Tradition in Schottland

Hunde-Treffen in den Highlands: Hunderte Golden Retriever kehren an ihren Ursprung zurück

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Alle fünf Jahre sind die schottischen Highlands Treffpunkt für hunderte Golden Retriever. Dort feiern ihre Besitzer den Ursprung der Hunderasse.

Es ist ein imposantes Bild: Hunderte Golden Retriever tummeln sich auf dem „Guisachan“-Anwesen in Glen Affric in den schottischen Highlands. Vor 155 Jahren erblickten dort die ersten Welpen der Hunderasse das Licht der Welt. Seit einiger Zeit kehren sie alle fünf Jahre an den Ort zurück, wo alles begann. Um den Ursprung der Golden Retriever zu feiern, war den Besitzern kein Weg zu weit. Sie kamen aus ganz Großbritannien, Europa, Australien, Nordamerika und Japan angereist.

Veranstaltung hat großen Stellenwert – gemeinsamer Nachtspaziergang um die Ruine

Alle fünf Jahre versammeln sich hunderte Golden Retriever auf dem „Guisachan“-Anwesen in den schottischen Highlands.

Für die Besitzer und ihre Hunde ist das traditionelle Treffen in den Highlands ein ganz besonderes Event. Welchen Stellenwert die Veranstaltung hat, zeigt ein Rückblick ins Jahr 2018: Zum 150-jährigen Jubiläum kamen stolze 361 Golden Retriever mit ihren Besitzern auf dem schottischen Anwesen zusammen.

In diesem Jahr sorgten Vorträge, Workshops und ein schickes Dinner für gute Unterhaltung der Zwei- und Vierbeiner. In einer Nacht brach die große Hundefamilie zu einem gemeinsamen Spaziergang um die Ruine des schottischen Anwesens auf. Am Ende wurden sie von den Klängen eines Dudelsacks empfangen, wie die BBC News berichten.

Britischer Aristokrat züchtet erstmals Golden Retriever – Rasse 1913 offiziell anerkannt

Züchter der ersten Golden Retriever war Sir Dudley Marjoribanks, der auch als Lord Tweedmouth bekannt ist. Der britische Aristokrat wollte einen Jagdhund für die schottischen Highlands. Die Mutter der ersten Golden Retriever hieß Belle, ein Tweed Water Spaniel – eine Hunderasse, die heute ausgestorben ist. Der Vater war ein gelber Retriever mit welligem Fell.

Später folgte die Einkreuzung von weiteren Rassen. Offiziell als Rasse anerkannt wurden Golden Retriever 1913 vom britischen „Kennel Club“. Heutzutage zählen sie zu den bekanntesten Hunderassen auf der ganzen Welt.

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XXL-Wuff: die 17 größten Hunderassen der Welt

