Wenn die Kleinen krank sind

Fieberkrampf bei Kindern: Kann er tödlich enden?

  • schließen

Kinder sind immer mal wieder krank, häufig auch verbunden mit Fieber. Manche der Kleinen erleiden sogar einen Fieberkrampf. Wie gefährlich ist er?

Wenn die Kleinen krank sind, fühlen ihre Eltern immer mit. Kommt es zu Erkrankungen wie Scharlach, Masern oder Windpocken handelt, die mitunter auch schwere Folgen mit sich bringen können oder Haushaltsunfällen durch beispielsweise Vergiftungen, ist die Sorge umso größer. Die meisten Kinder zeigen bei Erkrankungen auch Fieber, was nicht ungewöhnlich ist. Bei manchen Kindern kann das Fieber jedoch auch in einem Krampfzustand enden. Dabei wissen viele Eltern nicht, was ein Fieberkrampf ist, bis sie ihn selbst an ihrem Kind erleben müssen. Ein Anblick, der in den meisten Fällen kaum zu ertragen ist und sich in der Regel bei Mutter und Vater stark einprägt. Circa zwei bis fünf Prozent der Kinder in Deutschland erleben mindestens einen Fieberkrampf. Dieser tritt typischerweise im Alter zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren auf.

Fieberkrampf bei Kindern: Kann er tödlich enden?

Fieberkrämpfe dauern in der Regel wenige Sekunden bis maximal 15 Minuten an. (Symbolbild)

In der Regel handelt es sich um sogenannte einfache Fieberkrämpfe, die wenige Sekunden bis maximal 15 Minuten andauern. Nach dem Fieberkrampf ist das Kind meist sehr erschöpft, schläft gegebenenfalls ein und hat sich in der Regel nach ein bis zwei Stunden wieder völlig von dem Ereignis erholt. Fieberkrämpfe verlaufen bei der Mehrzahl der Kinder unkompliziert und ohne bleibende Schäden. „Meist dauert ein Fieberkrampf nur Sekunden bis fünf Minuten. Kinder verdrehen die Augen, verlieren das Bewusstsein und spannen den ganzen Körper an, beginnen zu zucken oder ihr Körper erschlafft. Die Hautfarbe ist blass und der Bereich um die Lippen kann sich blau färben“, berichtet Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gegenüber dem Portal Kinderärzte im Netz.

Noch mehr spannende Gesundheitsthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Ein Fieberkrampf kann sowohl am Tag als auch in der Nacht auftreten. Auch im Schlaf kann Ihr Kind einen Fieberkrampf erleiden. Ob tagsüber oder nachts, Kinder bekommen von dem Fieberkrampf meistens bewusst nichts mit. Die Prognose ist in der Regel sehr gut. Fieberkrämpfe sind in den meisten Fällen nicht gefährlich und führen nicht zum Tod.

Fieberkrampf bei Kindern: Welcher Schweregrad ist möglich und was sind die Ursachen?

Zu Fieberkrämpfen kommt es meistens in Zusammenhang mit sehr hohem Fieber über 38 Grad Celsius. In manchen Familien können Fieberkrämpfe gehäuft auftreten, Ärzte vermuten eine genetische Veranlagung. Die einfachen Fieberkrämpfe zeigen sich nur wenige Sekunden. Dagegen gibt es aber die sogenannten komplizierten Fieberkrämpfe, die sehr viel seltener sind, schon bei Säuglingen oder bei Kindern ab fünf Jahren auftreten können und häufig länger als 15 Minuten andauern. Ein komplizierter Fieberkrampf ist in etwa vier von 100 Fällen ein erstes Anzeichen für eine spätere Epilepsie. Diese Art von Fieberkrampf tritt wesentlich seltener auf. In jedem Fall ist es wichtig, den Notarzt zu informieren und sich nach einem komplizierten Fieberkrampf an den behandelnden Kinderarzt und ggf. Experten zu wenden. Regelmäßig hohes Fieber und Fieberkrämpfe sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Kinder im Haushalt: Zehn gefährliche Risiken sollten Eltern unbedingt vermeiden

