VonSimon Stockschließen
Nicht alle genießen das Sommerwetter. Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon und der Rasen leiden unter starker Hitze. Gießen ist wichtig, aber es gibt Regeln.
Hamm - Sonne tut Menschen und Pflanzen gut, zu viel Wärme ist jedoch schlecht. Wir können bei Hitze in den Schatten oder in klimatisierte Räume flüchten, Pflanzen auf Balkon, Terrasse und im Garten nicht. Sie brauchen unsere Hilfe, um an heißen Sommertagen nicht einzugehen. Wir fassen die wichtigsten Tipps zusammen.
Garten im Sommer: So schützt man Pflanzen und Rasen bei Hitze richtig
Pflanzen benötigen zwar die Wärme und das Sonnenlicht, um gedeihen zu können, aber der prallen Sonne einer sommerlichen Hitzewelle sind nur die wenigsten heimischen Arten gewachsen. Das gilt in besonderem Maße für Kübelpflanzen, denn sie haben im Gegensatz zu anderen Gewächsen im Garten nur wenig Erde zur Verfügung und daher kaum Möglichkeiten, Wasser zu speichern.
Wasser ist der entscheidende Faktor, um Pflanzen über eine Hitzephase zu retten. Das Gießen im Sommer ist eine Wissenschaft für sich: Faktoren wie Pflanzenart, Ort und Bodenbeschaffenheit müssen ins Kalkül gezogen werden. Es gibt jedoch einige fundamentale Regeln, die Hobbygärtner immer beherzigen sollten:
- Nicht in der prallen Sonne gießen: Das Wasser droht zu verdunsten, bevor es tief in den Boden eindringen kann. Außerdem wird durch Reflektieren des Sonnenlichts die Gefahr eines Sonnenbrandes erhöht – das gilt auch beim Befeuchten der Blätter. Am besten eignen sich die frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang zum Gießen – auch wenn das hart wird für Ihren Schlaf. Abends nach Sonnenuntergang ist ebenfalls eine Option.
- Nur bei Bedarf gießen, aber dann richtig: In einem Topf sollte die gesamte Erde befeuchtet werden. Eine Faustregel besagt, dass Pflanzen mit fleischigen oder kleinen Blättern weniger Wasser brauchen als groß- oder dünnblättrige Arten. Wenn man einmal mit dem Wässern in kurzen Abständen anfängt, bemühen sich die Pflanzen nicht, das Wasser aus tieferen Schichten zu holen.
- Wählen Sie die richtige Temperatur: Gießen Sie nicht mit sehr kaltem oder heißem Wasser.
Wer sich bei Topfpflanzen nicht sicher ist, ob sie Wasser benötigen, steckt ganz unwissenschaftliche seinen Finger in die Erde und prüft die Feuchtigkeit. Bleibt er trocken, ist es Zeit zum Gießen. Man kann die Pflanze auch aus dem Topf ziehen und kontrollieren, ob die Erde unten noch nass ist. Falls nicht: Wasser drauf.
Schnecken sind im Garten unerwünschte Gäste. Denn manche Schneckenarten schaden den Pflanzen. Hobbygärtner können die Schnecken aber mit Hausmitteln bekämpfen.
Auch der Boden entscheidet, wie oft eine Pflanze gegossen werden muss
Wie oft man eine Pflanze gießen muss, auch bei Hitze, hängt vom jeweiligen Wasserbedarf ab. Auch auf den Boden kommt es beim Gießen an. „Jede Pflanze hat dabei ihren natürlichen Standort“, sagt Garten-Experte Felix Bögemann im Gespräch mit wa.de. „Die einen wachsen auf Sand, die anderen auf Lehm.“ Das hat Auswirkungen auf die Häufigkeit des Gießens:
- Sandige Böden müssen häufiger gewässert werden, weil das wertvolle Nass schneller durchsickert und auch wieder verdunstet.
- Lehmige Böden halten das Wasser wesentlich länger und müssen weniger oft gegossen werden.
Pflanzen freuen sich in der Mittagszeit über Schatten
Wasser ist nicht alles. In der besonders heißen Mittagszeit etwa von 11 bis 16 Uhr freuen sich Pflanzen über Schatten. Kübelpflanzen und Kräutertöpfe lassen sich durch Wegbewegen recht einfach vor der direkten Sonneneinstrahlung schützen – vor allem dann, wenn sie aus leichtem Plastik sind statt aus schwerem Ton.
Beete lassen sich mit einem hellen Schirm oder einem hellen Sonnensegel beschatten. Aber Vorsicht: Hitze und Luft sollten sich darunter nicht stauen.
Rasenmähen bei Hitze ist möglich – aber es gibt Regeln
Nicht jeder Menschen mit Garten ist auch ein Hobbygärtner, der auf Blumen und besondere Pflanzen Wert legt. Manche haben einfach nur Spaß an einem schönen Rasen. Auch der will im Hochsommer richtig gepflegt werden. Beim Gießen gilt dasselbe wie bei anderen Pflanzen: nicht zu häufig, nicht zu wenig, am besten spätabends oder in der Nacht.
Auch auf das Rasenmähen sollte man verzichten, wenn es zu heiß ist. Nicht generell, aber zu bestimmten Tageszeiten. Auch dafür sollten Hobbygärtner den Abend nutzen. Bei Temperaturen über 30 Grad trocknet der Boden zu schnell aus. Der Rasen sollte nicht tiefer als sechs Zentimeter geschnitten werden.
Seit mehr als hundert Jahren sind im Botanischen Garten in Wuppertal exotische und bedrohte Pflanzen zu sehen. Mittendrin steht ein besonderer Turm.
Rubriklistenbild: © Oleksandr Latkun/Imago
