Was der Schnee verrät

Tierspuren im Schnee erkennen: Welches Tier war in Ihrem Garten unterwegs?

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Im Winter hinterlassen viele Tiere eine interessante Spur im Schnee.
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Tierspuren verraten einiges über ihre Verursacher – nicht nur die Tierart, sondern auch ihr Geschlecht und deren Gemütszustand. Mit etwas Übung erkennen Sie, wer Ihren Garten besucht hat.

Besonders zur Winterzeit macht es große Freude, sich den Spuren der Tiere genauer zu widmen. Denn im Schnee erkennen sie Gartenfreunde viel besser, und so manch ein Experte kann mit geschultem Auge sogar noch viel mehr aus den Spuren herauslesen. Denn je nach Art der Spur erzählt diese eine ganz eigene Geschichte.

Tierspuren im Schnee: Welcher Fußabdruck gehört zu welchem Tier?

Im Winter erscheint uns unser Garten oder gar der Wald oft ausgestorben. Doch wer sich etwas Zeit und Muße nimmt und etwa entsprechende Futterstellen aufstellt, kann im Handumdrehen Eichhörnchen, Blaumeisen und andere Vogelarten beobachten. Denn auch im Winter sind noch viele Tiere aktiv. Sie hinterlassen auch in ihrer etwas zurückgezogenen Lebensweise viele Spuren, aus denen Gartenfreunde viel über sie lernen können. So ist der Begriff Tierspuren eine Sammelbezeichnung nicht nur der Fußspuren der Tiere, sondern auch ihrer Fraßspuren und Exkremente.

Dieser Text konzentriert sich auf die Fußspuren der Tiere, denn diese sind im Winter meist am präsentesten. Der Fachbegriff für die Fußspuren der Tiere lautet Trittsiegel. Die Trittsiegel von beispielsweise Rehen, Hirschen und Wildschweinen nennen sich Fährte, bei anderen Tieren wie Eichhörnchen, Marder, Fuchs oder Dachs hingegen tragen die Trittsiegel den Namen Spur. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft unterscheiden Experten bei der Art und Weise, wie sich Tiere fortbewegen, zwischen:

  • Sohlengänger (zum Beispiel ein Dachs)
  • Zehengänger (zum Beispiel ein Fuchs)
  • Zehenspitzengänger (zum Beispiel Rehe)

Zudem ist noch das Federwild zu bedenken. Denn ein Laufvogel wie der Fasan, die im Winter gerne über unsere Felder laufen, zeigt ein anderes Trittbild als ein Schwimmvogel wie die Ente.

Tierspuren im Schnee: Das verstehen Experten unter Sohlengängern

Betrachten wir zunächst die typischen Sohlengänger im Winter. Der Begriff Sohlengänger beschreibt die Art und Weise der Tiere, sich fortzubewegen, sehr genau. Beim Auftreten rollen sie den kompletten Fuß ab. Typische Sohlengänger, deren Spur Gartenfreunde im Winter entdecken können, sind beispielsweise:

  • Dachs
  • Eichhörnchen
  • Feldhase

Der Dachs

Auch wenn der Dachs Winterruhe hält, kriecht er doch teils aus seinem Bau und hinterlässt die eine oder andere Spur im Schnee. Merkmale seines Pfotenabdrucks sind ein Hauptballen, fünf Zehenballen und fünf Krallen. Der Abdruck fächert sich also nach oben hin etwas auf. In der Regel ist er zwischen fünf und sieben Zentimeter lang und bis zu fünf Zentimeter breit.

Der Dachs gehört zu den Sohlengängern.

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Das Eichhörnchen

Das Eichhörnchen hat wesentlich längere Hinterbeine als Vorderbeine. Um sich fortzubewegen, setzt es bei jedem Sprung seine längeren Hinterbeine paarweise vor die kürzeren Vorderläufe. Davon ist auch das Trittsiegel bestimmt. Bei einer Eichhörnchenspur sind zwei längliche Ballen mit fünf Krallenabdrücken vor zwei kleineren, ebenfalls länglichen Ballenabdrücken mit fünf Krallenabdrücken zu sehen. Wer seinen Rasen schont und nicht mehr darüberläuft, kann bei Schnee sicherlich schnell solche Abdrücke im eigenen Garten entdecken.

Eichhörnchen setzen bei der Fortbewegung ihre Hinterläufer vor ihre Vorderläufer.

