Milde Temperaturen

„Woher sollen die Menschen es denn wissen?“ – Refeeding-Syndrom kann bei Igeln tödlich enden

  • schließen

Überfütterung kann für gerade aus dem Winterschlaf erwachte Igel tödlich sein. Es ist oft zu spät, bevor der Ernst der Lage erkannt wird. Sicher umgehen kann man dies mit gezielten Maßnahmen.

Melissa ist ehrenamtlich im Tier- und Artenschutz tätig und betreut in ihrer privaten Pflegestelle vor allem Igel. Auf ihrem Instagram-Account @gluecksfelle.stachelnasen leistet sie außerdem wertvolle Aufklärungsarbeit über die stacheligen Wildtiere. In einem Video erklärt die Tierfreundin beispielsweise, was es mit dem sogenannten Refeeding-Syndrom bei Igeln auf sich hat. Bei 24garten.de erfahren Sie zudem, weshalb Sie beim Frühjahrsputz im Garten auf Igel aufpassen müssen.

Der neue WhatsApp-Kanal von Landtiere.de ist da!

Tierische Tipps und rührende News gibt’s auf unserem WhatsApp-Kanal: Hier geht’s direkt zu Tierverliebt.

Das Syndrom gehört laut @gluecksfelle.stachelnasen zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Igeln und tritt am häufigsten dann auf, wenn die Tiere aus dem Winterschlaf erwachen. Zu viel Futter auf einmal, das den Stacheltieren von Menschen, die es gut meinen, angeboten wird, könne zum Versagen der Organe, einschließlich des Herzens, führen. Oftmals sei es schon zu spät, wenn die Menschen den apathischen Zustand des Igels bemerken. Ob ein Igel gesund oder krank ist, erklärt 24garten.de hier.

Abgemagerten Igel gefunden, was tun?

Von März bis etwa Mitte April erwachen Igel aus dem Winterschlaf. (Symbolbild)

Um der Todesfalle zu entgehen, rät @gluecksfelle.stachelnasen, den stacheligen Säugetieren nicht einfach möglichst viel Futter anzubieten, wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen und unter Umständen etwas abgemagert aussehen. Der Tierschützerin zufolge solle man stattdessen zuerst eine Igelpflegestelle kontaktieren.

„Solltest du keine Pflegestelle erreichen, dann biete mir, wenn ich ein warmes Bäuchlein habe, Hühnerbrühe OHNE Gewürze/Salz an, mit GANZ KLEINEN Mengen vom gekochten Hühnerfleisch“, rät Melissa aus der Perspektive eines Igels. „Oder alle zwei Stunden einen Teelöffel Rührei OHNE Gewürze/Salz“, so @gluecksfelle.stachelnasen weiter. Gegen ein Schälchen Wasser sei auch nichts einzuwenden. Trotzdem benötigen unterernährte Igel professionelle Hilfe und sollten nicht auf eigene Faust aufgepäppelt werden. Wann die Stacheltiere wirklich Hilfe brauchen, erfahren Sie hier.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Fotogalerie: Die Tiere des Jahres 2024 – Ist Ihr Lieblingstier dabei?

Europaeischer Igel trinkt aus einer Schale mit Wasser
Wildtier des Jahres 2024: Die Deutsche Wildtierstiftung hat den Igel zum Wildtier des Jahres 2024 gekürt. Der stachelige Insektenfresser hat es immer schwerer, passenden Lebensraum zu finden. Übrigens: Igel freuen sich im Sommer über eine Schale Wasser in Ihrem Garten. © F. Hecker/IMAGO
Ein männlicher Apollofalter auf einer Wiese.
Schmetterling des Jahres 2024. Der Mosel-Apollofalter. Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. haben die bedrohte Unterart des Apollofalters gemeinsam gekürt.  © blickwinkel/Imago
Der Stierkäfer ist ein Käfer aus der Familie der Mistkäfer mit drei Hörnern.
Zum Insekt des Jahres 2024 wurde der imposante Stierkäfer von der BFA Entomolgoie im Nabu gekürt. Er gilt als talentierter Tunnelbauer und ist als Mistkäfer für das Ökosystem wichtig.  © Steffen Schellhorn/Imago
Eine Blaue Holzbiene auf einer gelben Portulakröschen
Zur Wildbiene des Jahres 2024 wurde die Blauschwarze Holzbiene vom Arbeitskreis Wildbienen-Kataster gewählt.  © imagebroker/Imago
Kiebitz-Männchen bei der Futtersuche auf einer Wiese und beim Fressen eines Regenwurms.
Vogel des Jahres 2024. An der Vogelwahl haben sich fast 120.000 Menschen beteiligt. Sieger ist der Kiebitz, der inzwischen in Deutschland als stark gefährdet gilt. Gekürt wurde er von der Nabu (Naturschutzbund Deutschland e.V.) © imagebroker/Imago
Kabeljau, Dorsch schwimmend im Atlantic
Fisch des Jahres 2024: Der Dorsch. Er gilt als einer der beliebtesten Speisefische. Doch seine Bestände sind durch Klimawandel und Überfischung stark zurückgegangen. Gekürt wurde er vom Deutscher Angelfischerverband (DAFV) © blickwinkel/Imago
Hoehlenspinne sitzt auf einem Stein
Zur Spinne des Jahres und gleichzeitig Höhlentier des Jahres 2024 wurde die Gefleckte Höhlenspinne von der Arachnologische Gesellschaft gewählt.  © blickwinkel/Imago
Kreuzotter zusammengerollt in auffälliger Pose
Reptil des Jahres 2024: Die Kreuzotter. Da diese Art die Kälte besonders liebt, gilt sie als Verliererin des Klimawandels und verdient besonderen Schutz, berichtet die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde). © imagebroker/Imago

Die Igelhilfe Ludwigshafen weist zudem darauf hin, dass eine Fütterung erst ab einer Körpertemperatur von 36 Grad Celsius sicher ist. Einen unterkühlten Igel zu füttern, könne zu dessen Kreislaufkollaps führen, so der ehrenamtliche Verein in einem Erste-Hilfe-Leitfaden für Igel. Wie Sie nicht nur Igeln, sondern auch deren Nachwuchs richtig helfen, lesen Sie hier.

Rubriklistenbild: © Siegfried Kuttig/Imago

Kommentare