Wer sein Gedächtnis bis ins hohe Alter fordert, hält sein Gehirn länger fit. Kreuzworträtsel, Lesen oder eine neue Sprache lernen haben dabei besonders gute Effekte.
Nicht nur Muskeln lassen sich mit Training und der richtigen Ernährung stärken. Auch das Gehirn profitiert von einem gesunden Lebensstil.
Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Gehirnjogging: Nicht nur Muskeln und Gelenke lassen sich stärken, auch das wohl komplexeste Organ im Körper kann man gezielt fördern. Auf welche Aspekte es beim gesunden Altern ankommt und wie das Gehirn davon profitiert, haben nun chinesische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie untersucht. Sechs gesunde Gewohnheiten können demnach den Gedächtnisschwund verlangsamen und gleichzeitig das Demenzrisiko verringern. Wer sich folgende Tipps zu Herzen nimmt, kann also sein Gehirn aktiv unterstützen, möglichst lange fit zu bleiben.
Sechs Gewohnheiten schützen vor Alzheimer und Gedächtnisbeschwerden
Um herauszufinden, welchen Einfluss der eigene Lebensstil auf die Alterungsprozesse im Gehirn hat, haben die Wissenschaftler des Nationalen Zentrums für Neurologische Störungen in Peking rund 29.072 Probanden untersucht. Über einen Zeitraum von 10 Jahren befragten die Experten Senioren und Seniorinnen immer wieder zu ihren Gewohnheiten. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal BMJ veröffentlicht.
Bevor die Studie begann, identifizierten die Wissenschaftler, welche Senioren das sogenannte APOE-Gen besaßen. Das Gen gilt als der größte Risikofaktor für die Entwicklung von Alzheimer. Etwa 20 Prozent der Probanden wiesen diesen Risikofaktor vor. Nicht teilnehmen konnten zudem Menschen, die im Alter von 60 Jahren bereits an einer lebensbedrohlichen Krankheit, Hör- oder Sehbehinderung litten. Um die Funktion des Gehirns zu untersuchen, nahmen die Probandinnen in regelmäßigen Abständen an Befragungen und Tests zu kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz teil. Der Fokus lag dabei vor allem auf den normalen, altersbedingten Symptomen.
Lebensstilmaßnahmen zur Verlangsamung des Gedächtnisverlust
Das Ergebnis: Probanden, die bis ins hohe Alter kognitiv fit blieben und nur wenig Gedächtnisschwund vorwiesen, führten einen gesunden Lebensstil. Sechs Gewohnheiten sind laut den Forschern dabei entscheidend:
Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen
Ernährung: Wer sich gesund ernährt, isst den Experten zu Folge täglich aus mindestens sieben von zwölf Gruppen. Dazu zählen Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Salz, Öl, Eier, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Tee.
Kognitive Aktivität: Regelmäßige kognitive Anstrengungen in Form von Spielen, Schreiben, Lesen oder Lernen machte sich positiv bemerkbar. Teilnehmer, die diesen Hobbys mindestens zwei mal pro Woche nachgingen, galten als gesünder.
Körperliche Bewegung: Probanden, die sich wöchentlich mindestens 150 Minuten moderat bewegten oder 75 Minuten Sport machten, blieben länger fit.
Soziale Kontakte: Wer pro Woche mindestens zwei Mal Besuche bei Freundinnen oder Familie einplante, zeigte bessere Ergebnisse.
Rauchen: Regelmäßiges Qualmen schädigt das Gehirn langfristig. Das Gehirn profitiert nachweislich vom Nichtrauchen.
Alkohol: Auch der Verzicht von Alkohol wirkt sich positiv auf die kognitive Funktionsfähigkeit aus.
10-Jahres-Studie: Gesunde Gewohnheiten halten Gehirn fit
Wer möglichst viele gesunde Gewohnheiten ausübt, scheint eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für eine fortschreitende leichte kognitive Beeinträchtigung und Demenz zu haben. Die Gruppe der gesunden Senioren, die mindestens vier bis sechs der gesunden Gewohnheiten regelmäßig durchführten, hatte dabei laut dem Guardian eine um fast 90 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit. Aber selbst bei Menschen, die nur zwei bis drei Gewohnheiten in ihren Alltag integrierten, sank das Risiko um 30 Prozent.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.