Vorsicht bei Verkehrsverstößen in der Schweiz: Bußgelder können in Deutschland leichter einkassiert werden
VonSebastian Oppenheimer
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Einen Bußgeldbescheid aus der Schweiz konnten deutsche Autofahrer bislang teilweise ignorieren. Doch damit ist aufgrund eines Gesetzentwurfs nun bald Schluss.
Im Vergleich zu Deutschland werden in anderen Ländern Verkehrssünder oft deutlich härter bestraft. In Dänemark beispielsweise gibt es das sogenannte „Wahnsinnsfahrt“-Gesetz: Bei extremen Vergehen kann die Polizei Autos beschlagnahmen und sogar versteigern. Und in Italien ist eine drastische Erhöhung der Bußgelder in Planung: Für Handy-Nutzung am Steuer können dort dann bis zu 1.700 Euro fällig werden. Wer in diesen Ländern erwischt wird, sollte – nach gründlicher Prüfung – das Bußgeld bezahlen. Denn weil es sich um EU-Länder handelt, kann es auch in Deutschland eingetrieben werden. Bei Bußgeldern in der Schweiz war das bislang nicht so – doch das ändert sich bald.
Verkehrsverstöße in der Schweiz: Bisher konnten Deutsche Bußgeldbescheide oft aussitzen
Wer in der Schweiz geblitzt oder beim Falschparken erwischt wurde, konnte die Bezahlung des Bußgelds bislang aussitzen – weil Bußgelder aus Nicht-EU-Ländern hierzulande nicht vollstreckt werden können. Nur bei einer eventuellen Wiedereinreise mussten säumige Verkehrssünder dann mit einigen Unannehmlichkeiten rechnen. Sofern man nicht wieder in die Schweiz reiste, war jedoch kaum etwas befürchten. Doch nun hat der Bundestag laut einem Bericht der dpa einen Gesetzentwurf zur polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit mit der Schweiz verabschiedet, der dies künftig ändert.
Hohe Bußgelder: In der Schweiz werden für Verkehrsverstöße deutlich höhere Beträge fällig als hierzulande
Noch ist nicht klar, wann genau das neue Gesetz in Kraft tritt. Einen Strafzettel aus der Schweiz sollte man dennoch künftig besser bezahlen – natürlich nach eingehender Prüfung. Denn bald können die Bußgelder aus der Schweiz auch hierzulande vollstreckt werden. Und Geldbußen für Verkehrsverstöße können in der Schweiz deutlich höher ausfallen als in Deutschland. Laut bussgeldkatalog.org kann eine Geschwindigkeitsüberschreitung zwischen 11 und 15 km/h zwischen 120 und 250 Schweizer Franken kosten – umgerechnet zwischen rund 127 und 264 Euro (Stand Ende Oktober 2023). In Deutschland werden dafür höchstens 50 Euro fällig. Die Vollstreckungsmöglichkeiten gelten auch umgekehrt, wie der ADAC betont. Heißt: Auch Schweizer, die in Deutschland Verkehrsverstöße begehen, kommen um eine Bezahlung nicht mehr herum.
Rätselhafte Verkehrszeichen: Zehn Schilder, deren Bedeutung nicht jedem klar ist
Nicht nur im Ausland ist es übrigens wichtig, seinen Strafzettel einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Immer wieder verteilen Betrüger Fake-Knöllchen, wie kürzlich ein 42-Jähriger in Berlin. Manche gefälschten Strafzettel sind allerdings nicht allzu schwer zu erkennen: Über in Berlin verteilte, relativ plump gefälschte Strafzettel, wurde im Netz herzlich gelacht.