Nach der Ernte nicht vergessen

Rückschnitt im Sommer: Diese drei Beerensträucher profitieren davon

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Sobald Johannisbeeren geerntet sind, geht es an den Rückschnitt.
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Beerensträucher belohnen einen sommerlichen Rückschnitt nach der Ernte mit reichen Fruchterträgen im Folgejahr. Diese Sorten sollten Sie jetzt unbedingt beschneiden.

Der Sommer ist nicht nur die Zeit, in der wir frische Beeren genießen und die langen Tage im Garten verbringen, sondern auch der perfekte Moment, um den Beerensträuchern etwas Gutes zu tun. Ein gezielter Rückschnitt nach der Ernte sorgt dafür, dass die Pflanzen gesund bleiben, kräftig wachsen und im nächsten Jahr wieder eine reiche Ernte liefern. Doch welche Sträucher betrifft es überhaupt – und wie schneidet man richtig?

1. Himbeeren

Himbeeren zählen zu den Klassikern im Garten. Damit die Ernte jedes Jahr üppig ausfällt, ist der richtige Rückschnitt entscheidend. Es gibt zwei Typen: Sommer- und Herbsthimbeeren. Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte an den zweijährigen Ruten, also an jenen Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind. Diese erkennt man daran, dass sie verholzt und braun sind, während die einjährigen Ruten noch grün sind. Nach der Himbeer-Ernte, die meist im Juli oder August stattfindet, werden die abgeernteten Ruten mit einer Gartenschere direkt am Boden abgeschnitten. So schaffen Sie Platz für die neuen Triebe, die im nächsten Jahr Früchte tragen werden.

Herbsthimbeeren hingegen sind pflegeleichter. Sie tragen an den einjährigen Trieben und benötigen im Sommer keinen Rückschnitt. Hier schneiden Sie erst im Spätwinter oder Frühjahr alle Triebe bodennah zurück.

2. Johannisbeeren

Vielseitig und relativ unkompliziert in der Pflege, liefern Johannisbeeren eine reiche Ernte, wenn sie regelmäßig geschnitten werden. Rote und weiße Johannisbeeren tragen ihre Früchte vor allem an den Seitentrieben von zwei- und dreijährigen Zweigen. Nach vier Jahren lässt der Ertrag meist deutlich nach.

  • Damit weiterhin viele Früchte wachsen, sollten Sie nach der Ernte im Juli oder August die vierjährigen, abgetragenen Äste entfernen. Diese sind meist besonders dick und dunkelbraun.
  • Ziel ist es, den Strauch auf etwa 8 bis 12 kräftige Hauptäste zu reduzieren, damit er gut durchlüftet ist und neue Triebe ausreichend Platz haben.
  • 2 bis 3 einjährige Triebe stehen lassen (helle Farbe) und den Rest bodennah entfernen.
  • Die abgeernteten Seitenzweige älterer Leittriebe bis auf einen Zentimeter abschneiden (idealerweise über einer nach außen stehenden Knospe, dem sogenannten „Auge“.)
  • Zusätzlich alle Seitentriebe bis zu einer Höhe von etwa 30 Zentimetern entfernen, da diese ohnehin zu wenig Licht bekommen.

Schwarze Johannisbeeren hingegen tragen vor allem an jungen Trieben. Hier empfiehlt es sich, nach der Ernte die älteren Triebe zu entfernen, um das Wachstum der jungen Ruten zu fördern. Schneiden Sie dabei immer knapp über einem Auge, um den Austrieb anzuregen.

3. Stachelbeeren

Robust und pflegeleicht, profitieren auch Stachelbeeren von einem jährlichen Rückschnitt, am besten direkt nach der Ernte. Diese liegt meist im Juli oder August. Alternativ ist der jährliche Rückschnitt auch im zeitigen Frühjahr möglich (Februar bis März). Entfernen Sie zunächst alte, abgetragene Triebe, um Platz für junge, fruchtbare Zweige zu schaffen. Dann jeweils das obere Drittel der sechs bis acht längsten Triebe einkürzen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen jungen und alten Trieben sorgt für eine gleichmäßige Ernte und einen gesunden Strauch.

Diese Gartenarbeiten sollten Sie im Juli für gutes Pflanzenwachstum erledigen

Radicchio in Gartenbeet
Salate wie Radicchio, Endivien und Feldsalat können gesät werden. Ebenso kommen Kohl, Fenchel und Petersilie als Saatgut ins Beet.  © Dreamstime/Imago
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Die Larven der Kohlfliege sind im Sommer aktiv. Schützen Sie Ihre Gemüsepflanzen mit engmaschigen Netzen – das hilft auch gegen Lauchmotten und Möhrenfliegen. © CHROMORANGE/Imago
Kartoffelkäfer, Leptinotarsa decemlineata
Kartoffelkäfer befallen im Juli in zweiter Generation auch Tomaten, Paprika und andere Nachtschattengewächse. Das regelmäßige Absammeln ist das wirksamste Mittel gegen ihre Ausbreitung. © CHROMORANGE/Imago
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Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini und Kohl benötigen im Juli eine Extraportion Dünger. Zum Beispiel in organischer Form wie Beinwelljauche. © Panthermedia/Imago
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Kräuter enthalten jetzt viel Aroma und lassen sich sehr gut trocknen. Am besten in Bündel aufgehängt an einem schattigen, luftigen Ort. © Redeleit/Imago
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Birnbaum mit Birnen wird gestützt
Voll hängende Obstbäume benötigen eine Stütze, damit die überladenen Äste nicht abbrechen. © Depositphotos/Imago
Person mäht Rasen in Garten.
Im Juli dient ein Rasenschnitt auf vier Zentimeter Höhe dem Hitzeschutz. Wichtig sind scharfe Klingen. Außerdem sollte der Rasen gedüngt und wenn möglich bewässert werden.  © Zoonar/Imago
Blauer Steppen-Salbei
Der Steppen-Salbei zählt zu den remontierenden Stauden. Diese bilden nach einem starken Rückschnitt nach der Blüte oft einen zweiten Austrieb im Spätsommer. © Pond5 Images/Imago
Frau gießt Blumen, Gartenschlauch
Sehr wichtig: Viel und richtig gießen. Am besten frühmorgens oder abends. Vergessen Sie die Kübelpflanzen nicht, sie trocknen schneller aus als die Gartenpflanzen. © imagebroker/Imago

Im Gegensatz zu den oben genannten Beerensträuchern benötigen Heidelbeeren im Sommer keinen größeren Rückschnitt. Lediglich beschädigte oder kranke Äste können entfernt werden. Ein umfassender Rückschnitt erfolgt erst im späten Winter oder Frühjahr. Doch nicht nur Beerensträucher profitieren von einem Sommerschnitt: Auch Lavendel oder Rosen freuen sich über einen Rückschnitt im Juli, der ihre Blühfreude fördert. Mit ein wenig Pflege und Aufmerksamkeit wird Ihr Garten so zu einem echten Paradies.

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