VonUlrike Hagenschließen
Ab Freitag sind 14 Bundesländer in den Sommerferien. Der ADAC warnt vor einem „der staureichsten Wochenenden der Saison“– und rät, bestimmte Strecken besser zu meiden.
München – Der ADAC warnt vor dem „schlimmsten Stau-Wochenende“ und rät dazu, dem Stau aus dem Weg zu fahren. Die Sommerferien starten in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und dem Norden der Niederlande, während die zweite Reisewelle aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu erwarten ist und dazu kommt. Der ADAC nennt die Strecken, auf denen es besonders kritisch wird.
Ausgerechnet zu den Sommerferien: Durch Baustellen-Rekordzahl droht auch Stau-Rekord
Wie der Automobilclub meldet, gibt es aktuell in Deutschland 1438 Autobahn-Baustellen, so viele wie lange nicht. Durch einige davon müssen sich Autofahrer bereits seit Jahren quälen. Denn in den Bereichen um die Baustellen muss man oftmals mit erheblich längeren Fahrzeiten rechnen. Einige Baustellen ziehen sogar Vollsperrungen nach sich:
- Kurzzeitige Autobahnsperrungen:
- A46 Düsseldorf Richtung Heinsberg zwischen Kapellen und Grevenbroich von Montag, 17. Juli, 19 Uhr, bis Freitag, 28. Juli, 5 Uhr
A61 Mönchengladbach Richtung Koblenz zwischen Kreuz Kerpen und Türnich ab sofort bis Sonntag, 23. Juli, 24 Uhr
A261 Eckverbindung Harburg, Hamburg-Südwest Richtung Buchholzer Dreieck, zwischen Dreieck Hamburg-Südwest und Tötensen von Sonntag, 23. Juli, 20 Uhr, bis Mittwoch, 2. August. - Längerfristige Autobahnsperrungen:
- A44 Kassel Richtung Dortmund zwischen Dreieck Kassel-Süd und Kreuz Kassel-West bis 30. Januar 2024
A45 Hagen Richtung Gießen zwischen Lüdenscheid-Nord und Raststätte Sauerland bis auf Weiteres
A45 Gießen Richtung Hagen zwischen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord bis auf Weiteres
A49 Kassel Richtung Gießen zwischen Kreuz Kassel-West und Baunatal-Mitte bis 30. Januar 2024
A59 Köln – Bonn in beiden Richtungen zwischen Dreieck Bonn-Nordost und Anschlussstelle Bonn-Vilich von Samstag, 24. Juni, bis Samstag, 5. August
A94 München – Passau in beiden Richtungen zwischen Malching und Übergang Anschluss B12-Malching-Nord bis 30. September 2023 - Umleitungen sind ausgeschildert. Es sind kurzfristige Änderungen und weitere Sperrtermine möglich. Weitere Informationen zu den Autobahnbaustellen finden Sie bei der ADAC Verkehrsinfo.
Ferienbeginn in 14 Bundesländern: Am Wochenende droht laut ADAC auf diesen Strecken Stau
Die meisten Reisenden dürften auf dem Weg in den Urlaub also in lange Staus geraten. Verkehrs-Experten des ADAC befürchten, dass die Situation sogar schlimmer sein wird als im Vorjahr. Sie raten, bestimmte Strecken und Wochenenden zu meiden.
Stau-Warnung des ADAC: Lange Staus auf vielen Strecken zum Beginn der Sommerferien 2023
Im Jahr 2022 wurden während der Sommerferien bundesweit 38.351 Staus gemeldet, berichtet der Automobilclub. Und ergänzt: „Schon an Ostern und Pfingsten war sehr viel mehr los auf den Straßen als 2022 oder davor“. Das ließe für Reisende in den Sommerferien Schlimmes befürchten. Vor allem fünf Strecken seien den Hauptreisezeiten seit Jahren besonders stark belastet und machten in der Regel mehr als zwei Drittel aller Staus in Deutschland aus.
Diese Strecken sollten Sie meiden – ADAC warnt vor den schlimmsten Stau-Strecken
- A1 Lübeck – Hamburg – Bremen – Köln
- A3 Oberhausen – Frankfurt – Nürnberg
- A7 Flensburg – Hamburg – Würzburg – Füssen
- A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
- A9 Berlin – Nürnberg – München
- Quelle: ADAC
Sommerferien: Hier droht am nächsten Wochenende den Autobahnen ein Stau-Chaos
Laut ADAC werden am nächsten Wochenende folgende Routen in beiden Richtungen am stärksten belastet sein:
- Fernstraßen zur Nord- und Ostsee
Großräume Hamburg und Berlin
A1 Bremen – Hamburg – Lübeck
A3 Frankfurt – Nürnberg – Passau
A5 Hattenbacher Dreieck – Karlsruhe – Basel
A7 Hamburg – Flensburg
A7 Hamburg – Hannover und Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
A9 Halle/Leipzig – Nürnberg – München
A10 Berliner Ring
A11 Berlin – Dreieck Uckermark
A19 Dreieck Wittstock – Rostock
A24 Berlin – Hamburg
A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
A93 Inntaldreieck – Kufstein
A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen
A99 Umfahrung München
ADAC erwartet Stau-Chaos auf Autobahnen – auch Ausweichstrecken stark belastet
Das Abfahren von der Autobahn bei Stau lohnt sich nicht immer, besonders nicht im Berufsverkehr, erklärt der ADAC. Dann seien auch Ausweichstrecken stark belastet. Nur bei Vollsperrungen wegen Unfällen sei das Ausweichen großräumig empfehlenswert. Navigationsgeräte mit Echtzeit-Verkehrsinformationen können hierbei hilfreich sein.
Wichtig im Stau auf der Autobahn: Rettungsgasse schon bilden, wenn der Verkehr stockt
Viele Autofahrer wissen es (noch) nicht: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr ins Stocken gerät, und nicht erst, wenn Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen. Verstöße werden hoch geahndet – mit Punkten in Flensburg, Fahrverbot und bis zu 280 Euro Bußgeld. In anderen Ländern wird noch härter durchgegriffen: In Italien, Österreich und Kroatien wird sogar das Autos beschlagnahmt.
So funktioniert die Rettungsgasse: Wenn Sie auf dem linken Fahrstreifen fahren, weichen Sie nach links aus, während die Autofahrer auf den anderen Fahrstreifen nach rechts fahren. In engen Baustellenbereichen mit schmaleren Fahrspuren kann es schwierig sein, die Rettungsgasse korrekt zu bilden. In diesem Fall wird empfohlen, mit ausreichendem Abstand versetzt zu fahren. Dadurch können Autofahrer im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.
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