Autoimmunerkrankung nach Entbindung

Entzündung der Schilddrüse: Hashimoto kann durch die Schwangerschaft ausgelöst werden

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Starke Erschöpfung und Antriebslosigkeit nach der Geburt können nicht nur ein „Baby Blues“ sein. Eine Schilddrüsenunterfunktion könnte die Ursache sein.

Die Geburt eines Kindes ist für die meisten Frauen nicht nur ein wundervolles Erlebnis, sondern auch eine große körperliche Belastung, die sich noch Wochen bis Monate nach der Entbindung anhand verschiedener Beschwerden äußert. So kann sich während und nach der Schwangerschaft aufgrund der hormonellen Veränderung eine Schilddrüsenentzündung entwickeln – fast jede zwölfte Mutter ist davon betroffen, wie aus dem Ärzteblatt hervorgeht. Tritt die Erkrankung der Schilddrüse schon in der Schwangerschaft auf, kann dies zu schweren Schäden des Kindes und einer Fehlgeburt führen.

Bemerkt eine Mutter die typischen Symptome nach der Geburt, sollte sie sich auf jeden Fall an ihren Frauenarzt wenden. Wichtig ist, abzuklären, ob es sich um einen Baby Blues beziehungsweise eine postpartale Depression handelt oder gar eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt.

Schwangerschaft: Nach der Geburt sollten auch die Schilddrüsenwerte geprüft werden

Starke Erschöpfung und Antriebslosigkeit nach der Geburt deuten nicht nur auf möglichen „Baby Blues“ hin.

Besonders Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Auffälligkeiten ihrer Schilddrüsenwerte zeigten, sollten mögliche Warnzeichen und Symptome nicht zwangsläufig auf eine Wochenbettdepression zurückführen. Ob eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, kann anhand eines Hormontests aus dem Blut nachgewiesen werden.

Schilddrüsenunterfunktion: Elf Lebensmittel können bei Hashimoto helfen

Rote Paprika
Hashimoto-Patienten sollten vor allem auf entzündungshemmende Lebensmittel setzen. Paprika zählt zu den Gemüse- und Obstsorten, die Vitamin C (Ascorbinsäure) enthält. Auch Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Fenchel, Sanddorn, Hagebutte, Kiwi, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte eignen sich gut. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/Imago
Olivenöl wird aus einer Karaffe getropft.
Pflanzenöle wie Olivenöl, aber vor allem auch Weizenkeimöl und rotes Palmöl liefern Vitamin E und sind deshalb bei Hashimoto empfehlenswert. Es handelt sich zudem um Antioxidantien, die recht hitzebeständig sind.  © zidi/Panthermedia/IMAGO
Äpfel
Bei Hashimoto sind Gemüse- und Obstsorten in den Farben rot, blau oder violett besonders empfehlenswert. Dazu zählen Äpfel, Beeren, Granatäpfel, Kirschen und Pflaumen. Sie enthalten Polyphenole. Diese Antioxidantien kommen besonders in den Blättern von Pflanzen vor. Auch Oliven und Olivenöl, Soja, Getränke wie Grüntee, Kaffee, (dunkler) Kakao, Rotwein und viele Gewürze wie Oregano, Zimt enthalten sie. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/IMAGO
Eine Kiste mit roten Tomaten
Neben Papaya, Grapefruit, Karotten, Feldsalat, Grünkohl und Wassermelonen liefern auch Tomaten Carotinoide wie Lycopin und Beta-Carotin. Sie zählen ebenfalls zu den Antioxidantien. Reife Tomaten enthalten viel Lycopin, Dosentomaten und Tomatenmark sogar noch wesentlich mehr. © Maksim Konstantinov/IMAGO
Ananas liegt auf Untergrund
Ananas enthält Bromelain, das nicht nur entzündungs-, sondern auch gerinnungshemmend ist.  © YAY Images/IMAGO
Löffel mit Kurkuma.
Kurkuma (Gelbwurz) und Currypulver liefern Curcumin. Es hilft nicht nur bei Hashimoto, sondern insbesondere auch bei Arthrose, da es schmerzlindernd ist. Es soll zudem auch Krebs hemmen.  © Hans-Joachim Schneider/IMAGO
Chillischoten
Chili- und Paprikaschoten enthalten Capsaicin. Dabei handelt es sich um ein in verschiedenen Paprikasorten natürlich vorkommendes Alkaloid, das schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirkt. © Georg Schierling/IMAGO
Eine Hand hält einen Bund Hagebutten.
Hagebutte, die ganze Frucht als Pulver – nicht im Hagebuttentee, liefert Galaktolipide. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung. Allerdings sind sie fettlöslich und zerfallen bei Erhitzen über 40 Grad. Als Marmelade haben die Hagebutten deshalb weniger heilende Eigenschaften. © F. Hecker/Imago
Frau füllt eine Tüte mit Walnüssen.
Walnüsse enthalten neben Leinsamen, Leinöl, Chia-Öl, Walnussöl, Rapsöl sowie verschiedenen Fischarten (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Sardelle) Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend und sind deshalb gerade für Hashimoto-Patienten essenziell. Zudem können sie bei bei regelmäßiger Einnahme nachweislich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.  © David Munoz/IMAGO
Ein Bauer zeigt auf einem Markt einem Kunden Knoblauch in seiner Hand.
Knoblauch und Zwiebeln enthalten Sulfide und wirken antibaktierell und gefäßschützend. © Liang Sen/IMAGO
Mandeln
Mandeln wirken ebenfalls entzündungshemmend und liefern neben anderen Lebensmitteln Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Selen. Diese erhalten Sie auch über dunkles Kakaopulver, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Sesam, Vollkorngetreide, Kürbiskerne, Spinat, Beerenobst, Geflügel, Lachs, Leber und dunkelgrünes Blattgemüse. © IMAGO/Alex Salcedo

