Familienpolitik

SPD-Plan fordert mehr Elterngeldmonate – diese Vorteile hätten Millionen Eltern

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Die SPD möchte eine Reform des Elterngelds durchbringen. Die soll Eltern auch in schwierigen Situationen mehr Hilfe bieten.

Berlin – Nach der Bundestagswahl ist vor den Sondierungsgesprächen. Die SPD hat ehrgeizige Pläne für die Familienpolitik. Mit einer umfassenden Reform des Elterngeldes will sie Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern ermöglichen und partnerschaftliche Erziehung stärker fördern. Dabei soll nicht nur die Bezugsdauer verlängert, sondern auch der Mutterschutz ausgeweitet und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden.

Im Rahmen ihres Regierungsprogramms 2025 hat die SPD Anfang Januar angekündigt, die Elterngeldmonate zu erhöhen. Im Detail: Von derzeit 14 auf insgesamt 18 Monate. „Das Elterngeld und die Elternzeit bleiben eine Erfolgsgeschichte“, heißt es im SPD-Programm. „Während andere hier kürzen wollen, setzen wir auf eine Weiterentwicklung.“ Zum Vergleich: Im Wahlprogramm der CDU heißt es lediglich: „Wir verbessern das Elterngeld. Den Partnerschaftsbonus entwickeln wir weiter.“ Bei der Frage, wie genau dies aussehen wird, bleibt die CDU eine Antwort schuldig.

SPD-Plan sieht längere Bezugsdauer für das Elterngeld und zwei Wochen Sonderurlaub nach Geburt vor

Ein zentrales Element des SPD-Programms ist die Einführung einer sogenannten Familienstartzeit. Demnach sollen Väter oder Partner in den ersten zwei Wochen nach der Geburt eines Kindes bei voller, umlagefinanzierter Lohnfortzahlung freigestellt werden. „Wir wollen den Eltern mehr Zeit für die Familie geben und Partnerschaftlichkeit fördern“, betont die SPD.

Um Familien besser finanziell entlasten zu können: Die SPD will, laut Parteienprogramm, das Elterngeld deutlich länger genehmigen.

Darüber hinaus plant die SPD die Einführung eines gestaffelten Mutterschutzes bei Fehlgeburten. Dieses Konzept soll den individuellen Bedürfnissen betroffener Mütter gerecht werden und ihnen den nötigen Schutz sowie die erforderliche Zeit zur physischen und psychischen Erholung bieten. Ein weiterer Aspekt des Programms betrifft selbstständige Mütter. Die SPD setzt sich dafür ein, dass die nächste Bundesregierung „ein Konzept für einen Mutterschutz für Selbstständige entwickelt“. Ziel ist es, auch dieser Gruppe von Erwerbstätigen einen angemessenen Schutz während der Mutterschaft zu gewährleisten und somit die soziale Absicherung zu verbessern.

SPD-Pläne zur Familienpolitik: So soll das neue Elterngeld aussehen

Die geplante Reform des Elterngeldes sieht vor, dass jeder Elternteil Anspruch auf sechs nicht übertragbare Monate Elterngeld erhält. Zusätzlich sollen weitere sechs Monate flexibel zwischen den Eltern aufgeteilt werden können. Durch diese Neuregelung erhöht sich die Gesamtbezugsdauer des Elterngeldes von bisher 14 auf nunmehr 18 Monate. „Wir wollen noch stärkere Anreize für Väter setzen, deren Verhandlungsposition am Arbeitsplatz stärken und Familien in der frühen Phase besser unterstützen“, heißt es im SPD-Programm.

