Singen gegen das Vergessen

Alltagstipps gegen Alzheimer: Wer im Bad singt, beugt Demenz vor

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Demenz ist zwar nicht heilbar, der Lebensstil hat allerdings einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Krankheit. Welche Tipps Sie im Alltag befolgen sollten.

Demenz zählt zu den Krankheiten, die nicht heilbar sind. Ist die neurodegenerative Krankheit einmal ausgebrochen, lässt sie sich zwar nicht mehr vollständig aufhalten. Jeder Einzelne kann jedoch etwas für seine Hirngesundheit tun. Schon einfache Maßnahmen, wie das Benutzen von Zahnseide oder Singen unter der Dusche können dabei einen nachhaltigen Einfluss auf das Gehirn haben. Scheinbar kleine Änderungen des Lebensstils können helfen, Demenz und altersbedingten Gedächtnisverlust vorzubeugen. Was Sie laut Experten tun können, um Ihr Risiko zu senken.

Tipps gegen Alzheimer: Singen unter der Dusche gegen Demenz

Wer unter der Dusche singt, tut seinem Gehirn etwas Gutes. Noch bessere Effekte hat allerdings das Singen in der Gruppe wie etwa in einem Chor.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Hirnstiftung kann jeder das Risiko für neurologische Erkrankungen erheblich senken. Den Experten zu Folge sind rund 45 Prozent der Demenzfälle vermeidbar. Viele Tipps lassen sich dabei ganz einfach in den Alltag integrieren. Schon das Singen in der Badewanne oder Dusche soll beispielsweise das Demenzrisiko verringern, wie die Daily Mail berichtet.

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Singen ist ein wichtiger Teil unserer Kultur. Egal ob im Chor, auf der Bühne oder unter der Dusche: Viele Menschen singen, wenn sie traurig oder fröhlich sind. Singen ist dabei nicht nur für die Seele gut, auch Körper und Gehirn profitieren davon. Beim Singen werden vermehrt Glückshormone ausgeschüttet und Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin abgebaut. Dadurch fühlen sich viele Menschen glücklicher, wenn sie singen. Das Singen eines Liedes führt zudem zu einer intensiveren Atmung, wodurch mehr Sauerstoff in den Körper gelangt und der Kreislauf gestärkt wird – und das auch, wenn man alleine singt. Gruppengesänge und Chöre fördern zudem den sozialen Aspekt und sind daher zu einem festen Bestandteil in der Demenzpflege geworden.