Der Hase

Ein Feldhase hat zwei Möglichkeiten, sich fortzubewegen. Entweder hoppelnd oder flüchtend. Beim Hoppeln setzt er ebenfalls wie das Eichhörnchen seine längeren Hinterbeine vor die kürzeren Vorderbeine. Die Hinterbeine setzt er dabei nebeneinander auf, die Vorderbeine hintereinander und leicht versetzt. Ist er auf der Flucht, sind die einzelnen Spuren immer weiter auseinander. Der Feldhase hat zwar Krallen, diese drücken sich beim Laufen jedoch nicht ab. Alle vier Abdrücke bestehen jeweils aus einem Hauptballen, der nach hinten hin schmaler zuläuft.

Die Spur eines gemütlich hoppelnden Feldhasens.

Tierspuren im Schnee: Diese Tiere zählen zu den Zehengängern

Unter Zehengänger fallen die Tiere, die bei der Fortbewegung nur mit den Zehen den Boden berühren. Auch von ihnen gibt es im Winter oft Spuren zu finden, denn zu den Zehengängern gehören beispielsweise auch unsere Hauskatzen und Hunde. Daneben sind aber auch Füchse, Fasane, Mäuse und Amseln.

Die Amsel

Die Amsel gehört wohl zu den bekanntesten Vögeln in unseren Breitengraden. Ob im Sommer oder im Winter, in unseren Gärten ist sie ein ständiger Besucher. Im Winter lässt sich ihre Anwesenheit oftmals auch auf dem Rasen nachweisen. Denn die Spuren des Vogels sind meistens gut zu erkennen. Sie hat vier schmale Zehen, wobei der vierte Zeh nach hinten ausgerichtet ist. Bei der Fortbewegung hüpft sie entweder auf beiden Beinen gleichzeitig nach vorn oder setzt abwechselnd einen Fuß vor den anderen. Bei einer gut erhaltenen Spur lässt sich beispielsweise auch erkennen, ob der Vogel gerade gelandet ist oder sich auf einen Flug vorbereitet hat. Beim Anlaufnehmen zum Abheben in die Lüfte lassen sich dann rechts und links der Trittsiegel noch Flügelspuren im Schnee erkennen.

Zwei Amsel-Spuren im Schnee.

Die Hauskatze

Die Spuren einer Hauskatze im Schnee sind leicht zu erkennen. Sie hat einen Hauptballen und vier Zehenballen an jeder Pfote. Es gibt keine Krallenabdrücke zu entdecken. Obwohl die Hauskatze an den Vorderpfoten sogar fünf Zehenballen hat, berührt der fünfte beim Laufen nicht den Boden. Der Pfotenabdruck ist etwa drei Zentimeter lang und die Tritte zeigen sich regelmäßig versetzt im Schnee.

Der fünfte Zehenballen bei den beiden vorderen Pfoten der Katze hinterlässt keinen Abdruck beim Laufen.

Die Maus

Die leckere Beute der Hauskatze ist auch im Winter aktiv. Mäuse hinterlassen in unseren Gärten oder Parks sehr kleine Trittsiegel. An den Vorderfüßen haben sie vier Zehen, an den Hinterfüßen fünf. Die vorderen Füße sind etwa zehn Millimeter lang, die hinteren rund 20 Millimeter. Die einzelnen Zehen zu erkennen, ist also gar nicht so einfach. Liegt sehr tiefer Schnee, bewegen sich Mäuse hüpfend fort. Dabei sind ihre Trittsiegel nebeneinander angeordnet. Ist der Schnee nicht ganz so tief, sind die einzelnen Trittsiegel versetzt zu sehen.

Ist der Schnee zu tief, bewegen sich Mäuse hüpfend in ihm fort.

Der Rotfuchs

Beim Rotfuchs hingegen sind die Krallenabdrücke an jeder Pfote deutlich zu erkennen. Sein Fußabdruck zeichnet sich durch einen Hauptballen, vier Zehenballen und vier Krallenabdrücke aus. Sie bewegen sich so fort, dass ihre Fußabdrücke alle hintereinander in einer geraden Linie sichtbar sind. Mit einer Länge von etwa fünf Zentimetern und einer Breite von maximal viereinhalb Zentimetern pro Pfote lässt sich das Trittsiegel des Zehengängers im Winter häufiger finden. Vor allem wenn sich die Tiere bei Kälte und Hunger in die verschneiten Städte hineinwagen.

Der Rotfuchs hinterlässt eine gerade Lauflinie.

