Kreativsein für die Gesundheit

Entspannung erlernen: Hilft malen gegen Stress?

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Kreatives Malen und Zeichnen wirkt beruhigend und entspannend. Dafür müssen Sie keinesfalls ein begabter Künstler sein.

Malen nach Zahlen, geometrische Mandalas oder einfach drauf los zeichnen: Das Malen mit Farben kommt fast einer Meditation gleich und wirkt entspannend. Gerade bei Unruhe und Stress soll schon das Ausmalen mit Buntstiften helfen. Beim Ausfüllen der Felder mit Farben scheinen schon nach kurzer Zeit die Gedanken zu fließen. Wer sich kreativ betätigt, gerät meist in eine Art Parallelwelt, eine Art „flow“. Das kann vor allem in anstrengenden Lebensphasen als Ressource dienen.

In den „flow“ kommen, der Stress reduziert

Der Begriff „flow“ kommt aus der Psychologie und wird im Zusammenhang mit der intrinsischen Motivation gebraucht, bei der man durch eine Tätigkeit in einen derart positiven und beglückenden Zustand, mit völliger Vertiefung, gelangt. Wer sich im „flow“ befindet, ist besonders engagiert, hoch konzentriert und vollkommen auf eine Aufgabe fokussiert, nach Angaben des Instituts für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm.

Malen bei Stress und Unruhe: Kreativ sein hilft zu entspannen

Kreativsein wie Malen kann helfen, Stress abzubauen.

Etwa 46 Prozent der Bevölkerung setzen kleine kreative „Fluchten“ ein, wenn sie sich gestresst oder ängstlich fühlen, wie US-amerikanische Forscher herausfanden. Im Rahmen der repräsentativen Befragung analysierten sie die Antworten von 2202 Erwachsenen. Das Ergebnis: Jene Probanden, die ihre psychische Gesundheit als gut oder exzellent bezeichneten, gingen häufiger kreativen Freizeitbeschäftigungen nach.

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Kreative Aktivitäten helfen uns, einen Schritt zurückzutreten vom Alltagstrott, unsere Gehirne mal auf eine andere Weise zu beschäftigen und zu entspannen“, kommentiert Petros Levounis, der Präsident der American Psychiatric Association, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat gegenüber Psychologie Heute.

Mach dich glücklich: Zehn Maßnahmen zur Selbstfürsorge, mit denen Sie sich Gutes tun

