Renteneintrittsjahr entscheidend

Wenig Rente im Alter – diese Jahrgänge sind besonders benachteiligt

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Das Rentenniveau gibt an, wie hoch die gesetzliche Rente im Vergleich zum Durchschnittslohn ausfällt. Für bestimmte Jahrgänge bedeutet das: weniger Geld im Alter.

Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis des Durchschnittseinkommens eines Arbeitnehmers in Deutschland zur sogenannten Standardrente. Diese geht von einer Person aus, die 45 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und in jedem Jahr genau den Durchschnittslohn verdient hat. Zur Berechnung werden von Standardrente und Bruttoverdienst Kranken-, Pflegeversicherung als Sozialabgaben abgezogen, vom Bruttolohn zusätzlich Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Je nachdem, wie hoch der Prozentwert des Rentenniveaus ausfällt, lassen sich daraus Rückschlüsse ziehen, wie gut die gesetzliche Rente den Lebensstandard im Alter absichert. Hier zeigen sich enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Jahrgängen.

Manche Jahrgänge haben ein besonders niedriges Rentenniveau.

Wenig Geld im Alter – diese Jahrgänge trifft der Rentenschock besonders

Seit dem Jahr 2012 hält die Bundesregierung das Rentenniveau bei rund 48 Prozent. In der Zeit lag es teilweise deutlich darüber. Eine Liste zeigt an, in welchen Jahren es am niedrigsten war:

  • 2014: 48,1 Prozent
  • 2015: 47,7 Prozent
  • 2016: 48,1 Prozent
  • 2018: 48,1 Prozent

Quelle: Deutsche Rentenversicherung (DRV).

Bei einem Rentenniveau von 48 erhält ein Durchschnittsverdiener mit 45 Beitragsjahren als gesetzliche Rente zirka 48 Prozent des durchschnittlichen Nettoerwerbseinkommens. Wenn Erwerbstätige in einem Jahr mit niedrigem Niveau in Rente gehen, sind sie im Vergleich zu anderen Geburtsjahrgängen benachteiligt. Nimmt man die Regelaltersgrenze für den Renteneintritt zugrunde, wird erkennbar, welche Jahrgänge das Nachsehen haben:

  • Geburtsjahrgang 1948
  • Geburtsjahrgang 1949
  • Geburtsjahrgang 1950
  • Geburtsjahrgang 1952

Quelle: Stern

Wenig Geld: Diesen Jahrgängen verbleibt oftmals nur eine niedrige Rente

Unabhängig vom Rentenniveau sind bestimmte Jahrgänge anderweitig benachteiligt. So haben es nach 1964 Geborenen oftmals schwerer, ein hohes Einkommen im Ruhestand zu erzielen, weil sie aufgrund von Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit oder langen Ausbildungszeiten weniger in die Rentenkasse einzahlen konnten. In vielen Fällen bleibt diesen Jahrgängen ebenfalls nur eine niedrige Rente in Deutschland.

Aber auch unter den Menschen, die im gleichen Jahr geboren wurden, variiert die individuelle Rentenhöhe stark. Diese wird von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) anhand einer Vielzahl an Faktoren berechnet. Maßgeblich sind in erster Linie die Höhe und Jahre der eingezahlten Rentenbeiträge während des Erwerbslebens. Abhängig davon, wie viele Entgeltpunkte gesammelt wurden, gibt es dann im Alter mehr oder weniger Geld. Auch für Kinder können Rentenpunkte erzielt werden.

Rentenniveau in Deutschland soll bei 48 Prozent bleiben – Beiträge für Arbeitnehmer steigen

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will das Rentenniveau bis zum Jahr 2031 nicht unter 48 Prozent sinken lassen und hat hierfür ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Die Stabilisierung des Rentenniveaus soll verhindern, dass die Renten von der Lohnentwicklung abgekoppelt werden. Dafür hagelt es auch Kritik: Das Rentenniveau ist in bestimmten Ländern deutlich höher als in Deutschland.

Die Sicherung mutiert allerdings zur Mammutaufgabe, weil in den kommenden Jahren die Anzahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu den Erwerbstätigen weiter steigt. Hunderttausende der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge gehen vorzeitig in Rente und belasten die Rentenkasse stark.  

Ab dem Jahr 2029 werden laut dem Gesetzentwurf zusätzliche Ausgaben von zunächst 4,1 Milliarden Euro veranschlagt. Diese steigen im Jahr 2030 auf 9,4 Milliarden Euro und im Jahr 2031 auf 11,2 Milliarden Euro. Zahlen soll dafür der Steuerzahler – dafür sollen auch die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer ab 2027 steigen. echo24.de berichtet, was das große Versprechen der stabilen Rente bis 2031 wirklich bedeutet.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Christian Ohde

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