VonLaura Knopsschließen
Kreatives Malen und Zeichnen wirkt beruhigend und entspannend. Dafür müssen Sie keinesfalls ein begabter Künstler sein.
Malen nach Zahlen, geometrische Mandalas oder einfach drauf los zeichnen: Das Malen mit Farben kommt fast einer Meditation gleich und wirkt entspannend. Gerade bei Unruhe und Stress soll schon das Ausmalen mit Buntstiften helfen. Beim Ausfüllen der Felder mit Farben scheinen schon nach kurzer Zeit die Gedanken zu fließen. Wer sich kreativ betätigt, gerät meist in eine Art Parallelwelt, eine Art „flow“. Das kann vor allem in anstrengenden Lebensphasen als Ressource dienen.
In den „flow“ kommen, der Stress reduziert
Der Begriff „flow“ kommt aus der Psychologie und wird im Zusammenhang mit der intrinsischen Motivation gebraucht, bei der man durch eine Tätigkeit in einen derart positiven und beglückenden Zustand, mit völliger Vertiefung, gelangt. Wer sich im „flow“ befindet, ist besonders engagiert, hoch konzentriert und vollkommen auf eine Aufgabe fokussiert, nach Angaben des Instituts für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm.
Malen bei Stress und Unruhe: Kreativ sein hilft zu entspannen
Etwa 46 Prozent der Bevölkerung setzen kleine kreative „Fluchten“ ein, wenn sie sich gestresst oder ängstlich fühlen, wie US-amerikanische Forscher herausfanden. Im Rahmen der repräsentativen Befragung analysierten sie die Antworten von 2202 Erwachsenen. Das Ergebnis: Jene Probanden, die ihre psychische Gesundheit als gut oder exzellent bezeichneten, gingen häufiger kreativen Freizeitbeschäftigungen nach.
„Kreative Aktivitäten helfen uns, einen Schritt zurückzutreten vom Alltagstrott, unsere Gehirne mal auf eine andere Weise zu beschäftigen und zu entspannen“, kommentiert Petros Levounis, der Präsident der American Psychiatric Association, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat gegenüber Psychologie Heute.
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Malen: Schon 45 Minuten helfen gegen Stress
Der kreative Prozess muss dabei keinesfalls anspruchsvoll sein. Wer nur eine Dreiviertelstunde malt, modelliert oder Kollagen erstellt, bewirkt bereits etwas gegen seinen Stress – ähnlicher Effekt kann übrigens auch durch Backen erzielt werden. In der kurzen Zeitspanne wird bereits der Wert der Stresshormone im Blut deutlich gesenkt, wie eine Studie der Drexel University in Philadelphia ergab. Auch wie begabt man ist oder welche Vorerfahrungen vorliegen, ist für den Stress-senkenden Effekt egal.
Gerade beim Ausmalen von Mandalas oder Ausmalbüchern ist der Erfolg garantiert. Immerhin gibt es nichts falsch zu machen, denn die Form ist vorgegeben und nur die Farbwahl steht im Mittelpunkt. Vielen Erwachsenen fällt es daher leichter, beim Malen abzuschalten. Weitere Beweise für die heilende Wirkung von Kunst kommen aus der Psychotherapie. Erfahrungen mit Kunsttherapie belegen, dass Kunst ähnlich wie Singen, beruhigend, angstlösend und heilungsfördernd wirken kann, wie das Wissenschaftsmagazin Scinexx berichtet.
Malen wirkt sich auch auf das Gehirn aus
Wie sich eine künstlerische Tätigkeit wie Zeichnen auf das Gehirn auswirkt, haben Wissenschaftlerinnen der Universität Erlangen untersucht. Sie stellten fest, dass sich dabei der Blick des Menschen nach innen richtet, berichtet die AOK.
Beim Malen versinkt man den Forschern zu Folge in sich selbst und entwickelt ein Gefühl für seine Innenwelt und seinen Körper. Der „Künstler“ oder die „Künstlerin“ beschäftigt sich mehr mit sich selbst – und das hilft bei der Stressbewältigung. Durch das Malen wird man also achtsamer und ist mehr im Moment.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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