Eine Frau sitzt und schreibt in ein Notizbuch.
Schreiben Sie Tagebuch: Wer seine Gedanken und Gefühle aufschreibt, sieht viele Dinge meist klarer. Egal ob es sich um Wünsche, Träume oder Erinnerungen handelt - Schreiben Sie auf, was Ihnen durch den Kopf geht. Schreiben hilft, die eigenen Gedanken zu reflektieren und Erlebnisse von einem anderen Sichtpunkt wahrzunehmen.  © Tanya Yatsenko/Imago
Creative Highlights Symbolbilder Artist hands covered in paint. Young painter. Art concept. Las Palmas de Gran Canaria,
Nehmen Sie sich Zeit kreativ zu sein: Egal ob Musik, Tanz oder Kunst - Wer kreativ ist, vergisst für einen Moment alles um sich herum. Ängste und Sorgen treten in den Hintergrund. Dafür müssen Sie keinesfalls ein großer Künstler sein. © Cavan Images via www.imago-images.de
Eine Mädchen-Hand greift nach einer Blume.
Verbringen Sie Zeit in der Natur: Körperliche Bewegung in der Natur hat einen positiven Effekt auf das seelische Wohlbefinden. Sport, aber auch schon ein Spaziergang helfen das Stresshormon Cortisol abzubauen und sorgen dafür, dass das Gelückshormon Serotonin vermehrt ausgeschüttet wird. Bewusst Zeit in der Natur zu verbringen, hilft außerdem das Gedankenkarussell im Kopf zu stoppen.  © Imago
Eine junge Frau im Regenmantel breitet ihre Arme in der Natur aus.
Üben Sie Selbstakzeptanz: Wer sich selber so akzeptiert - mit allen Schwächen und Stärken -, zeigt auch mehr Verständnis für andere. Statt sich ständig innerlich zu kritisieren, hilft es aufbauend und tröstend mit sich selber zu sprechen. Dabei kann es helfen den eigenen Dialogue so aufzubauen, als ob man mit einem geliebten Menschen sprechen würde.  © Cavan Images/Imago
Jemand hält ein Geschenk in den Händen.
Machen Sie sich selber ein Geschenk: Niemand anders als Sie selbst ist dafür verantwortlich, dass es Ihnen gut geht. Wer sich hin und wieder selbst belohnt, steigert sein Wohlbefinden und damit auch sein Selbstwertgefühl.  © nndanko / Imago
Ein Kind läuft durch den Sand.
Seien Sie achtsam: Wer seinen Alltag achtsam gestaltet, ist laut Studien besser in der Lage mit Rückschlägen und Problemen umzugehen. Entspannungsübungen und Meditationen helfen Stress und negative Emotionen besser zu verarbeiten.  © Hodei Unzueta/Imago
IMAGO Nature: Unsere Erde, Umweltprobleme, Überbevölkerung From above unrecognizable people walking on zebra crossing o
Reduzieren Sie Stress: Wer von einem Termin zum nächsten hetzt, tut Körper und Seele keinen Gefallen. Dauerstress macht nachweislich krank. Planen Sie bewusst Ruhephasen ein und lassen Sie ausreichend Platz zwischen Terminen. Jeder braucht auch mal Zeit zum Durchatmen.  © IMAGO/Mikel Ponce
Eine Frau schaut mit traurigem Blick aus dem Fenster.
Fühlen Sie alle Emotionen: Statt Trauer oder Ärger zu verdrängen - und diesen Gefühle damit noch mehr Kraft zu geben - kann es helfen, sich klar zu machen, dass auch diese Emotionen zum Leben gehören. Misserfolge, Fehler und Enttäuschungen sind Teil der menschlichen Erfahrung und bringen uns weiter.  © Alberto Menendez/Imago
Frau im Rollstuhl hält Hand einer Pflegerin.
Helfen Sie anderen Menschen: Wie gut es tut, anderen zu helfen, haben viele Menschen verlernt. Wer keine Zeit hat direkt ein Ehrenamt zu übernehmen, kann beispielsweise damit anfangen, seinen Liebsten Unterstützung anzubieten. © ALFO/Imago
Vier Freunde, die gemeinsam in einem Innenhof essen und gerade anstoßen. (Symbolbild)
Pflegen Sie Ihre Freundschaften: Nehmen Sie sich Zeit Beziehungen zu Ihren Mitmenschen, Freunden und Familie zu pflegen. Es hilft zudem über Dinge, die einen belasten mit anderen zu teilen und sich einer nahestehenden Person anzuvertrauen.  © Philipp Dimitri/Imago

Malen: Schon 45 Minuten helfen gegen Stress

Der kreative Prozess muss dabei keinesfalls anspruchsvoll sein. Wer nur eine Dreiviertelstunde malt, modelliert oder Kollagen erstellt, bewirkt bereits etwas gegen seinen Stress – ähnlicher Effekt kann übrigens auch durch Backen erzielt werden. In der kurzen Zeitspanne wird bereits der Wert der Stresshormone im Blut deutlich gesenkt, wie eine Studie der Drexel University in Philadelphia ergab. Auch wie begabt man ist oder welche Vorerfahrungen vorliegen, ist für den Stress-senkenden Effekt egal.

Gerade beim Ausmalen von Mandalas oder Ausmalbüchern ist der Erfolg garantiert. Immerhin gibt es nichts falsch zu machen, denn die Form ist vorgegeben und nur die Farbwahl steht im Mittelpunkt. Vielen Erwachsenen fällt es daher leichter, beim Malen abzuschalten. Weitere Beweise für die heilende Wirkung von Kunst kommen aus der Psychotherapie. Erfahrungen mit Kunsttherapie belegen, dass Kunst ähnlich wie Singen, beruhigend, angstlösend und heilungsfördernd wirken kann, wie das Wissenschaftsmagazin Scinexx berichtet.

Malen wirkt sich auch auf das Gehirn aus

Wie sich eine künstlerische Tätigkeit wie Zeichnen auf das Gehirn auswirkt, haben Wissenschaftlerinnen der Universität Erlangen untersucht. Sie stellten fest, dass sich dabei der Blick des Menschen nach innen richtet, berichtet die AOK.

Beim Malen versinkt man den Forschern zu Folge in sich selbst und entwickelt ein Gefühl für seine Innenwelt und seinen Körper. Der „Künstler“ oder die „Künstlerin“ beschäftigt sich mehr mit sich selbst – und das hilft bei der Stressbewältigung. Durch das Malen wird man also achtsamer und ist mehr im Moment.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Y Resolution/Imago

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