VonLarissa Strohbuschschließen
Die Alpen in Ihrem Vorgarten: Mit einem Steingarten holen Sie sich eine wunderschöne Berglandschaft zu sich nach Hause. Eine Anleitung und Pflanzenauswahl.
Ein schöner Garten ohne zu gärtnern: Nicht jeder buddelt leidenschaftlich gerne in der Erde und umsorgt liebevoll jahrein und jahraus seine Pflanzen. Wer es sich lieber leicht macht, integriert einen Steingarten in seinem Außenbereich. Zugegeben, das bedeutet erstmal einiges an Arbeit. Aber wenn das Steinbeet einmal steht, ist es sehr pflegeleicht, schön anzusehen und noch dazu nachhaltig.
Schritt 1: Erstellen Sie eine Skizze Ihres zukünftigen Steingartens
Einen ökologisch sinnvollen Steingarten sollten Sie nicht einfach blindlings anlegen. Je größer, desto sorgfältiger müssen Sie planen. Dafür legen Sie vorab eine Skizze an. Wichtig ist als Erstes die Lage: Ein Steinbeet sollte immer sonnig liegen und möglichst nach Süden oder Südwesten ausgerichtet sein. Im besten Fall besteht eine Hanglage mit um die zehn Prozent Steigung. Mehr oder weniger sind auch in Ordnung – brauchen aber spezielle Vorkehrungen.
So planen Sie Ihr Steinbeet:
- Wählen Sie einen geeigneten Standort in Ihrem Garten aus.
- Zeichnen Sie alle Stellen ein, die auf Grund von Bäumen oder Ähnlichem im Schatten liegen.
- Prüfen Sie die Bodenbeschaffenheit.
- Überlegen Sie, wie groß die Steine sein dürfen – eine weitläufige Fläche verträgt auch einen Felsbrocken. In kleineren Steingärten bleiben Sie besser bei kleinen bis mittelgroßen Varianten. Machen Sie sich auch schon Gedanken darüber, welche Gesteinsarten Sie bevorzugen. Alle sollten witterungsbeständig sein. In großen Anlagen dürfen Sie sich mit verschiedenen Arten austoben, in kleinen ist weniger mehr.
- Zeichnen Sie ein, wo Sie Wege oder Wasserläufe anlegen oder eventuell Bänke aufstellen wollen.
- Skizzieren Sie, wo Sie die großen Steine platzieren möchten.
- Überlegen Sie sich, welche Gewächse Sie wo einpflanzen. Achten Sie dabei darauf, wie hoch sie wachsen und wie viel Platz sie in die Breite brauchen. Bedenken Sie auch, dass manche Pflanzen Kalk mögen, andere aber nicht.
Schritt 2: Steingarten anlegen
Nun geht es an die Arbeit. So entsteht ein Steingarten:
- Besorgen Sie sich Ihre Steine – idealerweise nehmen Sie heimische Gesteinsarten aus dem Steinbruch. Das ist auch am günstigsten. Sie brauchen außerdem Kies, Sand, Bauschutt, eventuell nährstoffarme Erde, Wühlmausdraht und Unkrautvlies (werblicher Link).
- Heben Sie Ihren Boden etwa 30 bis 50 Zentimeter tief aus. Entfernen Sie dabei Unkraut und Wurzeln.
- Legen Sie einen Wühlmausdraht aus, um die unerwünschten Schädlinge sanft loszuwerden.
- Haben Sie keine Hanglage oder weniger als zehn Prozent Steigung, erstellen Sie eine Drainage. So kann das Wasser gut abfließen. Dafür füllen Sie Ihre Grube etwa zehn bis 20 Zentimeter mit einer Mischung aus Kies, Sand, Bauschutt und Erde. Ist der Hang zu steil, legen Sie Ihren Steingarten in Terrassen an.
- Darüber folgt ein Unkrautvlies – das erspart Ihnen viel Arbeit. Die einzelnen Teile sollten sich mindestens zehn Zentimeter überlappen. Schlitzen Sie ein Kreuz an den Stellen ein , wo später große Steine liegen sollen.
- Nun füllen Sie den Rest der Anlage mit sandig-kiesiger Erde auf. Dafür können Sie den vorhandenen Mutterboden mit Sand und Kies durchmischen.
- Als Nächstes setzen Sie die großen Steine. Die breite Fläche liegt dabei unten. Der Stein sollte etwa ein Drittel im Boden vergraben sein.
- Es folgen die mittelgroßen und kleinen Steine, Wasserlauf, Wege und Bänke.
- Bevor Sie Ihre Gewächse pflanzen, muss der Garten ein paar Tage ruhen. So sacken die Steine ein und sitzen fest.
- Zum Schluss wird Ihr Steingarten grün.
Schritt 3: Passende Pflanzen für den Steingarten finden
In Steinbeet gedeiht eine Vielzahl an zähen Pflanzen aus Bergregionen, die auch wechselhaftes Wetter und trockene Sommer gut aushalten. Dazu gehören Blumen und Stauden, Farne, Gehölze und Sukkulenten. Sie können dabei wählen, ob Sie sich streng an Pflanzen aus einer bestimmten Region halten oder wild mischen. Achten Sie nur darauf, dass der Kalkgehalt Ihrer Steine zu den Bedürfnissen der Gewächse passt. Ein beliebtes Konzept ist das Alpinum. Das imitiert die Landschaft der Alpen mit ihrer Flora.
Mit zwölf Stauden durch das Jahr: Dank ihnen blüht es im Garten jeden Monat




Typische Pflanzen für Ihr Alpinum:
- Edelweiß
- Enzian
- Glockenblume
- Hahnenfuß
- Kugelblumen
- Kuhschellen
- Latschenkiefer
- Nelken
- Primeln
- Steinbrech
- Winterheide
Eine andere Möglichkeit ist es, sich auf einen mediterranen Steingarten zu fokussieren. Beliebte Steingewächse hierfür sind:
- Ginster
- Lavendel
- Rosmarin
- Salbei
- Thymian
- Zwerg–Kiefern
- Zypressen
Haben Sie die Pflanzen einmal gesetzt, müssen Sie sich nicht mehr viel kümmern. Denken Sie nur daran, in trockenen Zeiten regelmäßig zu gießen. Gerade zu Beginn sollten Sie auch ein Auge auf Unkraut haben – Moose und andere unerwünschte Gäste, könnten sonst die Jungpflanzen ersticken.
Wie nachhaltig ist ein Steingarten?
Steinige Gärten haben einen schlechten Ruf. Doch darf der Steingarten nicht mit dem Schottergarten verwechselt werden. Letzterer ist so schlecht für die Natur, dass er in manchen Regionen sogar verboten ist: Hier kann nichts wachsen, der Boden heizt sich durch die Steine auf, Wasser kann nicht absickern. Das ist im Steingarten ganz anders. Die gezielt geplante Steinlandschaft bietet Schatten und das ganze Jahr über Unterschlupf für kleine Reptilien und Insekten. Dazwischen blühen heimische Pflanzen und das Wasser kann im sandigen Boden gut versickern.
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