Unterschiedliche Symptome

Erkältung oder echte Grippe: „Schüttelfrost und Schmerzen von jetzt auf gleich“, erinnert sich ein Patient

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Viele Menschen sprechen gerne von Grippe oder Erkältung, wenn sie einen Infekt durchmachen. Dabei unterscheiden sich beide Erkrankungen in bestimmten Symptomen.

Herbst- und Winterzeit ist für gewöhnlich Erkältungszeit – nicht nur. Viren und Bakterien, die einen grippalen Infekt hervorrufen, können über das ganze Jahr Beschwerden verursachen. Bis in den Frühling hinein besteht auch in der Regel ein erhöhtes Risiko, an der Influenza, der echten Grippe, zu erkranken. Solange die Luft noch kühl und trocken ist, haben es Erreger und Keime leichter, über die Atemwege und Schleimhäute in den Körper zu gelangen. Kälte schwächt das Immunsystem. Doch woher weiß man, ob es eine Erkältung, Corona- oder doch Grippe- beziehungsweise Influenza-Infektion ist? Ein Patient hatte sich mit dem Virus angesteckt und musste innerhalb weniger Stunden feststellen, welche schweren Symptome die echte Grippe im Vergleich zu einer Erkältung mit sich bringt, wie er 24vita.de im Interview berichtet.

Symptome von Erkältung und grippalem Infekt mit Hausmitteln bekämpfen

Bei Halsschmerzen regelmäßig mit Kamillentee und Salzwasser gurgeln. Auch Quarkwickel können Beschwerden über Nacht lindern.

Erkältung oder doch echte Grippe: „Schüttelfrost und Schmerzen von jetzt auf gleich“, erinnert sich Patient

Eine Ansteckung mit dem Influenza-Virus zeigt sich meistens innerhalb von ein bis zwei Tagen nach der Ansteckung mit plötzlich auftretenden Symptomen wie Schüttelfrost und Fieber. (Symbolbild)

„Ich bin an dem Tag noch ganz normal zur Arbeit gegangen, alles war eigentlich wie immer. Ich habe auch ganz normal mit Kollegen zu Mittag gegessen, fühlte mich eigentlich normal und relativ fit.“ Was Stephan F. (Name von der Redaktion geändert) aus München zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Er hat sich mit dem Grippe-Virus angesteckt, in kürzester Zeit werden sich erste schwere Symptome bemerkbar machen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) spüren Betroffene nach einer Ansteckung erste Beschwerden relativ schnell innerhalb von ein bis zwei Tagen. Das Tückische: Erkrankte können bereits am Tag vor Beginn der Beschwerden ansteckend sein und bis zu sieben Tage nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen das Influenza-Virus auf andere Mitmenschen übertragen. Insbesondere Kinder oder Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem scheiden die Erreger auch länger aus, so das Robert-Koch-Institut (RKI).

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

„Am späten Nachmittag merkte ich, dass ich zusehends müde wurde, auch etwas fröstelte, aber ich nahm das erstmal nicht so ernst. Ich sagte meiner Frau gegen 17:30 Uhr noch Bescheid, dass ich mich auf den Weg machen würde. In der U-Bahn war es zwar relativ warm, fast stickig, doch auch da spürte ich, dass mir irgendwie kalt war. Zu Hause angekommen, ging es dann ziemlich schnell. Ich habe jetzt rückblickend gesehen fast das Gefühl, als hätte man mir ‚den Stecker rausgezogen‘. Mir wurde schwindelig, ich spürte am ganzen Körper Schmerzen, wie schwere Muskelschmerzen, unglaublich, und Schüttelfrost, so stark, von jetzt auf gleich. Ich konnte nur noch ins Bett fallen, alles tat mir weh, das war schon heftig. Zum Glück war meine Frau da und konnte mir helfen. Sie reagierte auch gleich sehr gewissenhaft, intuitiv richtig, wie sie mir später erzählte. Trug Mundschutz, desinfizierte alle notwendigen Flächen, hielt unseren kleinen Sohn von mir fern, was auch nicht einfach war. Schlief sogar im Wohnzimmer, um sich vor möglicher Ansteckung zu schützen“, erzählt Stephan F. im Gespräch mit 24vita.de.

Erkältung und Grippe: Welche Symptome bei Influenza anders sind

Der entscheidende Unterschied zwischen einer Erkältung und Grippe ist der Verlauf der Erkrankung und die Art der Symptome. Bei einer Influenza fühlen sich Betroffene innerhalb kürzester Zeit von wenigen Stunden sehr schlecht und zeigen folgende Symptome:

  • Hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Schweißausbrüche
  • Abgeschlagenheit
  • Starke Kopfschmerzen
  • Ausgeprägte Glieder- und Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Schwindel

Der ehemalige Influenza-Patient Stephan F. erinnert sich weiter: „Die Nacht war dann ziemlich schlimm, muss ich sagen, ich bekam so hohes Fieber, und diese Schweißausbrüche, das ganze Bett war nass. Jede Bewegung schmerzte, als würde jeder noch so kleine Muskel in meinem Körper schmerzen. Das hielt auch einige Tage an. Am kommenden Tag riefen wir dann unsere Hausärztin an und da wurde gleich die Vermutung auf Influenza oder eben Corona geäußert, aufgrund der Symptome, die wir beschrieben. Ich sollte dann, sobald es mir möglich war, in die Praxis kommen und man machte einen Abstrich. Nach einem Tag bekam ich schon die Diagnose: Influenza.“

Corona und Influenza: Schutzimpfung hilft

Mediziner raten aufgrund der Schwere der Symptome und möglichen Komplikationen einer Grippe-Infektion wie Herzrhythmusstörungen und Lungenentzündung zu einer regelmäßigen, jährlichen Auffrischimpfung gegen Influenza. Die Grippe-Schutzimpfung soll sogar vor einem schweren Verlauf einer Corona-Infektion schützen können.

Rubriklistenbild: © AndreyPopov/Imago

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