Künstliche Intelligenz

Wenn KI die Spritpreise bestimmt: Experte fürchtet stille Absprachen

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Mehrere Male ändern sich täglich die Spritpreise. Auch in der Schweiz wird nun der Einsatz von KI zur Bestimmung der Preise getestet – ein Experte fürchtet stille Absprachen.

Die meisten Autofahrer dürften das Gefühl kennen: Gerade eben hat man getankt – und schon kurz darauf ist der Spritpreis wieder günstiger. In Deutschland ändern sich die Preise an den Tankstellen mehrmals am Tag: Laut ADAC betragen die Schwankungen bis neun Cent pro Liter. Besonders teuer ist Kraftstoff gegen 7 Uhr morgens, abends wird der Sprit in der Regel billiger. Inzwischen gibt es Software, die per künstlicher Intelligenz die Preise bestimmt. Auch in der Schweiz wird damit nun experimentiert, doch ein Experte warnt vor stillen Absprachen.

Tankstellenkette Migrol testet offenbar Preisgestaltung mittels künstlicher Intelligenz

Eine solche Software für Tankstellen bietet beispielsweise die dänische Firma A2i an. Wie es auf der Website des Unternehmens heißt, könne das Programm mittels Kundendaten „Trends erkennen und eine dynamische, vorausschauende und kundenorientierte Preisgestaltung bereitstellen [...]“. Laut einem Bericht des SRF wird nun in der Schweiz bei der Migros-Tochter Migrol an einigen Tankstellen eine solche KI-Software getestet. Dem Unternehmen zufolge wolle man den Kunden dadurch ein gutes Angebot bieten: Mit der Software könnten Preise „effizient und attraktiv“ gestaltet werden.

In der Schweiz wird offenbar schon mit KI-Software an Tankstellen experimentiert. (Symbolbild)

KI-Einsatz zur Gestaltung der Spritpreise: Experte warnt vor stillen Absprachen

Ob die Preisgestaltung aber tatsächlich zugunsten der Kunden ausfällt, ist fraglich. Wie es in dem Beitrag weiter heißt, gebe eine Studie aus Deutschland erste Hinweise, dass KI-gestützte Software die Margen der Tankstellenbetreiber weiter vergrößere. „Die Wettbewerbsbehörden müssen anfangen zu verstehen, was hier jetzt abgeht“, sagte der Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans gegenüber dem SRF. Es bestehe die Gefahr, dass über die Algorithmen der Software stille Absprachen stattfänden, die keiner beweisen könne.

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Mit dem Camaro reagierte Chevrolet Ende 1966 auf den beleibten Ford Mustang. Das Muscle Car aus Detroit erwies sich mit dem V8-Motor und 7 Litern Hubraum jedoch als sehr durstig: Bis zu 43,5 Liter auf 100 Kilometern waren keine Seltenheit. © Chevrolet
Ein roter Lamborghini Countach.
Im Heck des ersten Lamborghini Countach verrichtete ein V12-Motor mit 5 Litern Hubraum seinen Dienst. Mit bis zu 33,5 Litern auf 100 Kilometern war der Sportwagen jedoch alles andere als sparsam. Die Neuauflage dürfte dank Hybrid-Antrieb deutlich weniger verbrauchen. © Thomas Zimmermann/Imago
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Der Rolls-Royce Corniche ist mit rund drei Tonnen wahrlich kein Leichtgewicht. Kein Wunder also, dass sich auch der V8-Motor mit 7 Litern Hubraum als Schluckspecht erwies. Bis zu 29 Liter gönnte sich der edle Brite auf 100 Kilometer. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Dodge Charger.
Auch der Dodge Charger ist ein Klassiker der amerikanischen Automobil-Geschichte. Getreu dem Motto „Höher, schneller, weiter“ fällt auch sein Spritverbrauch üppig aus. Bei frühen Modellen waren bis zu 27 Liter auf 100 Kilometer möglich. © Panthermedia/Imago
Aston Martin Lagonda
Optisch kann man vom Aston Martin Lagonda halten, was man möchte. In Sachen Spritverbrauch zählt der Brite, mit bis zu 26,1 Liter auf 100 Kilometern, aber zu den durstigsten Autos, die jemals gebaut wurden.  © Tim Graham/Imago
Hummer H1
Der Hummer H1 wurde ursprünglich vom US-amerikanischen Militär-Herstellers AM General gebaut. Dieser verkaufte die Markenrechte schließlich an General Motors. So wuchtig wie der Geländewagen aussieht, war auch sein Verbrauch, der bei bis zu 24,5 Liter auf 100 Kilometer lag. Die Neuauflage des Klassikers ist im übrigen rein elektrisch unterwegs. © Sebastian Geisler/Imago
Bentley Arnage
Bis 2010 baute Bentley den 2,6 Tonnen schweren Arnage, auf dem auch die State Limousine der verstorbenen Königin Elisabeth II basierte. Mit dem größten Motor war ein Verbrauch von 24,2 Liter auf 100 Kilometer möglich.  © Sebastian Geisler/Imago
Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport L Edition Type 35
Der Bugatti Veyron war eines der ersten Autos mit Straßenzulassung, das mehr als 1000 PS unter der Haube hatte. Der Motor des „Super Sport“ leistete sogar 1.200 PS. Die Folge: ein Verbrauch von durchschnittlich 24,1 Litern auf 100 Kilometer. Innerorts sind sogar bis zu 37,2 Liter möglich. © Sebastian Geisler/Imago
Dodge Challenger RT
Neben dem Charger eroberte Dodge auch mit dem Challenger den US-Muscle-Car-Markt. Letztere zeigte sich mit einem Verbrauch von 23,5 Litern auf 100 Kilometer etwas „sparsamer“. © Andre Poling/Imago
Dodge Viper RT10
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das gilt auch für Dodge, denn auch die Viper erweist sich als besonders durstig: bis zu 21,1 Liter auf 100 Kilometer waren möglich. Gebaut wurde der Sportwagen von 1992 bis 2017. © Eibner/Imago

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So teuer wie im Jahr 2022 war Tanken noch nie, wie eine ADAC-Auswertung zeigt. Laut einer Umfrage droht das Auto immer mehr zum Luxusgut zu werden: 61 Prozent der Deutschen befürchten demzufolge, sich in Zukunft kein eigenes Auto mehr leisten zu können. Vor allem die laufenden Kosten machen vielen zu schaffen: 47 Prozent der Umfrageteilnehmer beklagten, dass die Ausgaben für Sprit, Versicherungen oder Reparaturen insgesamt zu hoch seien.

Rubriklistenbild: © Manngold/Imago

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