Ein Irischer Wolfshund, in einer Wiese sitzend.
Der Irische Wolfshund gehört zu den größten Hunderassen der Welt und wurde – wie sein Name bereits verrät – für die Wolfs- und Bärenjagd eingesetzt. Nicht zuletzt seine stattliche Größe hat ihm dabei einen deutlichen Vorteil verschafft: Bei einer Widerristhöhe von bis zu 86 Zentimetern (in Ausnahmefällen bis zu einem Meter) kann selbst einem ausgewachsenen Bären schon mal angst und bange werden. Heute gelten die Riesen als Familienhunde und bewähren sich mit ihrer verschmusten und sanftmütigen Art. Eine solche Portion pure Hundeliebe hat ihren Preis: Bei seriösen Züchtern zahlen Sie zwischen 1.500 bis 2.000 Euro für einen Welpen. © blickwinkel/Imago
Zwei Akita Inus spielen auf einer Wiese miteinander.
Der Akita Inu kommt aus Japan und gehört zur Gruppe der Spitze. Seine Widerristhöhe von bis zu 70 Zentimetern macht ihn zu einem der größten Rassehunde. Die fest eingerollte Rute zeichnet den Akita Inu aus. Doch seine Eigenwilligkeit erfordert einen erfahrenen und geduldigen Hundehalter. Dem treuen Vierbeiner wurde 2009 sogar ein eigener Film gewidmet: „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ mit Richard Gere erzählt die Geschichte des japanischen Akita Inu Hachikō, der in den 1920ern seinen Besitzer täglich zum Bahnhof Shibuya in Tokio begleitete und ihn abends stets zur selben Uhrzeit wieder abholte. Nach dem Tod seines Herrchens wartete Hachikō – bis zu seinem eigenen Tod – fast zehn Jahre lang täglich am Bahnhof auf dessen Heimkehr. Eine Bronzestatue und die Bezeichnung „Hachikō Exit“ für den West-Ausgang des Bahnhofs erinnern heute an den berühmten Akita. © imagebroker/Imago
Ein großer schottischer Deerhound steht auf einem Stein in einem frühlingsgrünen Buchenwald.
Deerhounds (oder Schottische Hirschhunde) erreichen eine Widerristhöhe von bis zu 76 Zentimetern und größer (der Rassestandard setzt nach oben keine Grenze) und wurden schon im Mittelalter zur Hirschjagd eingesetzt. Ihren Mut und ihre Geschwindigkeit haben die Windhunde zwar beibehalten, mit ihrem sanftmütigen Wesen werden sie jedoch heute großteils als Familienhunde gehalten. © Pond5/Imago
Ein ausgewachsener Komondor steht auf einer Wiese.
Der Komondor hat seinen Ursprung in Ungarn und zählt mit einer Widerristhöhe von bis zu 80 Zentimetern zu den größten Hunderassen der Welt. Er gilt als gelassener und gehorsamer, jedoch sehr wachsamer Begleithund. Seine ausgeprägten Zotteln lassen sein Gesicht meist verschwinden und erschweren die Interaktion, da sein Gemütszustand oftmals nur schwer zu erkennen ist. Die besondere Struktur seines Fells ist vermutlich auf einen Gendefekt zurückzuführen. © agefotostock/Imago
Ein Kaukasischer Owtscharka sitzt vor blauem Himmel in einer Blumenwiese.
Der Kaukasische Owtscharka wurde einst gezüchtet, um im Gebirge des Kaukasus Bären zu jagen. Mit einer Größe von bis zu 75 Zentimetern und einem Gewicht bis zu 100 Kilogramm konnten sie den Wildtieren das Leben durchaus schwer machen. Weil der Schutz- und Wachinstinkt auch heute noch im Wesen dieser kraftvollen Hunderasse schlummert, sollten sich ausschließlich sehr erfahrene Hundehalter einen Kaukasischen Owtscharka zulegen. © imagebroker/Imago
Erwachsener aktiver Bernhardinerhund, der im tiefen Schnee spielt.
Auch als St. Bernhardshund bekannt, ist der Bernhardiner einer der größten Hunde der Welt. Seine Wurzeln hat der Vierbeiner mit dem großen Herzen in der Schweiz, wo er früher als Lawinenhund eingesetzt wurde. Heute sind Bernhardiner meist zu massig, um diese Funktion noch zu erfüllen. Mit ihrer imposanten Größe beeindrucken sie dennoch: Bis zu 90 Zentimeter Widerristhöhe erreichen die entspannten Riesen. Von seiner Hilfsbereitschaft und der berühmten Kinderliebe hat der Bernhardiner nichts eingebüßt und eignet sich damit heute bestens als gutmütiger, aber wachsamer Familienhund. © Pond5/Imago
