Verlockende Angebote

Chinesische Schnäppchen-App Temu – acht Punkte sollten Kunden beim Online-Kauf unbedingt beachten

  • schließen

Bei Rabatt-Aktionen wittern viele Kunden das große Schnäppchen. Dennoch warnen Experten vor der chinesischen App Temu – trotz satter Rabatte.

München – Die Shopping-App Temu stammt aus China. Immer mehr Nutzer aus Europa sind ebenfalls auf dem Online-Marktplatz aktiv. Denn dieser ist für seine vielen Schnäppchen bekannt. Auch deshalb gibt es immer wieder Warnungen vor Risiken bei Temu – sogar von „systematischem Betrug“ war die Rede. Die Bundesregierung ist ebenfalls skeptisch. „Temu setzt ständig neue Kaufanreize“, sagte Christiane Rohleder, Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz: „Spiele, Glücksräder, Rabatt-Countdowns et cetera suggerieren unglaubliche Rabatte und Schnäppchen.“

Wichtige Tipps für Verbraucher: Einige Risiken lauern für Schnäppchen-Jäger bei Temu

Doch diese sind mit Vorsicht zu genießen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) erstellte eine Mängelliste und prüft sogar aktuell rechtliche Schritte gegen Temu. Die chinesische App wies die Vorwürfe zurück. „Viele unserer Verkäufer sind Hersteller, die traditionell stationäre Geschäfte beliefern“, verteidigte eine Sprecherin die Geschäftspraktiken. Temu verpflichte sich, „sicherzustellen, dass unsere Praktiken fair sind“, hieß es weiter: „Wir begrüßen die Möglichkeit, mit Verbrauchergruppen zusammenzuarbeiten, um die Transparenz zu verbessern und unsere Plattform an die lokalen Präferenzen anzupassen.“

Temu sorgte zuletzt mit Rabattangeboten von bis zu 90 Prozent für Aufsehen.

Unterdessen hat die Verbraucherzentrale eine Liste herausgegeben, an die sich Temu-Kunden sicherheitshalber halten sollten. Denn „wie bei jedem Online-Shop aus dem Ausland“ würden auch bei der chinesischen Schnäppchen-App „bestimmte Fallstricke und Risiken lauern“. Obwohl dort verlockende Rabatte von bis zu 90 Prozent versprochen werden.

Temu-Kunden sollten beim Kauf diese acht Punkte beachten

Folgende acht Punkte sollten daher Temu-Kunden aus Sicht der Verbraucherschützer beachten, damit aus dem Schnäppchen keine Kostenfalle oder ein Reinfall wird (Quelle: Verbraucherzentrale.de):

  • Informieren Sie sich über geltende Zollbestimmungen, wenn Sie bei Händlern außerhalb der EU bestellen. Sonst drohen zusätzliche Steuern und Zollgebühren.
  • Wenn möglich nicht per Vorkasse zahlen, sondern erst nach Erhalt der Ware. Aber: Zahlungsaufforderungen vor Warenerhalt nicht ignorieren, stattdessen Kontakt mit Online-Kundenservice aufnehmen und erklären, dass die Ware noch nicht ankam.
  • Lieferzeiten können bei Ware von Händlern aus Fernost sehr lang sein.
  • Bei elektronischen Geräten unbedingt auf das zugelassene CE-Zeichen achten.
  • Vor dem Kauf sollten Kunden sich gut zu informieren, auch Bewertungen anderer Kunden kritisch prüfen.
  • App-Einstellungen vornehmen: Wer sich durch ständige Werbeansprache gestört fühlt, kann entweder in der App oder in den Einstellungen des Smartphones Push-Benachrichtigungen ausschalten. Auch das Abbestellen des E-Mail-Newsletters oder von Werbe-SMS (mit STOP antworten) ist laut Temu-Nutzungsbedingungen (Stand: 8. Juli 2023) möglich.
  • Temu ist an personenbezogenen Daten seiner Kunden interessiert – auch für kommerzielle Zwecke. Wer seine Daten nur sparsam weitergeben möchte, sollte etwa das Standorttracking in den Einstellungen des Smartphones deaktivieren und kein Single-Sign-On (z.B. Login mit Facebook- oder Google-Konto) nutzen.

Unterdessen warnen Handelsexperten Schnäppchen-Jäger auch vor weiteren Plattformen. Bei Anbietern wie Shein und AliExpress sollten sich Verbraucher ebenfalls nicht von extrem günstigen Angeboten blenden lassen. Trotz vieler Warnungen macht Temu inzwischen auch Amazon Konkurrenz. (kh)

Rubriklistenbild: © Hannes P Albert/dpa

Kommentare