- VonDiana Serbeschließen
Die Bußgelder für Verstöße im Straßenverkehr Italiens nehmen zu. Zudem erwartet unaufmerksame Touristen eine nachträgliche Überraschung im Briefkasten.
Rom – Urlaub in Italien bringt zwar Auszeit und Erholung, aber auch in dem Mittelmeer-Land gelten im Alltag reguläre Gesetze, die mit teils hohen Strafen für ausländische Besucher geahndet werden. Besonders für Verkehrssünder wird nun deutlich angezogen.
Italien: Erhöhung für Vergehen im Straßenverkehr kommt
Erholung beginnt für Tausende Deutsche jedes Jahr, wenn das Auto zwischen sattgrünen Landschaften über den Brenner rollt und das erste Gefühl von Dolce Vita in der Luft liegt. Genau dort könnten aber bald teure Fallen lauern. Für den nächsten Italien-Aufenthalt sollten Urlauber und Pendler nämlich eine Neuregelung beachten. Hinter der Grenze wird es bald teurer. Gerade erst sorgte eine Änderung für Südtirol-Urlauber dafür, dass Vergünstigungen entfallen.
Nun betrifft es den Verkehr. Ab Januar 2025 gibt es deutlich höhere Strafen für alle, die sich nicht an die geltenden Gesetze halten. Wie das Südtiroler Nachrichtenportal stol.it berichtet, betrifft das vor allem Parkverbote, Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße sowie die Benutzung eines Mobiltelefons am Steuer. Für Letztgenanntes steigt das Bußgeld von 165 auf 175 Euro. Falschparken wird von 42 auf 45 Euro angehoben.
Wer beim Fahren bei roter Ampel erwischt wird, zahlt ab Januar statt 167 bald 177 Euro. Auch bei
Überschreitung der Geschwindigkeitsgrenze wird eine höhere Strafe fällig. Zwischen 10 und 40 km/h zu viel, kosten dann 183 Euro und nicht wie bisher 173 Euro. Zuletzt wurde die Regelung für Winterreifenpflicht in Österreich und Italien angepasst, auch hier droht ein Bußgeld für Unwissende.
Gesetz soll regelmäßig angepasst werden: Bald neue Erhöhung der Strafen möglich
In Italien rechne man bereits jetzt mit einem Einnahmeanstieg von sechs Prozent in den öffentlichen Kassen, so stol.it. Beschlossene Sache ist, dass der Betrag der Geldstrafen alle zwei Jahre aktualisiert werden soll. Richtlinie ist der Verbraucherpreisindex für Arbeiter- und Angestelltenfamilien, der vom Statistikamt Istat ermittelt wird. Demnach kann also eine Erhöhung der Strafen, aber je nach wirtschaftlicher Entwicklung auch eine Senkung möglich sein. Auch hohe Maut- und Tankkosten beschäftigen 2024 einige Mittelmeerländer wie Italien und Kroatien.
Wegen der hohen Energiekosten im Land war eine Anpassung der Strafen in Italien von 2023 bis Ende 2024 ausgesetzt worden. 2024 haben Bußgelder dennoch bis jetzt 1,4 Milliarden Euro in die Gemeindekassen gespült, 2023 waren es fast 1,8 Milliarden Euro laut Daten des Konsumentenschutzverbands Assoutenti. Deren Präsident Gabriele Melluso kritisierte die Anpassung bereits, weil sie seiner Ansicht nach nicht für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen werde. Er sieht den Schlüssel in Verkehrserziehung, die bereits in Schulen beginnen sollte.
Weitere Neuerung kann für Bußgeld aus Italien per Post sorgen
Wie der ADAC berichtete, lauert auf Italien-Urlauber eine weitere mögliche Überraschung. Weil das Land nach einigen Diskussionen zum Datenschutz nun doch wieder vollumfänglich am Eucaris-System (European Car and Driving Licence Information System) teilnimmt, erhalten Behörden direkten Zugriff auf die entsprechenden Register anderer EU-Staaten. So kann es kommen, dass Bußgeldbescheide nun massenhaft nachträglich an Urlauber nach Deutschland versendet werden.
Allein in Meran in Südtirol etwa 4000 Strafzettel für ausländische Touristen ausstehen, die Strafen von insgesamt 230.000 Euro summieren. Auch Rom, Bozen und Florenz meldeten einen enormen Rückstau, so der Verein. Auf der Brenner-Autobahn gibt es übrigens auch eine neue Radarfalle. (diase)
Rubriklistenbild: © Lorenzo Di Cola/IMAGO