Ein schwarz-weißer Neufundländer rennt über Rasen.
Er sieht aus wie ein Riesenteddy, liebt das Wasser und ist ein echter Kraftprotz: In seiner Vergangenheit als Arbeitshund ging der Neufundländer den Fischern auf seiner Herkunftsinsel Neufundland zur Hand und hat sich seine Leidenschaft fürs Schwimmen bis heute bewahrt. Ihre Größe von bis zu 71 Zentimetern macht die Neufundländer zu einer der größten Hunderassen überhaupt. © blickwinkel/Imago
Pyrenäenberghund steht auf Heu.
Der Pyrenäenberghund (auch als Chien de Montagne des Pyrénées bekannt) ähnelt Landseer und Neufundländer sehr, weshalb angenommen wird, dass alle drei Rassen die gleichen Vorfahren haben. Ähnlich sind sie sich daher auch in der Größe: Bis zu 80 Zentimeter Widerristhöhe weisen die stattlichen Herdenschutzhunde auf. Sein dickes Fell lässt den Pyrenäenberghund noch imposanter als ohnehin erscheinen. © Westend61/Imago
Eine schwarz-weiße Landseer Hündin mit Welpen.
Diese Rasse findet aufgrund ihrer Schönheit und Eleganz überall Bewunderung. Der Landseer stammt zwar vom Neufundländer ab, ist jedoch seit 1960 eine offiziell anerkannte Rasse. Auch seine Widerristhöhe unterscheidet ihn vom Ahnenvater: Mit bis zu 85 Zentimetern ist der Landseer der deutlich größere Rassehund. Seinen Namen verdankt die sanftmütige Hunderasse übrigens dem englischen Maler Edwin Landseer. Er war einer der bekanntesten Tiermaler des 19. Jahrhunderts und widmete sich den schönen Vierbeiner mit Vorliebe. © Anka Agency International/Imago
Eine junge Frau und ihr reinrassiger Leonberger sitzen auf der Wiese.
Bereits Kaiserin Sissi soll einen besessen haben: den Leonberger. Die Kreuzung aus Neufundländer, Pyrenäenberghund und Bernhardiner, die zum ersten Mal in der Stadt Leonberg durchgeführt wurde, gehört ebenfalls zu den größten Hunderassen. Ganze 80 Zentimeter Widerristhöhe erreichen die stattlichen Vierbeiner mit der majestätischen Löwenmähne. © YAY Images/Imago
Ein Mastiff läuft ohne Leine an einem Strand entlang.
Zugegeben: Die Optik eines Mastiffs ist durchaus respekteinflößend. Er zählt mit einer Widerristhöhe von bis zu 90 Zentimetern nicht nur zu den weltweit größten Hunden – auch sein Gewicht mit bis zu 100 Kilogramm macht ihn zu einem der schwersten Vierbeiner. Ein rekordbrechender Riese war „Aicama Zorba La-Susa“, ein Mastiff-Rüde. Er eroberte 1989 mit einer beeindruckenden Schulterhöhe von 95 Zentimetern und einem Kampfgewicht von 155,58 Kilogramm den Titel des schwersten Hundes der Welt und wurde ins „Guinness-Buch der Rekorde“ aufgenommen. © alimdi/Imago
Deutsche Dogge im Herbst.
Ein sanfter Riese: Eine der größten Hunderassen mit einer Größe von bis zu 90 Zentimetern ist die Deutsche Dogge. Auch der aktuell größte Hund der Welt ist eine Deutsche Dogge: Zeus misst 104,6 Zentimeter und wohnt in den USA. Trotz ihrer ungeheuren Größe sind die Tiere ruhig, liebevoll und verschmust. Beim Kuscheln mit ihren Menschen unterschätzen sie oftmals ihr eigenes Gewicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Dogge beträgt nur 6 bis 7 Jahre. Übrigens: Wussten Sie, dass die einheitliche Bezeichnung als Deutsche Dogge bis heute umstritten ist? Deshalb wird die Hunderasse im englischen Sprachgebrauch als „Great Dane“ bezeichnet. © imagebroker/Imago
Ein Cane Corso, eine Hunderasse aus Italien, und dessen Welpen sitzen auf dem Gras.
Auch der Cane Corso (italienisch ausgesprochen) gehört mit einer stattlichen Widerristhöhe von bis zu 68 Zentimetern zu den großen Hunderassen. Trotz ihrer Größe werden die Tiere als souverän und ausgeglichen beschrieben. Sie werden häufig als Fährten- und Jagd-, Schutz- oder Polizeihunde eingesetzt und in der privaten Haltung nur sehr erfahrenen Hundebesitzern empfohlen. Die Fellnasen mit dem nachdenklichen Blick wurden erst 1996 als eigenständige Rasse anerkannt. In Teilen Deutschlands gilt der Cane Corso als Listenhund. Inoffiziell bezeichnet man Hunde dieser Rasse auch als „Italienische Dogge“ oder „Italienischer Moloss“. © Anka Agency International/Imago
