Wer gefährdet ist

Eine Sepsis kann jeden treffen – Risikofaktoren für Blutvergiftung kennen

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Kommt es aufgrund einer Infektion zu einer Blutvergiftung, muss schnell gehandelt werden. Bestimmte Risikogruppen sind besonders gefährdet.

Jedes Jahr verlieren etwa 85.000 Menschen in Deutschland ihr Leben aufgrund einer Blutvergiftung (Sepsis). Diese wird jedoch nicht – wie häufig angenommen – ausschließlich durch äußere Verletzungen wie rostige Nägel oder infizierte Wunden verursacht. Die Intensivmedizinerin Dr. Ines Schröder im Klinikum Großhadern in München begegnet nach Angaben gegenüber dem Bayerischen Rundfunk vorrangig Sepsis-Patienten, bei denen innere Infektionen wie Harnwegsinfektionen, grippale Infekte und Lungenentzündungen die Ursache für die Blutvergiftung sind. Grundsätzlich kann jeder eine Sepsis entwickeln, als Folge einer vorherigen Infektion. Signale des Körpers und erste Warnzeichen der Blutvergiftung sollten ernst genommen und sofort behandelt werden, um schwere Folgen wie Organversagen und im schlimmsten Fall Amputationen zu vermeiden.

Blutvergiftung: Wer ist gefährdet?

Eine Blutvergiftung stellt einen medizinischen Notfall dar, der umgehend ärztlich versorgt werden muss.

Nach Angaben der Sepsis-Stiftung gibt es verschiedene Faktoren, die nach einer Infektion eine Sepsis begünstigen können sowie Risikogruppen, die eher gefährdet sind. Dazu zählen:

  • Chronische Erkrankungen von Herz, Lunge, Leber oder Niere
  • Fehlende Milz
  • Erkrankungen wie Krebs, Rheuma, HIV oder Diabetes
  • Menschen, die älter als 60 Jahre sind
  • Früh- und Neugeborene sowie Säuglinge, die jünger als ein Jahr sind
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem
  • Schwangere und Mütter in den ersten Wochen nach der Geburt
  • Menschen, die mit künstlichen Herzklappen oder Gelenken leben
  • Tierbiss
  • Insektenstich
  • Tiefere, aber auch oberflächliche äußere Wunden
  • Druckgeschwüre (Dekubitus)
  • Eine Operation innerhalb der letzten vier Wochen
  • Personen mit Mangelernährung
  • Fehlende Impfungen, beispielsweise gegen Grippe, Corona und Pneumokokken

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Wie wird eine Sepsis behandelt?

Die Therapie besteht hauptsächlich aus dem Einsatz von Medikamenten, insbesondere hoch dosierten Antibiotika-Infusionen. Um die Überlebenschancen zu erhöhen, ist es hilfreich, den Infektionsherd und betroffenes Gewebe beziehungsweise Organe ganz oder teilweise zu entfernen, beispielsweise eine entzündete Gallenblase oder einen entzündeten Blinddarm. In schweren Fällen müssen auch Gliedmaßen, die durch den septischen Schock und einer Verringerung der Gewebedurchblutung im wahrsten Sinne absterben, amputiert werden. Wie bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt liegt auch im Fall einer Sepsis ein absoluter medizinischer Notfall vor, der eine schnelle Reaktion erforderlich macht. Je früher die Behandlung beginnt, desto höher sind die Überlebenschancen. Eine unbehandelte oder verzögert behandelte Sepsis endet nicht selten tödlich.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Florian Bachmeier/Imago

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