Thermometer in der Badewann mit Baby
Eine Gefahr, die gerade Eltern beim ersten Kind unterschätzen, ist die Wassertemperatur beim Baden in der Badewanne. Was sich für den Erwachsenen mit der Hand gut warm anfühlt, kann für das Baby allerdings schon heiß sein. Fatal wird es dann, wenn Eltern das Wasser im Eifer des Gefechts einlaufen lassen und das Baby reinsetzen, ohne vorher die Wassertemperatur zu prüfen – sei es zumindest mit der Hand oder am besten mit einem Wasser-Thermometer. Das Wasser sollte idealerweise eine Temperatur von 37 Grad oder 38 Grad Celsius haben, damit Ihr Kind nicht auskühlen oder überhitzen kann. Thermometer für die Badewanne, die in gängigen Drogeriemärkten erhältlich sind, zeigen speziell an, welche Temperatur für Babys und Kinder geeignet ist. Wasser kann schon ab einer Temperatur von 50 Grad zu Verbrühungen führen – bei Babys und Kindern mit empfindlicher Haut bereits darunter. © jcdiazhidalgo/Imago
Kind in der Badewann
Die meisten Kinder lieben es, zu baden und im Wasser zu planschen. Worauf Eltern dabei unbedingt achten sollten: Selbst bei wenigen Zentimetern Wasserhöhe können Kinder ertrinken, daher sollten sie nie unbeaufsichtigt in der Badewanne planschen. Über 70 Prozent der Fälle von Ertrinken passieren statistisch gesehen im Alter von ein bis drei Jahren in der häuslichen Badewanne. © mitarart/Imago
Baby im Schlafsack im Bett
Eine weitere Gefahr ist besonders im Bett des Babys beim Schlafen gegeben. Neugeborene und Babys sollten laut der Empfehlung von Kinderärzten mindestens bis zum ersten Lebensjahr einen Schlafsack tragen, um die Gefahr des plötzlichen Kindstods (SIDS) deutlich zu reduzieren. Wichtig ist, dass der Schlafsack gut passt und der Kopf des Babys nicht durch die Öffnung rutschen kann. Zudem sollten nicht zusätzlich Kissen, Handtücher oder Kuscheltiere als Barrieren gegen das Drehen in das Babybett gelegt werden. So kann tatsächlich im Ernstfall das Gegenteil passieren: Das Kleine wird durch den Druck der Gegenstände in die Seiten- oder Bauchlage gezwungen und das Zurückdrehen auf den Rücken verhindert. Auch Decken im Bett bergen eine Gefahr, da das Baby sich diese im Schlaf über den Kopf ziehen könnte. © xSaraxMonikax/Imago
Kind greift nach Putzmitteln unter Spüle
In vielen Haushalten werden die Putz- und Waschmittel, Spülmaschinen-Tabs und andere chemischen Produkte unter der Spüle verstaut. Mit kleinen Familienmitgliedern kann dies schnell zur lebensbedrohlichen Gefahr werden: Ab dem Kleinkindalter möchten Kinder für gewöhnlich alles erkunden, öffnen Schubladen und Schränke, greifen nach Gegenständen und versuchen sie zu öffnen. Dann wird nicht selten das Entdeckte in den Mund genommen und „probiert“. Um die Gefahr der Vergiftung zu vermeiden, sollten jegliche chemische Mittel außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden – am besten in einem Hochschrank, wo die Kleinen nicht hinkommen. Sollte Ihr Kind dennoch Reinigungsmittel verschlucken oder in die Augen bekommen, rufen Sie sofort die Giftnotrufzentrale an. © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
Kleiner Junge erkundet die Schalter am Elektroherd
Ab dem Kleinkindalter möchten die Kleinen ihre Umgebung erkunden, alles kennenlernen, berühren, anfassen, ausprobieren. In der Küche lauern Gefahren, die sich Eltern so auf Anhieb nicht immer bewusst machen. Der Herd kann beispielsweise zur großen Gefahr werden, wenn Ihr Kind die Knöpfe des Herds erstmalig erreicht, daran dreht und so die Platte anschaltet. Besonders gefährlich wird es dann, wenn das Kind auch die heiße Herdplatte erreicht und berühren kann oder etwas auf dem Herd steht und im schlimmsten Fall zu brennen beginnt. Auch hier gilt: Gefahrenquellen vermeiden, eine Absperrung vor dem Herd oder ein Laufgitter kann helfen, um das Kleine in Sicherheit zu wissen, sollte der Elternteil einen Moment abwesend sein müssen. © Caption Writer/Editor/Imago
