- VonPia Sofie Bartmannschließen
Versicherte erhalten verschreibungspflichtige Medikamente nur noch per E-Rezept. Was Patienten beim Arztbesuch jetzt beachten müssen und welche App wichtig ist.
Hamm – Das altbekannte rosafarbene Zettelchen ist Geschichte. Seit dem 1. Januar 2024 ist stattdessen das neue elektronische Rezept für gesetzlich Krankenversicherte Pflicht. Das soll Zeit und Wege sparen und für Arztpraxen und Patienten vieles vereinfachen. Doch wie funktioniert das E-Rezept eigentlich und was müssen Patienten in Zukunft beachten?
Wie das Bundesministerium für Gesundheit mitteilt, ist das E-Rezept ein digitaler Rezeptcode, ähnlich dem QR-Code. Dieser enthält die Daten der verschriebenen Medikamente. Genau wie der rosafarbene Rezeptzettel kann das E-Rezept in der Apotheke eingelöst werden. Das gehe auf drei unterschiedliche Arten: Mit der Gesundheitskarte, als Ausdruck auf Papier oder mit der App „Das E-Rezept“ auf dem Smartphone. Versicherte können selbst entscheiden, welche Option sie nutzen möchten.
E-Rezept seit Januar Pflicht: Welche App jetzt für den Arztbesuch wichtig ist
Um das E-Rezept in digitaler Form nutzen zu können, benötigen Patienten ein Smartphone sowie die App „Das E-Rezept“, die für Android-Geräte im Google Play Store und für Apple-Geräte im Apple Store zum Download verfügbar ist. Für die App sind außerdem eine elektronische Gesundheitskarte mit NFC-Chip zur kontaktlosen Datenübertragung und die Versicherten-PIN erforderlich. Diese werde auf Anfrage von der Krankenkasse herausgegeben, so das Bundesministerium.
Ob eine Gesundheitskarte die Anforderungen für das E-Rezept erfüllt, erkennen Patienten an einer sechsstelligen Zugangsnummer, die oben rechts unter dem Schriftzug „Gesundheitskarte“ und dem schwarz-rot-goldenen Balken abgedruckt ist.
Rezept auch weiterhin in Papierform
Wer das Rezept nach wie vor in Papierform erhalten möchte, bekommt einen weißen Ausdruck mit dem vorgefertigten Rezeptcode, den die Apotheke auslesen kann. Da der Ausdruck digital signiert ist, ist er ohne die Unterschrift des behandelnden Arztes gültig.
Menschen, die – beispielsweise aufgrund chronischer Krankheiten – oft zum Arzt müssen, können sich mit dem E-Rezept doppelte Wege für Folgerezepte und damit eine Menge Zeit sparen. Denn lässt ein Versicherter seine Karte an jedem Quartalsanfang einlesen, reicht schon ein Anruf beim Arzt, um ein neues Rezept zu erhalten. Dieses kann dann ebenfalls wie gewohnt in einer Apotheke vor Ort oder einer Online-Apotheke eingelöst werden.
E-Rezept bietet viele Vorteile
Das E-Rezept soll nicht nur die Abläufe in den Arztpraxen und Apotheken vereinfachen und Zettelwirtschaft vermeiden, es ist auch fälschungssicher. Laut Bundesministerium sollen in Zukunft erweiterte Funktionen wie Medikationserinnerungen, Medikationspläne und der Check von Wechselwirkungen über das E-Rezept abrufbar sein. Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten sollen später weitere medizinische Leistungen wie Heilmittel, Hilfsmittel oder die häusliche Krankenpflege elektronisch verordnet werden können.
Bei einem Selbstversuch Ende 2023 hat sich gezeigt, dass die Einlösung eines E-Rezepts im Großen und Ganzen schon funktioniert - allerdings ruckelt es noch an der ein oder anderen Stelle.
Mit dem Start des Jahres 2024 gab es einige Änderungen. Und die werden sich im Alltag bemerkbar machen. Neben dem E-Rezept geht es um das Heizungsgesetz, Pfand, Mindestlohn, Ladekabel und mehr – ein Überblick.
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