Folgen einer Sepsis: Blutvergiftung kann zu schwerem Organversagen führen und Gliedmaßen schädigen
VonNatalie Hull-Deichsel
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Bei einer Sepsis geht es um Zeit – je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Überlebenschancen und desto eher können schwerste Folgen minimiert werden.
Eine Sepsis oder Blutvergiftung stellt die schwerwiegendste Ausprägung einer Infektion dar. Sie entsteht, wenn die körpereigenen Abwehrmechanismen nicht mehr ausreichen, um eine lokale Infektion einzudämmen – so auch bei Til Schweiger, der eine Blutvergiftung aufgrund einer Beinverletzung erlitt. Dadurch gelangen die Erreger in den Blutkreislauf und aktivieren die körpereigenen Abwehrsysteme, insbesondere das Immun- und Gerinnungssystem. Dies führt nicht nur zur Bekämpfung der Erreger, sondern kann auch lebenswichtige Organe wie Lunge, Herz und Niere schädigen. Die Folgen können ein Versagen mehrerer Organe und ein septischer Schock sein, wie ihn der bekannte Schauspieler Fritz Wepper erlebt haben soll. Wird eine Sepsis zu spät oder nicht ausreichend behandelt, drohen schwerste gesundheitliche Folgen.
Sofort handeln: Anzeichen einer Sepsis sind ein medizinischer Notfall
Kommt es durch eine Infektion zur Blutvergiftung, zählt jede Minute. Achten Sie auf mögliche Sepsis-Warnzeichen und rufen Sie den Notarzt. Je mehr Zeit verstreichen kann und der Betroffene keine ausreichende medizinische Behandlung erfährt, desto größer ist der körperliche Schaden: Multiorganversagen über Koma bis hin zu unterversorgten Gliedmaßen, die in der Folge amputiert werden müssen, um das Leben des Patienten zu retten.
Tatsächlich ist es ganz wichtig, die Sepsis als einen ebenso zeitkritischen Notfall zu betrachten, wie den Schlaganfall und den Herzinfarkt.
Selbst wenn ein Patient mit Blutvergiftung entsprechend medizinisch versorgt wird, ist es dennoch möglich, dass es aufgrund der fortgeschrittenen Sepsis zu absterbenden Extremitäten kommt. So hat es beispielsweise ein 14-jähriger Junge aus Mönchengladbach erfahren müssen – Auslöser der Sepsis war bei ihm wohl ein Erreger eines grippalen Infekts.
Blutvergiftung entsteht nicht nur durch äußere Wunden
In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 85.000 Menschen als Folge einer Sepsis. Diese gefährliche Blutvergiftung wird allerdings nicht nur durch äußere Verletzungen wie rostige Nägel oder infizierte Wunden ausgelöst. Dr. Ines Schröder behandelt hauptsächlich Sepsis-Patienten, bei denen Infektionen innerhalb des Körpers der Grund für die Blutvergiftung sind, neben grippalen Infekten und Lungenentzündungen, insbesondere Harnwegsinfektionen. Die Behandlung erfolgt durch den Einsatz von Medikamenten, vornehmlich Antibiotika. Dabei ist Zeit von entscheidender Bedeutung – je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Überlebenschancen. Eine unbehandelte oder verspätet behandelte Sepsis endet in der Regel tödlich.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.