Kind mit Spagetti am Herd vor Topf mit kochendem Wasser
Die meisten Kinder sind grundsätzlich interessiert daran, zu helfen, viele besonders beim Kochen. Doch auch in diesem Fall sollten die Kleinen mit Vorsicht eingebunden werden, das heißt nicht ohne elterliche Aufsicht, insbesondere, wenn heiße Speisen oder kochendes Wasser auf dem Herd stehen. Da könnte es im Ernstfall zu Verletzungen wie schwerer Verbrühung kommen. © YAY Images/Imago
Kind greift nach Messer auf Küchenablage
Die Küche und das gemeinsame Kochen bringt Freude, birgt aber auch Gefahren, insbesondere für Kinder. Das muss nicht immer der heiße Topf auf dem Herd sein, auch das scharfe Messer kann schnell und unbedarft in Kinderhände gelangen. Achten Sie auch während des Kochens mit Kindern darauf, dass scharfe Gegenstände wie Messer außer Reichweite liegen. © AndreyPopov/Imago
Kind mit Schere geht auf Steckdose zu
Nicht nur Messer, auch Scheren können Kindern im Haushalt zum Verhängnis werden – erst recht, wenn Sie damit auf Erkundungstour gehen und sich zusätzlichen Gefahren aussetzen. Haushaltsgegenstände wie Scheren, Stabmixer, scharfe Messer, Feuerzeuge, Wasserkocher und ähnliches sollten außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden, am ehesten in für Kinder nicht zu erreichenden Schubladen oder Schränken. Auch Steckdosen in Fußnähe können gerade für krabbelnde Kinder verlockend sein, hineinzufassen. Gegenstände wie Scheren oder Stricknadeln sind leitfähig und könnten einen lebensgefährlichen Stromschlag auslösen – hier empfiehlt sich in jedem Fall eine Steckdosensicherung, auch erhältlich in Drogerien, um Kinder zu schützen. © CharlesxGullung/Imago
Tischkante mit Eckenschutz
Was für manche komisch oder unschön aussehen mag, kann Kinder vor schweren Verletzungen bewahren: Ecken-Schutz. Scharfe Kanten von beispielsweise Schränken und Tischen können für Kinder zur echten Gefahr werden. Da wird fröhlich Zuhause rumgetobt und plötzlich gegen den Tisch gerannt. Gerade für Kinder, deren Kopf auf Höhe der Eck-Kante ist, kann aus dem Spiel schnell ernst werden und es im wahrsten Sinne des Wortes „ins Auge gehen“. © Antonio Gravante/Imago
Kleinkind kletter aus Fenster
Der Entdeckungsdrang ab dem Kleinkindalter ist bei vielen ungebremst. Zu viele Abenteuer warten „da draußen“ und wollen erkundet werden. Ab dem Zeitpunkt, an dem Kleinkinder krabbeln und laufen können, ist für Eltern besondere Vorsicht geboten. Da wird sich an Möbeln hochgezogen, geklettert und offene Fenster können dann zu einer echten Gefahr werden. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass Balkontüren und Fenster nicht geöffnet sind, wenn das Kind alleine im Zimmer ist. Es gibt einfache Tür- und Fensterverriegelungen, die vor schweren Unfällen schützen können. © xDavidxJaklex/Imago

Fieberkrampf: Was tun, wenn Ihr Kind einen Anfall erleidet

Eltern beschreiben immer wieder mit großem Entsetzen diesen Moment des Fieberkrampfs beim eigenen Kind, insbesondere wenn sie einen derartigen Anfall zum ersten Mal beobachten. „Eltern sollten dennoch versuchen, in dieser Situation Ruhe zu bewahren, so schwierig es auch scheinen mag. Und dann den Notarzt unter der Nummer 112 verständigen“, rät Dr. Fegeler. Bis der Arzt kommt, am besten Erste Hilfe leisten und das Kind in die stabile Seitenlage bringen, sodass Speichel und gegebenenfalls Erbrochenes aus dem Mund fließen kann und nicht in die Atemwege gelangt. „Keinesfalls dürfen Sie das Kind schütteln!“, warnt der Kinder- und Jugendarzt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

Kommentare