Demenz erkennen: Elf Symptome können erste Anzeichen der Erkrankung sein
VonNatalie Hull-Deichsel
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Vergesslichkeit ist nicht das einzige Anzeichen einer beginnenden Demenz. Es gibt eine Vielzahl von Symptomen, die Betroffene möglicherweise nicht mit einer Demenzerkrankung in Verbindung bringen.
Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, davon die meisten mit Alzheimer-Demenz. Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen können, sind unter anderem Schwerhörigkeit, hoher Blutdruck, übermäßiger Alkoholkonsum sowie soziale Isolation.
Welche Anzeichen und Beschwerden auf eine beginnende Demenz hindeuten können
Bei der Demenz starben im Laufe der Zeit Nervenzellen ab, was zu einem fortschreitenden Abbau der geistigen Fähigkeiten und damit verbundenen Symptomen führt.
Wahrnehmungsstörungen, beispielsweise Schwierigkeiten beim Erkennen von Kontrasten und räumlichen Dimensionen sowie Wahnvorstellungen und Halluzinationen, können als Frühsymptome einer Demenzerkrankung auftreten, insbesondere bei der Lewy-Körper-Demenz.
Vergesslichkeit und Unachtsamkeit sind typische Symptome einer beginnenden Demenz, bei der Betroffene wichtige Termine vergessen, ihren Alltag mit Gedächtnisstützen organisieren müssen und Probleme haben, Namen bekannten Gesichtern zuzuordnen. Dies steht im Gegensatz zu normalen kognitiven Veränderungen, bei denen vergessene Informationen oft später wieder erinnert werden können, laut der Alzheimer Forschung Initiative e. V.
Demenz äußert sich durch zunehmende Verwirrung und ein gestörtes Urteilsvermögen, bei dem Betroffene beispielsweise bei warmem Wetter plötzlich Winterstiefel oder eine Mütze tragen möchten, wie es das Portal Neurologen und Psychiater im Netz beschreibt.
Depression und Demenz beeinflussen sich gegenseitig, da Menschen mit Depressionen ein bis zu sechsfach höheres Risiko haben, eine Demenz zu entwickeln, während Menschen mit Demenz um bis zu 50 Prozent eher von depressiven Phasen mit Schlafstörungen und abnehmendem Appetit betroffen sind.
Menschen mit Demenz haben oft Schlafstörungen und einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus, bedingt durch absterbende Nervenzellen im Gehirn, wodurch sie Schwierigkeiten haben einzuschlafen, nachts unruhig sind und umherirren können. Eine gestörte REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der Menschen heftig träumen und um sich schlagen oder treten, kann laut einer Studie bereits Jahre im Voraus auf ein erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson hinweisen.
Plötzliche Persönlichkeitsveränderungen, wie gereizte Stimmung, aggressives Verhalten und starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund, können auf eine beginnende Demenz hindeuten, wobei meist die Angehörigen die Wesensveränderungen bemerken und den Verdacht äußern.
Menschen mit Demenz haben Schwierigkeiten, einer Unterhaltung zu folgen und aktiv daran teilzunehmen, was zu wiederholten Sätzen, Wortfindungsproblemen und unpassenden Füllwörtern führen kann, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V.
Menschen mit Demenz haben Schwierigkeiten, sich in neuen und vertrauten Umgebungen zurechtzufinden, zeigen Probleme bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung, indem sie beispielsweise Jahreszeiten und Uhrzeiten vergessen oder den Heimweg nicht mehr kennen.
Menschen mit Demenz entwickeln Schwierigkeiten bei kognitiven Aufgaben wie dem Berechnen von Wechselgeld, dem Ausfüllen von Formularen und dem Lesen von Rezepten, was zu einer verminderten Konzentration und einem erhöhten Zeitbedarf führt.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.