Ein Paar aus zwei hellen Barsoi-Hunden posiert vor dem Hintergrund der Natur.
Der Barsoi zählt nicht nur zu den größten, sondern auch zu den tollpatschigsten Hunderassen. Der Windhund gilt außerdem als eines der schnellsten Landtiere der Welt („Barsoi“ leitet sich vom russischen Begriff für „schnell“ her). Neben seiner Geschwindigkeit beeindruckt dieser Hund mit einer stolzen Größe von bis zu 95 Zentimetern. Auch in der Kunst ist der Barsoi ein beliebtes Motiv: Eine ganze Reihe von Gemälden, Bronze-, Keramik-, oder Porzellanskulpturen zeigen den eindrucksvollen Rassehund. Selbst in der Literatur wird ihm Tribut gezollt. Bestes Beispiel: Leo Tolstoi widmet sich in seinem Roman „Krieg und Frieden“ der Rasse mit Hündin „Milka“. © agefotostock/Imago
Ein Akbash-Hund, eine ursprünglich aus der Türkei stammende Hirtenhundrasse, bewacht eine Schafherde in Sa.
Der Anatolische Akbash (zu Deutsch so viel wie Weißkopf) ist wie der Kangal Hirtenhund ein Herdenschutzhund mit türkischen Wurzeln. Er gilt als treu und zuverlässig, neigt jedoch zu Eifersucht. Mit einer Widerristhöhe von bis zu 86 Zentimetern gehört auch diese Hunderasse zu den größten der Welt. Als waschechter Arbeitshund ist der Akbash für die private Haltung nur bedingt geeignet. Zwar eignet er sich wunderbar als Familienhund, da er eine tiefe Bindung zu seinen Menschen aufbaut. Der Akbash benötigt jedoch zwingend ausreichend Auslauf und Beschäftigung. Als außergewöhnlich selbstständigen Hund empfehlen Experten ihn ausschließlich für erfahrene Hundehalter, die dem robusten Vierbeiner Sicherheit bieten können, aber auch Respekt ausstrahlen. © Pond5/Imago
Ein Kangal steht auf dem Gras und blickt direkt in die Kamera.
Offiziell wird der Kangal auch als anatolischer Hirtenhund bezeichnet. Die Funktion eines Hirtenhundes bekam er einst aufgrund seiner Größe übertragen. Sogar mit Bären nimmt es dieser imposante Vierbeiner auf. Mit einer Widerristhöhe von bis zu 81 Zentimetern und einem Gewicht um die 75 Kilogramm ist diese Hunderasse eine der größten weltweit. In den letzten Jahren ist der eigensinnige Herdenschützer auch in Deutschland beliebt geworden. In einigen Bundesländern gilt der türkische Hirtenhund allerdings als sogenannter Listenhund. Informieren Sie sich daher vor einer möglichen Anschaffung ausreichend. © Anka Agency International/Imago
Ein stattlicher Berner Sennenhund steht auf einem Felsvorsprung mit Blick auf ein malerisches Tal vor blauem Himmel.
Bis zu 70 Zentimeter Widerristhöhe erreichen die Berner Sennenhunde aus unserem Nachbarland Schweiz. Seine nahen Verwandten, der Große Schweizer Sennenhund oder der Appenzeller Sennenhund erreichen ähnliche Größen. Die Sennenhunde sind aufgrund ihrer liebevollen Art besonders beliebte Familienhunde. © YAY Images/Imago

Hunde-Treffen soll Wissen über Golden Retriever erhalten – Aufklärung über Zuchtpraktiken

Golden Retriever gelten als clevere Assistenzhunde und freundliche Familienmitglieder. Um das kostbare Wissen über die Hunde weiterzutragen, hält auch Carol Henry an den regelmäßigen Treffen in den Highlands fest. „Wir wollen das Vertrauen, die Brauchbarkeit, die Kameradschaft und die Loyalität bewahren – all das, worauf der Golden Retriever aufgebaut wurde“, erklärt die Sekretärin des „Golden Retriever Club of Scotland“. Allerdings gab es während der Coronapandemie viele unverantwortliche Zuchtpraktiken für die Tiere. Laut Henry ist dies ein Problem, das dazu führen könne, dass die Rasse ihre beliebten Eigenschaften verliert. Damit die Hunde ihr Wesen weiterhin behalten, solle in der Hundezucht nun strenger darauf geachtet werden.

Rubriklistenbild: © Sandra Mailer/Imago

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