Ernte schützen

Sieben Tipps, um Schädlinge im Gemüsegarten zu verhindern

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Schädlinge loszuwerden, kann schwierig sein. Besser ist es, sie zu verhindern, bevor sie das Gemüsebeet bevölkern.

Ein üppiger Selbstversorger-Garten voll mit Rosenkohl, Brokkoli oder Kohlrabi – es wäre viel einfacher, wenn es keine Schädlinge gäbe. Doch viele Gärtner kennen das Problem: Spinnmilben, Blattläuse oder Schmetterlingsraupen fallen in den Gemüsegarten ein und machen die Ernte zunichte. Ein gutes Mittel gegen Fraßschäden, Pilze und Krankheiten sind gesunde und widerstandsfähige Pflanzen. Mit der richtigen Düngung schützen Sie Ihre Pflanzen daher schon einmal. Doch auch andere Methoden beugen einem Schädlingsbefall frühzeitig vor. Wovon Sie laut Umweltbundesamt absehen sollten, sind chemische Pflanzenschutzmittel. Diese sind nicht nur für Sie ungesund, sondern schädigen auch den Boden – und sind daher oftmals gar nicht erlaubt.

Möglichkeit 1: Schutznetze halten Schädlinge aus dem Gemüsegarten fern

Eine einfache, günstige und effektive Lösung, um unerwünschte Gäste aus dem Gemüse fernzuhalten: Nutzen Sie Kulturschutznetze zur Schädlingsbekämpfung (werblicher Link). Diese müssen Sie allerdings frühzeitig, dauerhaft und lückenlos einsetzen, damit sie wirken. Das heißt: Spannen Sie das Netz bereits auf, wenn Sie die Pflanzen aussäen oder einpflanzen und belassen Sie es bis nach der Ernte so weit wie möglich an Ort und Stelle. Agieren Sie zu spät, sind die Larven bereits im Boden und fühlen sich wie im geschützten Schlaraffenland. Graben Sie deshalb das Netz leicht in den Boden ein, damit kein Schädling durchkommt. Achten Sie auch darauf, dass die Maschen die passende Größe haben: Engmaschige Netze halten alles auf, sorgen aber dafür, dass sich an heißen Tagen die Hitze staut.

Nicht schön, aber hilfreich: Ein Schutznetz hält Schnecken vom Salat fern.

Möglichkeit 2: Eine gute Fruchtfolge verhindert Schädlinge

Jedes Jahr wieder das gleiche Gemüse im Beet? Das laugt nicht nur den Boden aus, sondern schafft ideale Fressbedingungen für Larven und andere Erdbewohner. Wechseln Sie daher den Anbau sinnvoll ab – Schädlinge, die Tomaten lieben, werden ausziehen, wenn nach der Ernte die Fruchtfolge wechselt und plötzlich Radieschen im Beet stehen. 

Möglichkeit 3: Machen Sie Ihr Gemüsebeet durch Mischkultur unattraktiv

Gewächse wie Brokkoli sind bei Schädlingen sehr beliebt – andere dagegen weniger. Nutzen Sie das für sich mit den passenden Beetpartnern: Pflanzen Sie Kapuzinerkresse in Ihr Gemüsebeet, um Blattläuse fernzuhalten. Weiterer Vorteil: Sie können einen Salat aus ihr machen. Auch Kräuter wie Minze, Thymian oder Petersilie stinken vielen Insekten. Studenten- und Ringelblumen sondern Gifte ab, die Wurzelnematoden beseitigen.

Möglichkeit 4: Lassen Sie Nützlinge die Arbeit machen

Ein naturnaher Garten sorgt oftmals schon dafür, dass sich gar nicht erst so viele Schädlinge ansammeln, dass sie Ihr Gemüse zerstören. Sorgen Sie also dafür, dass nützliche Insekten und Vögel sich bei Ihnen wohlfühlen – sie werden zum Dank Jagd auf ungebetene Gäste machen. Brauchen Sie kurzfristig Unterstützung, kaufen Sie Nützlinge einfach ein. Schlupfwespen, Raubwanzen und Florfliegen vertilgen Wurzelnematoden und Thripsen.

Möglichkeit 5: Fangen Sie die Schädlinge

Weiße Fliegen und Thripsen werden Sie mit Gelb-, bzw. Blautafeln los. Hängen Sie die klebrigen Schilder dafür einfach in die Nähe der Pflanzen. Die Tiere werden daran hängen bleiben. Weniger brutal: Sammeln Sie Schmetterlingsraupen auf und siedeln Sie sie um. Dabei ist es auch gut, ganz genau hinzusehen: Manche Exemplare stehen unter Naturschutz.

