Hans Meiser verstorben

Plötzlicher Herztod: Diese Menschen sind in Gefahr

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Professor Christian Firschke ist Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie im Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus .
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Risiko plötzlicher Herztod: Nach dem unerwarteten Herzversagen von Hans Meiser klären Chefärzte darüber auf, wer besonders gefährdet ist – oft ohne es zu wissen.

Einem Herzversagen geht, insbesondere in einem höheren Alter, häufig eine Herzerkrankung voraus – auch wenn diese vielleicht nicht bekannt ist.

Professor Christian Firschke, Chefarzt im Medical Park Bad Wiessee

Plötzlicher Herztod: Todesrate bei Männern viel höher als bei Frauen

Er trifft jedes Jahr allein in Deutschland 65.000 Menschen – und Männer im Alter von TV-Legende Hans Meiser haben das mit Abstand größte Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden. Zum einen steigt die Gefahr über 65 Jahren rein statistisch gesehen massiv an, zum anderen sind Männer grundsätzlich viel häufiger unter den Opfern als Frauen, über 79 Jahren ist die Todesrate der Herren sogar doppelt so hoch. Die Opfer werden in den meisten Fällen mitten aus dem Leben gerissen. Außerhalb der Kliniken gibt es keine Erkrankung, an der mehr Menschen sterben.

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Sekunden-Herztod ist oft eine Kettenreaktion mit jahrelanger Vorgeschichte

Bei diesen fünf Alarmsignalen sollten Sie rasch den Notruf 112 wählen

Die Deutsche Herzstiftung informiert im November im Rahmen einer großen Aufklärungskampagne über den plötzlichen Herztod. Während der Herz-Wochen erhalten Interessenten unter anderem wertvolle Informationen darüber, wie sich ein Herzinfarkt ankündigt. Bei diesen Alarmsignalen sollten Sie unbedingt rasch den Notruf 112 wählen:

Starke Schmerzen und Druckgefühl im Brustkorb: Anzeichen für einen Herzinfarkt können Schmerzen sein, die überwiegend im Brustkorb oder häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein auftreten. Sie können in andere Körperteile wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen. Brustschmerzen oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe sind besonders alarmierend. Dahinter könnte die sogenannte instabile Angina pectoris (Brustenge) stecken, aus der sich jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann. Generell gilt: Halten die Schmerzen länger als fünf Minuten an, sollten Sie sofort handeln.

Massives Engegefühl: Viele Menschen spüren als Anzeichen für einen Herzinfarkt einen heftigen Druck oder ein sehr starkes Einschnürungsgefühl im Brustkorb – so, als würde ihnen „ein Elefant auf der Brust stehen“. 

Heftiges Brennen: Im Brustkorb kann ein starkes Brennen auftreten. 

Angstschweiß mit kalter, fahler Haut: Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, spüren häufig starke Angst, die durch blasse Gesichtshaut und kalten Schweiß auch sichtbar wird.

Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch: Die Anzeichen für einen Herzinfarkt können zudem recht unspezifisch sein – vor allem bei Frauen. Um auf Nummer sicher zu gehen und auch diese Symptome nicht zu übersehen, gilt die Empfehlung, immer dann einen Rettungswagen mit Notarzt zu rufen, wenn die Beschwerden in einem noch nie zuvor erlebten Ausmaß auftreten.

Für die Betroffenen und ihre Angehörigen geschieht der Sekunden-Herztod oft wie aus heiterem Himmel. Doch oft ist der GAU im menschlichen Maschinenraum die Folge einer Kettenreaktion, die bereits vor Jahren oder gar Jahrzehnten in Gang gesetzt worden ist. „Einem Herzversagen geht, insbesondere in einem höheren Alter, häufig eine Herzerkrankung voraus – auch wenn diese vielleicht nicht bekannt ist“, erläuterte Professor Christian Firschke, internistischer Chefarzt im Medical Park Bad Wiessee und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung, gegenüber unserer Redaktion.

Professor Thomas Voigtländer von der Herzstiftung: Diese Herzkrankheiten erhöhen das Risiko

Der Kardiologe Professor Thomas Voigtländer ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

In den meisten Fällen wird der plötzliche Herztod durch die Koronare Herzkrankheit (KHK) befeuert. Dabei verengen sich die Herzkranzgefäße und können den Herzmuskel dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Dadurch kann ein Herzinfarkt entstehen. Dieses Szenario sei bei Patienten über 40 Jahren der mit Abstand häufigste Auslöser für den plötzlichen Herztod, gefolgt von anderen schweren Herzleiden wie Herzschwäche, Kardiomyopathien (angeborene Herzmuskelerkrankungen) und Myokarditis (Herzmuskelentzündung) sowie Herzklappenerkrankungen, berichtet Professor Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Entzündungen im Körper ausbremsen: Zehn Lebensmittel, die helfen