Erste Anzeichen von Demenz: Elf Symptome können auf die Erkrankung hindeuten

Mann schläft in Bett
Schon Jahre zuvor kann ein gestörter Schlaf mit intensiven Träumen auf eine spätere Demenz-Erkrankung hindeuten. Laut Ergebnissen einer kanadischen Studie soll die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung ein Warnzeichen für Gehirnerkrankungen sein, die ca. 15 Jahre später auftreten. Menschen, die heftig träumen und dabei um sich schlagen oder treten, sollen ein 80 bis 100 Prozent höheres Risiko haben, eine neurodegenerative Erkrankung wie Demenz oder Parkinson zu entwickeln. © Monkeybusiness/IMAGO
Verschwommene Frau am Tisch
Wahrnehmungsstörungen bis hin zu Halluzinationen sind auch als Frühsymptom bei einer Demenz möglich, insbesondere bei der Lewy-Körper-Demenz. Vielen Betroffenen fällt es schwer, Bilder, Farben, Kontraste zu erkennen und räumliche Dimensionen zu erfassen. Auch das Wiedererkennen von vertrauten Gesichtern kann dadurch beeinträchtigt sein. Betroffene sehen beispielsweise in einer fremden Person plötzlich die eigene Mutter. Laut Ärztezeitung zeigen Studien mit Alzheimerpatienten, dass etwa ein Drittel der Betroffenen Wahnvorstellungen entwickelt, etwa ein Sechstel ausgeprägte Halluzinationen. © weedezign/Imago
Person macht sich Notizen
Vergesslichkeit und Unaufmerksamkeit zählen zu den typischen Symptomen, die Betroffenen und auch Angehörigen durch eine beginnende Demenz auffallen. Betroffene können sich gefühlt plötzlich wichtige Termine nicht mehr merken, müssen ihren Alltag mithilfe von Gedächtnisstützen und Erinnerungsnotizen organisieren. Sie verpassen es, den Herd abzuschalten, lassen den Schlüssel in der Haustür nach dem Aufsperren stecken, verlegen Gegenstände – auch da sie diese plötzlich an ungewöhnlichen, abwegigen Orten verräumen. Zudem zeigen Betroffene Schwierigkeiten, bekannten Gesichtern die Namen zuzuordnen. Normale kognitive Veränderungen unterscheiden sich zur Vergesslichkeit in Zusammenhang mit einer angehenden Demenz dahingehend, dass Namen oder Verabredungen zwar kurzfristig vergessen, aber später häufig wieder erinnert werden, so die „Alzheimer Forschung Initiative e. V.“ © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
Älteres Paar
Demenz macht sich durch eine zunehmende Verwirrung bemerkbar, die sich in einem gestörten Urteilsvermögen zeigt. Die Kleidung wird nicht mehr dem Wetter entsprechend gewählt, Betroffene möchten plötzlich beispielsweise Winterstiefel oder eine Mütze an warmen Tagen tragen, wie es das Portal „Neurologen und Psychiater im Netz“ beschreibt. © Panthermedia/Imago
Mann stützt seinen Kopf
Depression und Demenz beeinflussen einander. Wer unter Depression leidet, hat ein um bis zu sechsfach erhöhtes Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Umgekehrt sind auch Menschen mit Demenz um bis zu 50 Prozent eher von depressiven Phasen betroffen, begleitet von Schlafstörungen und abnehmendem Appetit. © imagebroker/theissen/Imago
Mann reagiert aggressiv
Persönlichkeitsveränderungen mit gereizter Stimmung und aggressivem Verhalten können ebenfalls eine beginnende Demenz ankündigen: Bisher sanftmütige Menschen zeigen plötzlich starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund, reagieren übertrieben, aufbrausend, feindselig, selbst vertrauten Menschen gegenüber. Meist sind es die Angehörigen, denen die Wesensveränderungen auffallen und die den Verdacht einer Demenz äußern. © marcus/Imago
Frau riecht an einem blühenden Ast eines Baumes im Frühling
Ähnlich wie bei Parkinson kann es durch eine sich entwickelnde Demenz zum Verlust des Geruchssinns und daran gekoppelt ein vermindertes Geschmacksempfinden kommen. Können ältere Menschen plötzlich nicht mehr riechen, kann dies auf eine künftige Demenz hindeuten, wie eine Studie der Mayo-Klinik in Rochester unter der Leitung von Dr. Rosebud Roberts nachweisen konnte. © imageBROKER/Manuel Kamuf/Imago
Ältere Frau am Telefon
Menschen, die eine Demenz entwickeln, fällt es zusehends schwer, einer Unterhaltung zu folgen und aktiv an einem Gespräch teilzunehmen, wie es die „Alzheimer Forschung Initiative e. V.“ schildert. Betroffene verlieren im Gespräch häufig gedanklich den Faden, wiederholen Sätze, zeigen Wortfindungsschwierigkeiten und verwenden unpassende Füllwörter. © edbockstock/Imago
Mann sitzt am Bettrand
An Demenz erkrankte Menschen leiden häufig an Schlafstörungen und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die „innere Uhr“ wird durch die absterbenden Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigt. Betroffene können häufig abends nicht einschlafen, sind nachts sehr unruhig, irren zum Teil umher. © Monkeybusiness/Imago
Mann in Fußgängerzone
Menschen, die an Demenz erkranken, finden sich an neuen und selbst gewohnten Orten schwerer zurecht, entwickeln räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme. Orte oder Zeitabstände können nicht mehr eingeordnet werden. Betroffene vergessen zum Beispiel das Jahr und die Jahreszeit, können die Uhrzeit nicht mehr lesen, wissen nicht mehr, wie ihr Heimweg ist. © Westend61/Imago
Ältere Dame mit Rechenmaschine
Menschen, die eine Demenz entwickeln, zeigen zunehmend kognitive Schwierigkeiten. Die „Alzheimer Forschung Initiative e. V.“ fasst zusammen, dass Demente komplexere Aufgaben, wie das Berechnen des Wechselgeldes, das Ausfüllen von Formularen sowie Lesen von Rezepten, schwerfällt. Betroffene bemerken selbst häufig, dass sie sich schlechter konzentrieren können und für vieles mehr Zeit als zuvor benötigen. © Joseffson/Imago

Singen gegen das Vergessen: Musik hält das Gehirn fit

Neben Singen scheint auch das Spielen eines Musikinstruments das Gehirn im Alter fit zu halten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der englischen Universität Exeter in der groß angelegten „PROTECT-Studie“. Die Wissenschaftler untersuchten im Rahmen der Studie die Daten von mehr als 1100 Probanden ab einem Alter von 40 Jahren. Das Team fand dabei heraus, dass regelmäßiges Musizieren langfristig die Gedächtnis- und Denkfähigkeit verbessert.

Neurologische Krankheiten: Fünf Tipps, wie Sie Ihr Gehirn fit halten

Dem Experten Peter Berlit, Generalsekretär der DGN, zufolge können Sie darüber hinaus eine hohe Risikoreduktion erreichen, wenn Sie folgende Punkte beherzigen:

  1. Ausreichend körperliche Bewegung: Wer sich regelmäßig bewegt, tut nicht nur Herz und Kreislauf einen Gefallen. Moderate bis intensive Bewegung kann laut Focus Online auch Nervenzellverluste verhindern sowie die Regenerationsfähigkeit von Nervenzellen fördern.
  2. Gesund ernähren: Die Forscher der DGN empfehlen eine Mittelmeerdiät mit ausreichend Gemüse, Ballaststoffen sowie wenig Salz und Fett.
  3. Erholsam Schlafen: Da das Gehirn im Schlaf regeneriert, ist ausreichend Schlaf in der Vorbeugung von Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen besonders wichtig.
  4. Alkohol und Rauchen sind tabu: Schädigendene Stoffe in Zigaretten und alkoholischen Getränken begünstigen die Entstehung neurologischer Erkrankungen.
  5. Sozialkontakte pflegen: Ein gutes soziales Netzwerk ist besonders wichtig, denn soziale Isolation wirkt sich auch auf das Gehirn aus.

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