhe der gesetzlichen Rente sorgt in Deutschland immer wieder für Diskussionen – besonders im internationalen Vergleich. Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie stark die Durchschnittsrenten in Europas Nachbarländern voneinander abweichen.
Während einige Staaten auf ein gut ausgebautes Rentensystem mit hohen Auszahlungen setzen, liegen die monatlichen Renten in anderen Ländern deutlich unter dem deutschen Niveau. Ein Überblick zeigt, wo Rentner besonders gut abgesichert sind – und wo sie mit deutlich weniger auskommen müssen.
Rentenvergleich in Europa: So hoch ist die Durchschnittsrente in Nachbarländern
Wer 45 Jahre lang gearbeitet hat, möchte im Ruhestand finanziell gut abgesichert sein. Eine Auswertung auf echo24.de zeigt, wie hoch die sogenannte Standardrente in Deutschland im Jahr 2025 ausfällt: Sie beträgt brutto 1835,55 Euro. Nach Abzug von rund 215 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung bleiben Rentnern etwa 1621 Euro netto im Monat – vor Steuern.
Die Realität sieht für viele jedoch anders aus. Die Durchschnittsrente liegt deutlich darunter. Laut der Deutschen Rentenversicherung (DRV) lag die durchschnittliche Altersrente 2023 bei Männern bei 1348 Euro, bei Frauen sogar nur bei 908 Euro monatlich. Damit befindet sich Deutschland im internationalen Vergleich eher im unteren Mittelfeld. Eine aktuelle Tabelle zeigt, wie die Durchschnittsrenten in den Nachbarländern im Vergleich abschneiden.
| Land | Höhe der Durchschnittsrente |
|---|---|
| Luxemburg | 3200 Euro im Monat |
| Schweiz | Etwa 2560 Euro |
| Österreich | 1645 Euro im Monat (im Jahr 2022) |
| Dänemark | 1530 Euro |
| Frankreich | Etwa 1500 Euro |
| Niederlande | Etwa 1400 bis 1600 Euro |
| Belgien | Etwas 1250–1350 Euro |
| Tschechien | Etwa 833 Euro |
| Polen | Etwa 580 Euro |
(Quellen: Deutsche Rentenversicherung, Finanzküche, Growney, Rentenupdate, bdeex, Bürger-Geld)
Standardrentenniveau im Vergleich: So unterschiedlich hoch sind die gesetzlichen Renten in Europa
In einigen europäischen Ländern fällt die gesetzliche Rente deutlich höher aus als in Deutschland, in anderen dagegen niedriger. Entscheidend ist dabei vor allem das sogenannte Rentenniveau. Es zeigt in Prozent an, wie viel von dem durchschnittlichen Einkommen im Alter als Rente gezahlt wird.
Länder wie Österreich, die Niederlande, Luxemburg und Dänemark weisen ein vergleichsweise hohes Rentenniveau auf – und ermöglichen ihren Senioren damit eine spürbar höhere Kaufkraft im Ruhestand. Hier ein Überblick über das Durchschnittseinkommen in Deutschlands Nachbarländern 2025:
| Land | Durchschnittseinkommen |
|---|---|
| Schweiz | Etwa 83.000 Euro |
| Dänemark | Etwa 53.000 Euro |
| Deutschland | Rund 50.000 Euro |
| Belgien | Etwa 46.000 bis 48.000 Euro |
| Frankreich | Circa 45.000 Euro |
| Österreich | Circa 44.000 bis 48.000 Euro |
| Tschechien | Etwa 17.000 bis 21.000 Euro |
| Polen | Etwa 15.000 bis 18.000 Euro |
(Quellen: Statistisches Bundesamt, Bürger-Geld, Radio Prague International, Bundeszentrale für politische Bildung, bdeex)
Laut dem Online-Portal Growney liegt das Rentenniveau in Luxemburg bei beeindruckenden 90,4 Prozent, während Deutschland aktuell bei 48 Prozent verharrt. Und daran will die Bundesregierung unter Merz auch künftig festhalten. Doch: Auch in Ländern mit höherer Rente ist nicht alles perfekt.
Breitere Einzahlerbasis und höhere Beiträge: Warum Österreichs Renten deutlich höher ausfallen
So liegt die durchschnittliche gesetzliche Rente in Österreich laut Deutscher Rentenversicherung bei 1645 Euro pro Monat – rund 500 Euro mehr als in Deutschland. Möglich wird das durch höhere Beitragssätze von 22,8 Prozent.
Doch nicht nur der Beitragssatz macht den Unterschied: In Österreich zahlen nahezu alle Berufsgruppen – inklusive Selbstständiger – verpflichtend in die Rentenkasse ein. Zudem gibt es weniger Verbeamtung. Diese breitere Einzahlerbasis erklärt laut DRV rund 30 Prozent des Rentenunterschieds.
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