Robust und nährstoffreich: Zehn alte Gemüsesorten lohnen sich für den Anbau im Garten

Erdbeerspinat mit roten Beeren
Sowohl die Beeren als auch die Blätter des Erdbeerspinats sind roh essbar, nach Erdbeeren schmecken sie aber leider nicht. Gegart werden die Blätter wie Spinat verwendet. Die Pflanze lässt sich sogar im Kübel halten. © imagebroker/Imago
Zucchinisorte ‚Zapallito‘ in Beet
Die Zucchinisorte ‚Zapallito‘ stammt ursprünglich aus Argentinien. Ihre Früchte sind nur tennisballgroß, dafür verträgt die Pflanze Trockenheit recht gut. © Zoonar/Imago
Rübstiel, Stielmus, Stängelmus
Stielmus oder Rübstiel sind die Blätter und Stiele der Speiserübe. Sie haben ein säuerlich-scharfes Aroma und lassen sich wie Mangold oder Spinat zubereiten. © Shotshop/Imago
Alte Tomatensorte ‚Goldene Königin‘
Alte Tomatensorten müssen nicht immer rot sein: Die ‚Goldene Königin‘ wurde 1884 gezüchtet, ist säurearm und saftig. Sie lässt sich auch im Topf kultivieren. © agefotostock/Imago
Armenische Gurke (Cucumis melo var. flexuosus)
Die Armenische Gurke (Cucumis melo var. flexuosus) zählt eigentlich zu den Melonen und wird bis zu einem Meter lang. Man isst sie wie eine Schlangengurke. Auf dem Boden wachsen sie eher gekrümmt, hängend angebaut bleiben sie recht gerade. © Pond5 Images/Imago
Rote Ringelbeete Chioggia, aufgeschnitten und ganz auf Blättern
Sie sieht sehr peppig aus, doch die Chioggia-Rübe ist eine historische Sorte, die schon 1841 gezüchtet wurde. Beim Garen verschwinden die Ringe. © Pond5 Images/Imago
Blattrübe, Sorte Golden/Bright Yellow (Beta vulgaris cicla var. flavescens)
Der historische Mangold ‚Bright Yellow‘ ist anspruchslos, widerstandsfähig und lässt sich über viele Monate beernten. Nicht ohne Grund ist es eine beliebte Sorte. © imagebroker/Imago
Stangenbohne Blauhilde mit blauen Hülsen
Die robuste Stangenbohne ‚Blauhilde‘ bringt einen hohen Ertrag. Sie gilt als virusresistent und widerstandsfähig gegen Bohnenkrankheiten. © Zoonar/Imago
Knollenziest (Stachys tuberifera)
Knollenziest (Stachys tuberifera) erinnert ein wenig an überdimensioniertes Popcorn. Das Knollengemüse ist im Herbst reif und schmeckt leicht nussig.  © imagebroker/Imago
Marina di Chioggia Kürbis
Die alte Kürbissorte ‚Marina di Chioggia‘ sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, hat aber ein sehr delikates festes Fruchtfleisch. Ein Kürbis wird bis zu acht Kilogramm schwer. © imagebroker/Imago

Möglichkeit 6: Entziehen Sie Schädlingen die Nahrung

Finden Schadinsekten keine Nahrung, werden sie sich gar nicht erst ansiedeln. Säen Sie Möhren und anderes Wurzelgemüse daher möglichst früh aus. Die Pflanzen sind dann schon groß und widerstandsfähig, wenn Gemüsefliegen schlüpfen. Alternativ können Sie auch erst später in die Gartensaison starten, Kohlrabi lässt sich beispielsweise auch im Sommer noch pflanzen. Ebenfalls eine Option: Ziehen Sie Bohnen, Radieschen und Kohl auf der Fensterbank vor. So finden junge Kohlerdflöhe nichts zu fressen.

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Möglichkeit 7: Nutzen Sie natürliche Pflanzenschutzmittel

Von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist abzuraten – es gibt aber einige biologische Wege, Pflanzen zu stärken und Schädlinge zu verjagen. Dazu gehört, einen Sud aus Waschnüssen herzustellen und die Gewächse damit einzusprühen. Oder Sie bereiten eine Jauche aus bestimmten Pflanzen zu:

  • Ackerschachtelhalm gegen Spinnmilben
  • Brennnesseln gegen Blattläuse, Spinnmilben 
  • Farnkraut gegen Schnecken, Blattläuse
  • Holunderblätter gegen Kohlweißling
  • Rainfarn gegen Blattläuse, Kirschfruchtfliege, Apfelwickler
  • Waschnüsse gegen Blattläuse

Rubriklistenbild: © Zoonar.com/Ulrich Rosenschild/IMAGO

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