Rationierung und Lieferengpässe

Speiseöl wird knapp: Ukraine-Krieg trägt zu Lieferengpässen bei - Aldi unternimmt drastische Schritte

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Neben anderen Lebensmitteln wird nun auch das Speiseöl knapp. Bei Aldi kommt es sogar zu drastischen Rationierungen. 

Schwarzenbach – Wer an die Anfangszeit der Corona-Pandemie zurückdenkt, erinnert sich bestimmt noch gut an den Anblick von leergefegten Supermarktregalen und Hamstereinkäufen von Toilettenpapier, Nudeln und anderen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs. Zwar hat sich das Kaufverhalten hierzulande wieder weitgehend beruhigt, die Lebensmittelknappheit besteht aber trotzdem weiter. Neben Lieferengpässen und Preiserhöhungen bei Toilettenpapier wird nun auch das Speiseöl knapp – was bei Discountern wie Aldi zu drastischen Schritten geführt hat. 

Speiseöl wird knapp: Aldi führt strikte Rationierung ein

Wer gerne mit Sonnenblumen- und Rapsöl kocht, muss sich in Zukunft möglicherweise auf ein paar Änderungen einstellen. Denn vielen Supermärkten geht hierzulande das Speiseöl aus. Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, sollen bei Rewe und Netto große Lieferengpässe der beiden beliebten Öle bestehen. Beim Discounter-Giganten Aldi hingegen sollen drastische Maßnahmen ergriffen worden sein, um das bestehende Sortiment zu rationieren. So sollen pro Kunde nur noch vier Flaschen der Eigenmarke Bellasan verkauft werden.

Speiseöl darf bei keinem Wocheneinkauf fehlen. Kunden der großen Discounter und Supermärkte müssen sich in nächster Zeit jedoch auf eine Knappheit des beliebten Lebensmittels einstellen.

Speiseöl wird knapp: Hintergründe sind vielschichtig

Wie auch bei der andauernden Knappheit an Toilettenpapier sind die Hintergründe des Speiseöl-Mangels vielschichtig. Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, sollen vor allem Missernten, Corona-bedingte Komplikationen wie Personalausfälle und ein Anstieg der Herstellungskosten schuld sein. Zudem sollen laut Aussagen eines Industrievertreters gegenüber der LZ zwei große Speiseöl-Produzenten aus dem Geschäft ausgestiegen sein. Diese Probleme spiegeln sich in den Preisen der Produkte wider, die im vergangenen Jahr einen rasanten Anstieg verzeichnen konnten. So soll günstiges Speiseöl einst für weniger einen Euro erhältlich gewesen sein, koste mittlerweile aber im Schnitt etwa 1,79 Euro.

Speiseöl wird knapp: Ukraine-Krise trägt zu Mangel bei

Wie Momme Matthiesen, der Geschäftsführer des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrie (Ovid) gegenüber der Lebensmittel Zeitung erklärte, soll neben Missernten in anderen Exportländern auch die aktuelle Krisensituation in der Ukraine, einem wichtigen Lieferanten von Saaten für die Ölproduktion, den Engpässen beigewirkt haben. Trotz Lieferengpässen und Preisanstiegen bestehe laut Matthiessen derzeit aber noch keine Gefahr für die Versorgungssicherheit. Trotzdem kann man nur hoffen, dass sich die Lage bald wieder bessert und das Öl den Weg zurück in die Supermarktregale findet. (le)

Rubriklistenbild: © dpa/Daniel Karmann

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