Erleichterung auch für Arbeitnehmer

Steuererklärung für Rentner bald Geschichte? Reform könnte Millionen entlasten

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Die Steuererklärung für Rentner könnte bald der Vergangenheit angehören. Die Deutsche Steuergewerkschaft plant eine Reform, die Millionen entlasten könnte.

Millionen von Arbeitnehmern und Rentnern graut es jedes Jahr vor der Steuererklärung – komplizierte Formulare, unklare Regelungen und die Angst vor Fehlern machen sie zur lästigen Pflicht. Doch nun ist eine Steuerreform im Gespräch, die genau das ändern könnte: Künftig sollen viele Menschen von der Steuerpflicht befreit werden. Doch wer wäre davon betroffen und welche Auswirkungen hätte das?

Revolution des Steuerrechts: Experte plant Entlastung für Rentner und Arbeitnehmer

Die Rente zählt in Deutschland als Einkommen und verpflichtet Rentner daher zur Abgabe einer Steuererklärung. Doch nicht alle Senioren müssen ihre Steuern machen, wann Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, hat echo24.de bereits berichtet. So oder so: Steuererklärungen sind immer kompliziert und damit auch lästig. Laut Heilbronner Stimme könnte diese lästige Pflicht aber bald der Vergangenheit angehören.

Aber wie? Mit einer Revolution des Steuerrechts will Florian Köbler das Problem lösen. Gelingt das, dürfte der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG) Millionen Menschen glücklich machen. Mit einem Fünf-Punkte-Aktionsplan soll der angestrebte Umbau gelingen. Die Bundespolitik habe das Thema auf der Agenda, so Köbler. Als Mitglied einer Expertenkommission hat der Finanzwissenschaftler die Regierung unabhängig beraten.

Steuerreform könnte Rentner und das Finanzamt entlasten

Doch wie sieht der Plan genau aus und wo liegen die Probleme? Nach Ansicht der Experten liegt das Problem nicht nur darin, dass die Steuererklärung für Rentner kompliziert ist. Es liegt vor allem daran, dass jemand die vielen Steuererklärungen beim Finanzamt bearbeiten muss. Und da die geburtenstarken Jahrgänge bald in Rente gehen, bricht ein Drittel des Personals weg, so der Experte.

Schon jetzt könnten Stellen nicht mehr besetzt werden. „So wie wir das Spiel derzeit betreiben, sind wir nicht zukunftsfähig“, sagt Köbler der Heilbronner Stimme. Die Abschaffung der Einkommenssteuererklärung für Millionen Menschen ist dabei nur ein Punkt, den die Experten in zwei Schritten angehen wollen.

Automatisierte Steuererklärung ab 2026?

Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern schwebt Florian Köbler vor, dass ab 2026 für jeden Arbeitnehmer und Rentner auf Basis der elektronisch vorliegenden Daten eine automatisierte Steuererklärung erstellt wird. Bei Bedarf könnten die Rentner innerhalb einer bestimmten Frist Ergänzungen oder Fehlerkorrekturen vornehmen.

In einem zweiten Schritt könnte ab 2028 ein digitaler Lohnsteuerabzug für Arbeitnehmer in Echtzeit umgesetzt werden. Sprich: auf Basis aller steuerrelevanten Daten individuell mit dem Gehalt verrechnet werden. „Das führt dazu, dass am Ende mehr Netto übrig bleibt“, sagt Köbler. Und die Steuererklärung entfällt. Das würde auch für Rentner gelten, die nach der Pensionierung weiterarbeiten wollen. Das wäre gerechter, bisher behält der Staat mehr Steuern ein – was sich in den Rückzahlungen widerspiegelt.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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