Radikale Verjüngungskur

Von Aster bis Sonnenhut – vermehren Sie Ihre Stauden im Frühjahr

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Das Frühjahr ist für viele Staudenarten ein guter Zeitpunkt zur Vermehrung – aber nicht für alle.
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Wer spätblühende Stauden im zeitigen Frühjahr teilt, hält die Pflanzen gesund und verlängert die Blüte im Herbst. Und das Beste: Es kostet nichts.

Eine einfache Gärtnerregel besagt, dass man Frühjahrsblüher im Herbst teilt und Stauden, die im Spätsommer oder Herbst blühen, im Frühling. So haben die Pflanzen jeweils noch lange Zeit, wieder gut anzuwachsen. Dies ist nicht jedes Jahr nötig, aber es kräftigt die Pflanzen und ältere Exemplare bekommen einen neuen Anreiz, mehr Blüten zu bilden. Ganz nebenbei lassen sich die Stauden einfach und kostengünstig vermehren.

Stauden vermehren: Wenn man sie früh teilt, blühen sie länger

Im Laufe der Jahre lassen viele Stauden Blätter und Blüten missen und verkahlen zusehends. Spätestens dann ist eine Verjüngungskur angebracht. Das Frühjahr ist ein besonders guter Zeitpunkt, um Stauden zu teilen, da die umgesetzten Pflanzen mit zunehmendem Licht und mehr Wärme einen kräftigen Wachstumsschub mitnehmen können. So eignen sich hier beispielsweise Winterastern, Sonnenhut, Sonnenbraut, Indianernessel, Margeriten oder Eisenhut und viele andere Blumen, die ab etwa Juli ihre Blüten entfalten.

Mit zwölf Stauden durch das Jahr: Dank ihnen blüht es im Garten jeden Monat

Lenzrose (Helleborus orientalis) im Schnee
Den Neujahrsstart legt die Lenzrose (Helleborus orientalis) hin, in Altrosé oder Rottönen. © imagebroker/Imago
Ein fliederfarben blühendes Vorfrühlings-Alpenveilchen
Das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) zeigt seine Blüten schon im Februar. Die Staude kann man aber das ganze Jahr über pflanzen. © imagebroker/Imago
Zwerg-Felsenblümchen (Draba bruniifolia) im Steingarten
Das wintergrüne Zwerg-Felsenblümchen (Draba bruniifolia) sorgt in Steingärten ab März für Farbe. © McPHOTO/Imago
Eine gelb blühende Schwefel-Elfenblume (Epimedium)
Ab April ist die robuste, pfelgeleichte Elfenblume (Epimedium) in bester Blühlaune. © blickwinkel/Imago
Pinkfarbenes Tränendes Herz (Dicentra)
Im Mai macht das Tränende Herz (Dicentra) mit weißen oder pinken Blüten auf sich aufmerksam.  © imagebroker/Imago
Rot blühende Indianernessel (Monarda)
Die Indianernessel (Monarda) reckt ihre frechen Blütenköpfe ab Juni in die Höhe.  © blickwinkel/Imago
Ein weiß-rosa und ein pink blühender Phlox
Ein Klassiker, der aber viele Farbvarianten parat hat: Die Flammenblume (Phlox paniculata) blüht ab Juli. © imagebroker/Imago
Eine rosafarbene Herbst-Anemone (Anemone japonica)
Die Herbst-Anemone (Anemone japonica) fängt im Spätsommer in Pastellfarben an zu blühen. © agefotostock/Imago
Blau blühende Glattblatt-Aster (Aster novi-belgii)
Die Glattblatt-Aster (Aster novi-belgii) blüht ab September recht spät im Jahr, dafür aber üppig. © Panthermedia/Imago
Blühende Oktober-Silberkerze (Actaea simplex)
Die Oktober-Silberkerze (Actaea simplex) verschönert den Garten mit ihren weißen Rispen im Herbst. © agefotostock/Imago
Drei Blüten des Storchschnabel Rozanne
Der Storchschnabel ‚Rozanne‘ blüht bis in den November. © McPHOTO/Imago
Blühende Christrose
Sie blüht nicht bunt, sondern weiß, aber immerhin im Dezember: die Christrose (Helleborus niger). © Gottfried Czepluch/Imago

So teilen Sie Ihre Stauden Schritt für Schritt:

  1. Die Staude, die Sie teilen möchten, sollte gesund und gut gewachsen sein, die Teilstücke sollten so groß sein, dass sie später genug Wurzeln und wenigstens einen neuen Trieb haben.
  2. Graben Sie die Mutterpflanze aus und schütteln Sie etwas Erde ab. Durchtrennen Sie die Pflanze mit einem scharfen Messer in zwei oder mehr Teile. Ist der Wurzelstock größer, eignet sich auch ein Spaten.
  3. Entfernen Sie dabei tote, kranke und vertrocknete Pflanzenteile. Die Wurzeln kann man ein wenig einkürzen.
  4. Die Teilstücke schnell mit etwas organischem Dünger an den gewünschten Platz im Garten einpflanzen. Vergessen Sie nicht, die Pflanzen nach dem Umsetzen gut anzugießen.

Wer sich nicht sicher ist, wohin er die mehr gewonnenen Stauden pflanzen soll, könnte bei der Gelegenheit ein neues Staudenbeet planen und anlegen.

Nicht alle Stauden werden gern geteilt und umgesetzt, sondern blühen auch nach Jahren mit voller Kraft. Dazu zählen das Tränende Herz, Rittersporn, Pfingstrosen, Chinaschilf oder die Silberkerze.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Stauden zu teilen? Eine bewährte Gärtnerregel besagt, dass man Frühjahrsblüher im Herbst und Spätsommer- sowie Herbstblüher im Frühling teilt. So haben die Pflanzen ausreichend Zeit, vor ihrer nächsten Blütezeit gut anzuwachsen. Das Frühjahr bietet den Vorteil, dass die geteilten Pflanzen den Wachstumsschub durch zunehmendes Licht und wärmere Temperaturen optimal für sich nutzen können.

Kann man alle Stauden durch Teilung vermehren? Die meisten Stauden, die Horste bilden, lassen sich sehr gut durch Teilung vermehren. Dazu zählen zum Beispiel Astern, Sonnenhut, Sonnenbraut, Indianernessel oder Margeriten. Bei Stauden mit Pfahlwurzeln, wie dem Rittersporn, ist diese Methode hingegen nicht empfehlenswert. Informieren Sie sich am besten vorab über die spezifischen Eigenschaften Ihrer Pflanze.

Welche Stauden sollte man nicht teilen? Einige Stauden bevorzugen es, ungestört an ihrem Platz zu wachsen und belohnen dies mit einer jährlich zunehmenden Blütenpracht. Dazu gehören beispielsweise das Tränende Herz, Rittersporn, Pfingstrosen, Chinaschilf und die Silberkerze. Diese Pflanzen haben oft eine tiefreichende Pfahlwurzel oder unbewurzelte Einzeltriebe.

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