Die Erkrankung der Schilddrüse nach der Geburt kann in verschiedenen Phasen verlaufen. Dabei kann es zunächst zu einer Schilddrüsenüberfunktion mit Nervosität, beschleunigtem Herzschlag und verstärktem Schwitzen kommen, die in eine Schilddrüsenunterfunktion übergeht. Oder letztere macht sich unmittelbar bemerkbar, wodurch betroffene Frauen unter Antriebsschwäche, Lustlosigkeit, unerklärlichen Tränenausbrüchen sowie Ängsten leiden, wie die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE) berichtet.

Entzündung der Schilddrüse: Mit Schwangerschaft können Frauen Hashimoto entwickeln

Etwa 50 Prozent der betroffenen Mütter entwickeln langfristig eine chronische Autoimmunentzündung der Schilddrüse mit Hypothyreose, sogenannte nachgeburtliche Hashimoto-Thyreoiditis. Grund ist die hormonelle Stresssituation, der die Schilddrüse während der Schwangerschaft ausgesetzt ist.

Eine Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto sowie eine Schilddrüsenüberfunktion lässt sich in der Regel medikamentös gut einstellen. Achten Sie dabei jedoch auf Wechselwirkungen des Schilddrüsenmedikaments mit bestimmten Nahrungsmitteln wie Kaffee.

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Obwohl die „Wochenbett-Schilddrüsenentzündung“ kein seltenes Phänomen ist, wird sie häufig nicht sofort erkannt. „Das liegt daran, dass eine Wochenbettdepression sich oft ganz ähnlich äußert oder die Frauen dem vorschnellen Urteil unterliegen, mit der neuen Belastungssituation nicht zurechtzukommen“, berichtet Dr. Matthias Schmidt, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Köln gegenüber dem Ärzteblatt. Eine Schilddrüsenentzündung kann nicht nur durch eine Schwangerschaft auftreten, auch die Wechseljahre können ein Auslöser sein. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Kirill Ryzhov/Imago

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