Ein Regal mit Gemüsesorten wie Stielmus, Weißkohl, Blumenkohl, Wirsing und Rotkohl
Gemüse wie Kohl liefert viel Vitamin C und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise Glucosinolate, die antientzündlich wirken. © Gottfried Czepluch/Imago
Mann sammelt Himbeeren.
In allen Beeren finden sich Flavonoide, die ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Sie bremsen die Bildung von Botenstoffen, die im Körper Entzündungen verstärken. © Mint Images/Imago
Rote Zwiebelringe
Von Porree bis Knoblauch: Alle Zwiebelgewächse enthalten Sulfide, entzündungshemmende Schwefelverbindungen. © Addictive Stock/Imago
Salbei, Thymian, Petersilie und Rosmarin im Glas.
In Kräuter stecken großen Mengen an sekundären Pflanzenstoffen und ätherischen Ölen. So enthält beispielsweise Thymian Thymol und Minze Menthol, die antientzündlich wirken, indem sie in den Botenstoffwechsel des Immunsystems eingreifen.  © Panthermedia/Imago
Kamillentee
Die antientzündliche Wirkung von Wildkräutern wie der Echten Kamille ist in vielen Studien nachgewiesen. Als Tee lindert sie Beschwerden im Mund und im Magen-Darm-Trakt. Dabei hemmt sie Prostaglandine, Botenstoffe, die im Körper Entzündungsprozesse fördern. © Shotshop/Imago
Indische Gewürze in Schälchen
Gewürze, vor allem die der indischen und asiatischen Küche, sind nicht nur reich an sekundären Pflanzenstoffen. Sie regen auch die Durchblutung an. So wird zum Beispiel bei Arthrose die Gelenkschleimhaut gestärkt und der Entzündungsherd verkleinert. © imagebroker/Imago
Teller mit Algen und einer Dorade.
Gutes aus dem Meer: Sowohl Algen als auch Seefisch enthalten Omega-3-Fettsäuren, die Bausteine für Interleukine liefern. Diese Botenstoffe verringern chronische Abwehrreaktionen. © Panthermedia/Imago
Frau öffnet Walnüsse mit Hammer
Jeden Tag eine Handvoll Nüsse: Eine Studie zeigt, dass ihr Verzehr entzündliche Biomarker im Körper verringert. Vor allem Walnüsse. © agefotostock/Imago
Flaschen mit Pflanzenölen wie Leinsamen- oder Olivenöl
Hochwertige pflanzliche Öle aus Oliven, Hanf oder Leinsamen haben beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen einen positiven Effekt gezeigt.  © agefotostock/Imago
Fermentiertes Gemüse
Fermentiertes Gemüse liefert Ballaststoffe und Probiotika. Letztere sind Futter für Bakterien im Dickdarm, die entzündungshemmende Fettsäuren herstellen. © Westend61/Imago

Plötzlicher Herztod trifft viele Opfer im Schlaf

Unabhängig von der Grunderkrankung wird der plötzliche Herztod fast immer von einer Herzrhythmusstörung aus den Herzkammern ausgelöst. Experten sprechen von Kammerflimmern oder Kammertachykardien. Sie verursachen binnen weniger Minuten einen Herzstillstand. Oft sterben die Opfer im Schlaf. Allerdings gibt es durchaus Alarmsignale, wie Mediziner aus den Schilderungen wiederbelebter Patienten wissen. So berichtet ein Großteil von Symptomen vor dem Zusammenbruch. Dazu gehören Herzrasen, Atemnot, Brustschmerz, Schwindelattacken und kurzer Bewusstlosigkeit oder Schwarzwerden vor den Augen (in der Fachsprache Synkopen).

Patienten mit Herzschwäche sollten besonders auf der Hut sein

Besonders auf der Hut sein sollten Patienten mit einer fortgeschrittenen Herzschwäche (Fachbegriff Herzinsuffizienz) – insbesondere dann, wenn die Pumpleistung der linken Herzkammer stark eingeschränkt ist. Dann drohen bösartige, sehr schnelle Herzrhythmusstörungen. Diese Patienten erhalten in der Regel Medikamente, die die Pumpleistung ihres Herzens verbessern sollen. Zudem wird ihnen in manchen Fällen ein Defibrillator eingesetzt. Er gibt im Falle einer bösartigen Rhythmusstörung elektrische Impulse ab, um den plötzlichen Herztod zu verhindern. Diese lebensrettenden Stromschocks können allerdings sehr schmerzhaft sein. „Es fühlte sich an, als würde ich innerlich verbrennen“, berichtete der frühere Profi-Fußballer Daniel Engelbrecht unserer Zeitung, „trotzdem bin ich natürlich froh, dass mir der Defi in meiner Brust bereits mehrfach das Leben gerettet hat.“

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