Lebensgefahr

Til Schweiger mit Blutvergiftung im Krankenhaus: Unbehandelt droht Organversagen

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Die kleinste Verletzung kann eine Sepsis zur Folge haben. Bei Schauspieler Til Schweiger war wohl eine Beinverletzung der Auslöser.

Viele Mythen rund um die Blutvergiftung (Sepsis), entsprechen nicht der Wahrheit. So zeigt sie sich in aller Regel nicht durch einen roten Strich auf der Haut, der zum Herzen führt. Außerdem ist der Kontakt mit einem rostigen Nagel weitaus seltener der Auslöser einer Blutvergiftung, als viele denken. Was aber stimmt, ist die mögliche Lebensgefahr bei einer unbehandelten Sepsis. Etwa 230.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an Sepsis, mindestens 85.000 davon versterben, wie die Website deutschland-erkennt-sepsis.de informiert.

Bei Til Schweiger, der aktuell wegen einer Blutvergiftung in einer Klinik behandelt wird, war nach Bild-Angaben wohl eine Beinverletzung der Auslöser. „Ich bekomme seit vierzehn Tagen Antibiotika im Krankenhaus, weil ich seit August eine Wunde am Bein habe“, sagte der 60-Jährige der Bild zufolge. Er habe sich damals „das Schienbein angeschlagen und da sind dann Keime reingekommen. Jetzt habe ich ein ‚offenes Bein‘“, so der Produzent.

Einer Sepsis liegt immer eine Infektion zugrunde

Lebensbedrohlich verläuft die Blutvergiftung dann, wenn die körpereigene Immunreaktion bei der Abwehr von Erregern die eigenen Organe schädigt. Im Grunde kann jede Infektion eine Sepsis zur Folge haben, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert. Vorausgesetzt, diese wird nicht erfolgreich vom Immunsystem bekämpft bzw. durch Medikamente behandelt. Fälschlicherweise werde aber oft angenommen, eine Sepsis entstehe nur durch eine entzündete Wunde der Haut, so die BZgA.

Eine Blutvergiftung ist ein medizinischer Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss. (Symbolbild)

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Mögliche Ursachen für eine Blutvergiftung sind virale oder bakterielle Infektionen, aber auch Pilze und Parasiten können eine Sepsis zur Folge haben. Ein Überblick über mögliche Auslöser:

  • Lungenentzündung
  • Harnwegsinfektion
  • Äußere Verletzungen
  • Entzündungen im Bauchraum

Blutvergiftung erkennen: Welche Symptome typisch sind

Bei Verdacht auf Sepsis muss sofort medizinische Behandlung erfolgen. Wenn nicht rechtzeitig eine Antibiotika-Therapie einsetzt, droht Multiorganversagen. Doch wie erkenne ich, dass eine Blutvergiftung vorliegen könnte? Folgende Symptome müssen ernst genommen werden, wie die BZgA informiert:

  • Fieber und Schüttelfrost: Diese sind typische Anzeichen einer Infektion, können aber auch bei einer Sepsis auftreten.
  • Schneller Puls und Herzrasen: Das Herz versucht, den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten, da die Infektion die Blutgefäße erweitert.
  • Kurzatmigkeit und schnelle Atmung: Die Lunge kann nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen, da die Blutgefäße geschädigt sind.
  • Verwirrtheit und Desorientierung: Die Organe, einschließlich des Gehirns, erhalten nicht mehr genug Sauerstoff und Nährstoffe.
  • Schmerzen und starkes Krankheitsgefühl
  • Feuchte Haut oder kalte Extremitäten, Schwitzen oder Frieren

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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