Der Fasan

Ein beliebtes Tier zum Beobachten ist im Winter auch der Fasan. Er gehört ebenfalls zu den Zehengängern und sein Trittsiegel zeichnet sich durch den Abdruck von vier schmalen Zehen aus. Der Jagdfasan kann eine Fußgröße von bis zu siebeneinhalb Zentimetern erreichen. Seine Spur ist schnurgerade. Je nach Qualität lässt sich auch ein Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Fasan erkennen, denn die Spur des männlichen Fasans weist teilweise noch Schleifspuren des sogenannten langen Stoßes auf. Der lange Stoß ist das hintere Steuergefieder bei Vögeln.

Das Trittsiegel des Fasans zeichnet sich durch den Abdruck der vier Zehen aus.

So machen Gartenfreunde Zehenspitzengänger ausfindig

Zu den Zehenspitzengängern gehören all jene Tiere, die beim Laufen lediglich mit den Zehenspitzen den Boden berühren. Damit das möglich ist und die Tiere nicht ihr Gleichgewicht verlieren, hat sich bei vielen Tieren eine dicke Hornschicht um die Zehen gebildet. Im Winter lassen sich beispielsweise gut die Fährten von Rehen und Wildschweinen ausmachen.

Das Reh

An der Fährte im Schnee erkennen Tierfreunde besonders beim Reh sehr gut, weswegen die Tiere zu den Paarhufern zählen. Der Abdruck zeichnet sich durch zwei längliche Abdrücke aus, die sich vorn zueinander neigen und schmal zulaufen. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich beim Reh die dritte und vierte Zehe zu diesen zwei verhornten Klauen umgebildet und die erste und vierte Zehe sind rückwärts angeordnet. Dies nennen Experten die Afterzehe. Im Schnee erkennen Gartenfreunde diese nur, wenn das Reh auf der Flucht war. Denn lediglich dann drücken sie auch die Afterzehe auf beim Laufen.

Das Trittsiegel eines Rehs.

Das Wildschwein

Der Abdruck eines Wildschweinhufes ist etwa doppelt so groß wie der des Rehs. Ist es ausgewachsen, erreicht der Abdruck eine Länge von etwa zwölf Zentimetern. Charakteristisch für das Trittsiegel des Wildschweins ist die klar erkennbare Afterklaue bei jedem Abdruck. Afterklaue nennen sich Zehen, die oberhalb des Fußes sind. Sie befinden sich am Ende des Trittsiegels. Läuft ein Wildschwein im gemächlichen Tempo durch die Landschaft, ist das Trittsiegel regelmäßig: Jeweils ein leicht nach außen gesetzter Abdruck der einen Seite folgt dem der anderen Seite. Ist das Wildschwein hingegen auf der Flucht, setzt es die Füße nicht mehr schräg auf, sondern gerade. Das Trittsiegel hat dann vorn zwei leicht versetzte Abdrücke des linken und des rechten Vorderbeins und hinten zwei Abdrücke auf einer Seite.

Eine Wildschweinfährte im Schnee.

Dieser kurze Überblick über einige der bekanntesten Spuren im Schnee zeigt, dass das Trittsiegel nicht nur Informationen über das jeweilige Tier gibt, sondern auch zeigt, ob dieses gerade auf der Flucht war, welches Geschlecht es hatte und auch, ob es noch ein Jungtier oder bereits ein ausgewachsenes Exemplar war.

FAQs: Häufige Fragen zum Thema

Was zeichnet einen Zehengänger aus? Zehengänger berühren bei der Fortbewegung nur mit den Zehen den Boden. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Füchse, aber auch Hauskatzen und diverse Vögel wie die Amsel. Ihre Spuren bestehen typischerweise aus dem Abdruck der Zehenballen und manchmal auch der Krallen, während der hintere Teil des Fußes den Boden nicht berührt.

Wie unterscheidet man die Spuren von Fuchs und Katze? Obwohl beide Zehengänger sind, gibt es klare Unterschiede. Die Spur des Fuchses zeigt vier Zehenballen und fast immer deutliche Krallenabdrücke. Zudem setzt der Fuchs seine Pfoten in einer geraden Linie. Die Hauskatze hingegen hinterlässt keine Krallenabdrücke im Schnee, da sie ihre Krallen beim normalen Laufen eingezogen hält.

Worin unterscheiden sich die Fährten von Reh und Wildschwein? Beide sind Paarhufer, doch die Größe und Details der Abdrücke sind verschieden. Das Trittsiegel des Wildschweins ist etwa doppelt so groß wie das des Rehs. Ein entscheidendes Merkmal ist die Afterklaue: Beim Wildschwein ist sie fast immer im Abdruck sichtbar, beim Reh hingegen nur, wenn es sich auf der Flucht befand.

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