„Kackfluencerin“ gibt persönliche Toilettenempfehlung, um trotz Reizdarm entspannt zu verreisen
VonJuliane Gutmann
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Menschen mit Reizdarm scheuen sich oft davor, ihr Leiden zu thematisieren. Aber es gibt auch Betroffene, die damit an die Öffentlichkeit gehen, wie Karina Spiess.
Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl: Symptome, mit welchen Reizdarm-Patienten tagtäglich kämpfen. Für Betroffene ist der Leidensdruck groß. Denn im Alltag müssen sie immer darauf gefasst sein, dass der Darm verrückt spielt und sofort eine Toilette gefunden werden muss. Karina Spiess thematisiert genau diese Probleme auf ihrem Instagram-Profil. Mit über 170.000 Followern gilt die junge Frau als Influencerin – ist jedoch keine gewöhnliche. Denn ihr Fokus liegt unter anderem auf Themen rund um Stuhlgang und Reizdarmsyndrom. Sie beschreibt sich entsprechend als „Kackfluencerin“.
In ihren Videos spricht sie offen über ihren Stuhlgang und über Probleme, die sie als Reizdarm-Patientin im Alltag hat.
„Scheiß Krankheit“: Influencerin Kiki spricht über Reizdarm-Beschwerden
„Ich weiß, was Schamgefühl mit Menschen macht, weil es das mit mir gemacht hat jahrelang und deswegen möchte ich auch gerade jungen Frauen das Gefühl geben, dass sie damit nicht allein sind. Dass sie sich untereinander austauschen können, dass sie ihr Leben trotzdem weiterführen können trotz dieser scheiß Krankheit, im wahrsten Sinne des Wortes“, begründet Spiess in einem NDR-Interview ihren Schritt, mit ihren Problemen an die Öffentlichkeit zu gehen.
Vor allem unterwegs macht der jungen Frau ihr Reizdarm große Probleme. So postete sie während einer Reise ein Video, in dem sie in Tränen aufgelöst zu sehen ist. „Fünf Tage Autofahren, in Hotels übernachten, unterwegs essen und sieben Stunden Fähre fahren. Wow, war das anstrengend. Vor allem für mich, weil ich sonst ja schon Probleme habe eine Stunde Auto zu fahren“, so Spiess alias Kiki. Als die Anspannung dann von ihr abfiel, hatte sie nicht mehr aufhören können zu weinen, so die junge Frau in ihrem Post.
Ein großes Problem für Menschen mit starkem Reizdarm-Syndrom ist die Ungewissheit, wann die Beschwerden wieder einsetzen könnten. Eine Reise kann so zur Tortur werden, auch weil man nicht weiß, wie weit die nächste Toilette entfernt ist.
Städtetrip trotz Reizdarm: Kackfluencerin gibt Tipps
Im gewohnten Umfeld haben Reizdarm-Patientin immer die Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen. Anders sieht es im Urlaub aus. In der Regel kennt man sich in der neuen Umgebung nicht aus und weiß somit auch nicht, wo man im Notfall schnell eine Toilette findet. Ein Fakt, der für Menschen mit Reizdarm sehr belastend ist.
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Karina Spiess alias Kiki will Betroffenen auch dadurch helfen, indem sie Toilettenempfehlungen auf ihrem Kanal gibt. So ruft sie in einem Post dazu auf, ihr Toilettenempfehlungen zu geben. Unter den zahlreichen Tipps, die ihre Follower in den Kommentaren geben, werden auch folgende Möglichkeiten genannt: Toiletten in Hotels, Restaurants, großen Kaufhäusern und öffentlichen Gebäuden wie Ämtern.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.