Diese bekannten Politiker sitzen jetzt nicht mehr im Bundestag

Christian Lindner
Die FDP ist an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und scheidet damit aus dem Bundestag aus. Noch 2017 hatte Parteichef Christian Lindner sie mit neuem Image und einem zweistelligen Ergebnis nach vier Jahren außerparlamentarischer Opposition wieder ins Parlament geführt – doch die Rechnung ging dieses Mal nach Ampel-Bruch und Unzufriedenheit der Wählerinnen und Wähler mit der Partei nicht auf.  © imago
Johannes Vogel, Fraktionsgeschäftsführer der FDP
Dem Wahlergebnis fiel damit auch Johannes Vogel zum Opfer. Er war zuletzt Fraktionsgeschäftsführer der FDP im Bundestag sowie stellvertretender Bundesvorsitzender. Durch das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde zieht auch er nicht wieder in den Bundestag ein.  © Rabea Gruber/dpa
FDP-Politikerin und frühere JuLi-Chefin Ria Schröder
Ria Schröder gilt als eine der personellen Hoffnungen der Freien Demokraten. Die Juristin war Vorsitzende der Jugendbewegung Junge Liberale und ist Mitglied des FDP-Bundesvorstands.  © Hannes P. Albert/dpa
Früherer FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai
Bijan Djir-Sarai saß ebenfalls für die FDP im Bundestag und war bis November 2024 ihr Generalsekretär. Nach dem Ampel-Bruch trat er von der Position zurück.  © Sebastian Gollnow/dpa
Linda Teuteberg, FDP-Spitzenkandidatin in Brandenburg
Linda Teuteberg hatte viel vor mit der FDP, als sie 2019 Generalsekretärin wurde. Von diesem Amt entfernte Christian Lindner sie jedoch zugunsten Volker Wissings schon vor dem Ende ihrer Amtszeit wegen Streitigkeiten. Auch sie ist durch das schlechte Abschneiden der FDP bei der Bundestagswahl 2025 nicht mehr im Bundestag vertreten. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Wolfgang Kubicki (FDP)
Auch den stellvertretenden Bundesvorsitzenden und FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki werden wir in dieser Legislaturperiode wegen des Scheiterns an der Fünf-Prozent-Hürde nicht im Deutschen Bundestag sehen.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Dürr, Fraktionschef der FDP im Bundestag
Christian Dürr ist Mitglied im Bundesvorstand der FDP und war zuletzt Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Bundestag. Auch er scheidet mit seiner Partei wegen ihres schlechten Wahlergebnisses aus dem Bundestag aus.  © imago
Marco Buschmann, FDP
Marco Buschmann war in der Ampel-Koalition als Bundesjustizminister tätig. Mit dem Bruch der Ampel gab er das Amt jedoch an Volker Wissing ab, der nach dem Zerwürfnis der Koalition aus der Partei austrat.  © Michael Kappeler/dpa
Volker Wissing, ehemals FDP und mittlerweile parteilos
Volker Wissing, in der Ampel-Koalition Verkehrsminister und später zusätzlich Justizminister, ließ zwar nach dem Scheitern der Ampel seine Partei hinter sich. In den neuen Bundestag zieht der jetzt parteilose Rechtsanwalt aber trotzdem nicht ein. Er möchte sich aus der Politik zurückziehen und in seiner Kanzlei arbeiten. © Hannes P Albert/dpa
Jens Teutrine, früherer Chef der Jungen Liberalen
Jens Teutrine war wie Ria Schröder auch Chef der Jungen Liberalen, bevor er in den Bundestag einzog. Mit dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag endet auch sein Mandat. © Serhat Kocak/dpa
Bettina Stark-Watzinger, ehemalige FDP-Bundesbildungsministerin
Ein weiteres prominentes Gesicht der Ampel-Koalition verlässt den Bundestag: Bettina Stark-Watzinger, die während der letzten Legislaturperiode Bundesbildungsministerin war.  © Christine Schultze/dpa
Sahra Wagenknecht, BSW-Gründerin und frühere Linken-Chefin
Politisch eklatant unterschiedlich, eint sie doch dasselbe Schicksal: Wie die FDP scheiterte auch das BSW an der Fünf-Prozent-Hürde – und zwar äußerst knapp. Einst Linken-Chefin, gründete Sahra Wagenknecht Anfang 2024 das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Trotz des aus dem Stand starken Abschneidens bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg zieht das Bündnis nach der Bundestagswahl knapp nicht ins Parlament ein.  © Frank Ossenbrink/imago
Amira Mohamed Ali, frühere Linken-Politikerin, zum BSW gewechselt
Amira Mohamed Ali war einst Abgeordnete der Linken, gründete jedoch zusammen mit Sahra Wagenknecht das BSW. Sie ist Parteivorsitzende – und nicht mehr im Bundestag. © Christoph Hardt/imago
Sevim Dagdelen, frühere Linken-Politikerin, zum BSW gewechselt
Auch Sevim Dagdelen entschied sich zum Parteiaustritt aus der Linken und zum Eintritt ins BSW, das bei der Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte und somit nicht im Bundestag vertreten ist.  © imago
Grünen-Politiker Cem Özdemir
Die Grünen verlieren nach der Bundestagswahl 2025 sogar ein Ministergesicht: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wird nicht mehr im Parlament vertreten sein. Jedoch entschied er das bereits selbst lange vor der Wahl. Er will der Bundespolitik den Rücken kehren und strebt in seiner Heimat Baden-Württemberg das Amt des Ministerpräsidenten an. © Hannes P Albert/dpa
Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar
Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar dürfte über die Grenzen Berlins hinaus nicht besonders bekannt gewesen sein – bis Ende 2024 Vorwürfe der Belästigung gegen ihn laut wurden. Eigentlich wollte er in seinem Wahlkreis Berlin-Pankow wieder zur Bundestagswahl antreten, jedoch entschied sich der Kreisverband bei einer erneuten Abstimmung stattdessen für Julia Schneider, die nun in den Bundestag einzieht. Die Vorwürfe hatten sich im Übrigen als falsch erwiesen.  © imago
Grünen-Politikerin Tessa Ganserer
Tessa Ganserer ist eine der bekanntesten Trans*-Politikerinnen Deutschlands. Im Bundestag setzte sich die Grüne vor allem für die Rechte queerer Menschen ein. Dass sie in der 21. Wahlperiode nicht mehr im Parlament sitzt, war ihre eigene Entscheidung. Sie trat nicht mehr als Kandidatin an. Wegen des „menschenverachtenden Hasses“, der ihrer Person entgegengebracht worden sei, wolle sie ihrem Leben noch einmal eine andere Richtung geben. © Dwi Anoraganingrum/imago
Grünen-Politikerin Renate Künast
Auch die prominente Grünen-Politikerin Renate Künast wird nicht mehr im neuen Bundestag vertreten sein – ebenfalls aus freien Stücken. Sie wollte nicht mehr antreten, „um Platz für Jüngere zu machen“, hatte Künast im Sommer 2024 erklärt. Vorher war sie bereits Landwirtschaftsministerin, Grünen-Fraktionschefin und Parteivorsitzende gewesen.  © Christoph Soeder/dpa
SPD-Politikerin Michelle Müntefering
Auch bei der SPD verlassen bekannte Gesichter den Bundestag. Michelle Müntefering (SPD), Ehefrau von Franz Müntefering, sitzt ebenfalls nicht mehr im Parlament. Das war jedoch schon vor der Bundestagswahl klar: Die SPD hatte nicht mehr sie, sondern Hendrik Bollmann für ihren Wahlkreis Herne - Bochum II nominiert. © M. Popow/imago
SPD-Politiker und ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, Michael Müller
Michael Müller (SPD) war einst Regierender Bürgermeister von Berlin und zog 2021 in den Bundestag ein. Damals hatte er in seinem Wahlkreis Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf die meisten Stimmen bekommen, diesmal landete er hinter Lukas Krieger (CDU) und Lisa Paus (Grüne) nur auf dem dritten Platz und verpasste damit sein Ticket ins Parlament.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Der frühere SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert
SPD-Promi Kevin Kühnert hatte eine steile politische Karriere hingelegt. Er war Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD und seit 2021 Generalsekretär. Von dem Amt trat er 2024 zurück und kündigte an, sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurückzuziehen und nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen.  © Michael Kappeler/dpa
SPD-Politiker Michael Roth
Der hessische SPD-Politiker Michael Roth entschied sich ebenfalls weit vor der Wahl, nicht mehr für den Bundestag anzutreten. In seinem Fall spielte auch sein Einsatz für die Ukraine eine Rolle, der nicht allen in der Partei gefallen habe, und er habe sich mit der Zeit von den Sozialdemokraten und dem Politikbetrieb entfremdet. © imago
CDU-Politiker Helge Braun
Trotz ihres Wahlsiegs verliert auch die Union ein bekanntes Gesicht: Helge Braun war unter Angela Merkel Kanzleramtschef. Ende 2024 kündigte der Arzt aus Gießen an, sich aus der Politik zurückziehen zu wollen.  © Kay Nietfeld/dpa
CSU-Politiker Peter Ramsauer
Auch aus der Schwesterpartei CSU verschwindet eine bekannte Persönlichkeit: Der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer scheidet aus dem Bundestag aus – auf eigenen Wunsch war er nicht mehr angetreten. © Michael Kappeler/dpa
Susanne Hennig-Wellsow, Die Linke
Auch die Linke verbüßt trotz überraschend starkem Wahlergebnis Abgänge: unter anderem Susanne Hennig-Wellsow. Die frühere Bundesparteivorsitzende ist nicht mehr zur Bundestagswahl angetreten. Sie wollte sich beruflich etwas Neuem widmen. © Frederic Kern/imago

Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beträgt das Basiselterngeld in der Regel 65 Prozent des Netto-Einkommens, das vor der Geburt erzielt wurde und danach wegfällt. Dabei gilt ein Höchstbetrag von 1.800 Euro, basierend auf einem maximal berücksichtigten Netto-Einkommen von 2.770 Euro vor der Geburt. Für Geringverdiener gelten höhere Prozentsätze: Wer vor der Geburt weniger als 1.240 Euro verdient hat, erhält je nach Einkommen bis zu 100 Prozent des Einkommensunterschieds als Elterngeld. In jedem Fall gibt es eine Mindestzahlung, selbst wenn vor der Geburt kein eigenes Einkommen erzielt wurde.

Kann sich die SPD mit der Union auf die Kindergeld-Reform einigen?

Die SPD betont in ihrem Regierungsprogramm, dass die konkrete Ausgestaltung der Arbeitszeit ein Kernbestandteil der Tarifautonomie ist. Die Tarifvertragsparteien sollen in den jeweiligen Branchen die Bedürfnisse und Gegebenheiten beurteilen und passgenaue Lösungen finden. „Wir unterstützen die Gewerkschaften in dem gemeinsamen Ziel, dem gesteigerten Bedürfnis der Beschäftigten nach flexibleren Arbeitszeiten, Arbeitszeitverkürzung oder mehr Wahloptionen und einer damit einhergehenden besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit Rechnung zu tragen“, so die SPD weiter.

Wie die Familienpolitik am Ende im Detail aussehen wird, wird man allerdings erst nach Ablauf der Sondierungsgespräche bzw. dem Abschluss des Koalitionsvertrags, aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen CDU/CSU und der SPD, genau wissen. (ls)

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