Gesundheitsschutz im öffentlichen Raum

Grüne und SPD fordern Rauchverbot an öffentlichen Orten in Deutschland

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Frankreich hat es vorgemacht: Ab Juli gilt dort ein weitreichendes Rauchverbot im Freien. SPD und Grüne sehen darin ein Vorbild, besonders zum Schutz von Kindern.

Ein umfassendes Rauchverbot im Freien – was in Frankreich ab Juli Realität wird, stößt auch in Deutschland auf politische Zustimmung. Vertreter von SPD und Grünen plädieren dafür, ähnliche Regelungen auch hierzulande einzuführen. Im Zentrum der Debatte steht der Schutz von Kindern vor Passivrauch.

Frankreich macht es vor: Rauchverbot an zahlreichen öffentlichen Orten

Die französische Regierung will ab dem 1. Juli das Rauchen an zahlreichen öffentlichen Orten verbieten, darunter Parks, Bushaltestellen, Schulumfelder, Strände und Sportanlagen. „An Orten, an denen sich Kinder aufhalten, muss der Tabak verschwinden“, erklärte Gesundheitsministerin Catherine Vautrin der Tagesschau. Ziel sei es, eine erste rauchfreie Generation ab dem Jahrgang 2025 zu etablieren.

In Deutschland stoßen diese Pläne auf Zustimmung, so welt.de. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt bezeichnete das französische Vorgehen als „mutigen Schritt“. Gegenüber der Rheinischen Post sagte sie: „Es setzt ein klares Zeichen für den Gesundheits- und Kinderschutz und sollte auch in Deutschland als Vorbild dienen.“ Sie betonte insbesondere die gesundheitliche Belastung von Kindern durch Passivrauchen: „Ihre Körper sind deutlich empfindlicher.“

Auch die Grünen unterstützen die Idee eines Rauchverbots im Freien. Der gesundheitspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, sagt: „Ein Rauchverbot an öffentlichen Orten, wie es Frankreich plant, ist richtig – auch für Deutschland.“ Es reiche jedoch nicht aus, lediglich den Konsum einzuschränken, schreibt welt.de . „Frankreich ist längst weiter: mit deutlich höheren Tabaksteuern, Verkaufsverboten außerhalb lizenzierter Fachläden und einem umfassenden Werbeverbot“, so Dahmen. Die Merz-Regierung plant außerdem weitere entlastende Maßnahmen für Deutschland.

Die französische Regierung will ab dem 1. Juli das Rauchen an zahlreichen öffentlichen Orten verbieten. In Deutschland stoßen diese Pläne auf Zustimmung.

Ebenfalls im Fokus: E-Zigaretten und Vapes – „Vapes und E-Zigaretten sind gefährlicher als viele vermuten.“

Zudem rückt eine Erweiterung der Regelungen auf E-Zigaretten und Vapes in den Fokus. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sprach sich gegenüber der Funke Mediengruppe dafür aus, die bestehenden Regelungen auf diese Produkte auszudehnen: „Vapes und E-Zigaretten sind gefährlicher als viele vermuten.“ Sie verwies auf gesundheitsschädliche Stoffe in den Aerosolen und deren Funktion als Einstieg in die Abhängigkeit – besonders bei Jugendlichen, erklärt welt.de.

Während der Bund bereits gesetzliche Grundlagen für Rauchverbote in Einrichtungen des Bundes und im öffentlichen Verkehr geschaffen hat, sind für zahlreiche Regelungsbereiche wie Gaststätten, Schulen und Krankenhäuser laut welt.de die Länder zuständig. Warken fordert diese nun auf, ihre gesetzlichen Grundlagen entsprechend zu erweitern.

Hintergrund der Debatte: Rauchbedingte Krankheiten kosten Deutschland jährlich über 30 Milliarden Euro

Wie welt.de aufzeigt, ist der Hintergrund der Debatte der immense volkswirtschaftliche Schaden durch rauchbedingte Krankheiten. Laut Janosch Dahmen belaufen sich die Kosten für die Krankenkassen in Deutschland auf über 30 Milliarden Euro jährlich. Ein umfassenderer Schutz der Bevölkerung sei daher nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch ökonomisch geboten. Auch das Rauchen auf dem Balkon führt häufig zu Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago

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