Weniger Netto vom Brutto

Sozialabgaben steigen: Welche Arbeitnehmer und Rentner ab 2026 mehr Geld zahlen müssen

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Besserverdiener müssen ab Januar 2026 mehr Geld abführen. Die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungen steigen deutlich, das Nettoeinkommen sinkt.

Der Staat plant für das kommende Jahr einige finanzielle Verbesserungen, von denen Verbraucher in Deutschland profitieren. Nutznießer sind aber in erster Linie Familien mit Kindern und Geringverdiener. Menschen mit hohem Einkommen müssen sich dagegen ab Januar 2026 auf höhere Beiträge zur Sozialversicherung einstellen.

Die Einkommensgrenze, bis zu der Sozialbeiträge zu zahlen sind, wird 2026 neu festgelegt – was Besserverdiener finanziell belastet.

Änderung bei Sozialversicherungsbeiträgen belastet 2026 Gutverdiener in Deutschland

Der Grund, der zu weniger Netto und damit letztendlich weniger Geld bei den Gutverdienern führt: Die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen will die Merz-Regierung anheben, wie die Deutschen Presse-Agentur (dpa) schreibt. Die Grenzen legen fest, bis zu welchem Einkommen Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt werden müssen. Die Werte werden jährlich an die Lohnentwicklung angepasst, was schon 2025 zu neuen Einkommensgrenzen und mehr Abgaben für Gutverdiener führte.

2026 werden diese erneut zur Kasse gebeten. Ein entsprechender Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums wurde am Freitag zur Abstimmung an andere Ministerien weitergeleitet, berichtet das Politik-Portal Politico. In der Rentenversicherung soll die Beitragsbemessungsgrenze demnach zum 1. Januar 2026 von aktuell 8.050 Euro auf 8.450 Euro monatlich steigen.

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine Erhöhung vorgesehen: Die Beitragsbemessungsgrenze soll von derzeit 5.512,50 Euro auf 5.812,50 Euro monatlich steigen. Ab dem Jahr 2027 will die Merz-Regierung zusätzlich den Rentenbeitrag erhöhen: Eine Tabelle zeigt, wie viel dann vom Bruttolohn abgeht.

Was bedeutet Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist der maximale Teil des Bruttoeinkommens, der für die Berechnung von Sozialversicherungsbeiträgen herangezogen wird, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) erklärt. Alles, was darüber hinaus verdient wird, bleibt beitragsfrei. Die Anpassung dieser Grenze erfolgt auf Basis der allgemeinen Lohnentwicklung.

Beitragsbemessungsgrenze in Krankenversicherung soll noch stärker angehoben werden

Außerdem soll die sogenannte Versicherungspflichtgrenze – also die Einkommensgrenze, bis zu der Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert sein müssen – 2026 von derzeit 6.150 Euro auf 6.450 Euro brutto im Monat angehoben werden.

SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis hatte im Juni gefordert, Gutverdiener stärker in die gesetzliche Krankenversicherung einzubeziehen. Er schlug vor, die Beitragsbemessungsgrenze um rund 2.500 Euro anzuheben, um die Finanzlage der Kassen zu verbessern. Auch der Grünen-Politiker Janosch Dahmen sprach sich für Änderungen aus. Neben Strukturreformen plädierte er für eine stufenweise Angleichung der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung an das Niveau der Rentenversicherung.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Rainer Berg

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